Revision 1.1 (6/2021)

Kapitelübersicht

Kapitel 1 - Einleitung
Kapitel 2 - Physikalische Grundlagen
Kapitel 3 - Tauchausrüstung
Kapitel 4 - Tauchrisiken
Kapitel 5 - Umwelt
Kapitel 6 - Tauchpraxis
Kapitel 7 - Tauchmedizin

Kapitel 1 - Einleitung

Kapitelübersicht 

1.1 Allgemeines

1.2 Tauchtauglichkeitsuntersuchung

1.3 Philosophie von NSC

1.4 Kursübersicht 

1.5 Standard und Verfahren


1.1 Allgemeines

Wassersport erfreut sich immer größerer Beliebtheit, sei es über oder unter Wasser. Das Tauchen stellt ein besonderes Erlebnis dar, welches dir mit einer guten und hochwertigen Ausbildung sehr viel Spaß bereiten wird.

Du hast dich für die Ausbildung zum NSC 1* Diver / Open Water Diver entschieden.
Eine gute Wahl! Du wirst auf den Tauchbasen weltweit mit dieser Ausbildung gern gesehen sein.
NSC bildet wie viele Tauchverbände dieser Welt nach den Richtlinien der ISO (International Organisation for standardization). Diese Richtlinien sorgen für eine hohe und einheitliche Qualität der Ausbildung. NSC übertrifft diese Anforderung, um euch eine noch hochwertigere und fundarmentiertere Ausbildung bieten zu können. Eine gute Ausbildung sowohl in der Praxis als auch in der Theorie sorgt dafür, dass ihr jederzeit sicher und ohne Probleme den Tauchsport genießen könnt. Genau aus diesem Grund wirst du schon während deiner Ausbildung und auch danach viel Spaß am Tauchen haben. Sicherheit und Qualität tragen dazu bei, dass du dich wohlfühlst und deine Tauchgänge genießen kannst.

Beim Tauchsport sind menschliches Versagen, sowie unzureichende Ausbildung häufige Gründe für Tauchunfälle. Unberechenbare Risiken sind sehr gering und lassen sich durch Beachtung der Sicherheitsregeln vermeiden.

Nach der Ausbildung wirst du deine Ausrüstung perfekt beherrschen und dich in dem Element Wasser pudelwohl fühlen. Somit kannst du die ganze Vielfalt der Unterwasserwelt erleben. Jeder Tauchgang wird ein Abenteuer sein, denn ständig gibt es etwas Neues zu entdecken.

Schwerelos dahingleiten und dabei die Stille genießen...

Lass uns jetzt loslegen !

Wir haben am Ende der Kapitel einige Fragen zur Lernkontrolle formuliert. Beantworte die Fragen gewissenhaft und kontrolliere damit deinen Lernerfolg. In jeder Frage sind vier Antwortmöglichkeiten vorgegeben, nur eine Antwort ist jeweils richtig. Wenn du zu deiner Theorielektion in deine Tauchschule kommst, bringe bitte die ausgefüllten und unterschriebenen Lernaufgaben in Kopie mit. Vergiss bitte nicht deinen Namen darauf zu notieren.

Wir verwenden in diesem Buch zur Abkürzung und zur besseren Lesbarkeit der Texte in der Ansprache nur die männliche Form. Selbstverständlich möchten wir aber auch alle Geschlechter ansprechen.

1.2 Tauchtauglichkeitsuntersuchung

Bevor es allerdings losgeht, solltest du eine Tauchtauglichkeitsuntersuchung, kurz auch TTU, machen lassen. Diese wird von uns dringend empfohlen.
Während der Untersuchung überprüft ein Tauchmediziner unter anderem deinen Blutdruck und den Puls, sowie dein Lungenvolumen mittels eines Lungenfunktionstest.
Zu dieser Untersuchung gehört ebenfalls ein Ruhe- und Belastungs-EKG und der fachmännische Blick in deine Ohren und auf die Nebenhöhlen.

Die Tauchtauglichkeitsuntersuchung darf jeder Arzt durchführen. Wir empfehlen aber, die Untersuchung von einem qualifizierten Tauchmediziner oder nach den Richtlinien der Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin (GTÜM) durchführen zu lassen. Einen entsprechenden Untersuchungsbogen findest du auf der Internetseite der Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin, oder du scannst unseren QR Code. Du kannst natürlich auch deinen Arzt in deinem NSC- Logbuch direkt Unterschreiben lassen. Somit hast du alles immer an einem Ort und kannst nichts vergessen.

www.gtuem.org

Nach der Untersuchung erhältst du ein Attest über deine Tauchtauglichkeit, dass du schon bei der Ausbildung vor dem ersten Tauchgang deinem NSC Tauchlehrer vorlegen musst. Dieses Attest benötigst du bei jedem Tauchausflug, sei es in heimischen Gewässern oder auf einer Tauchreise.

Das Attest muss alle zwei Jahre erneuert werden und - wenn du noch keine 18 Jahre oder schon über 40 Jahre alt bist - sogar jährlich. Nach der GTÜM ist eine TTU 3 Jahre lang gültig. Dies ist aber nicht überall anerkannt. Örtliche Gesetze und Basen können hier andere Regelungen haben. Informiere dich also vorher, wie lange deine TTU gültig sein muss. Sieh es als Sicherheit für dein eigenes Wohlergehen und deiner Gesundheit an, dich entsprechend der Empfehlungen führender Tauchmediziner checken zu lassen.

In manchen Tauchbasen und Tauchschulen wird eine Selbstauskunft zum Gesundheitszustand als ausreichend angesehen. Allerdings solltest du dich zu deinen eigenen Gunsten und zu Gunsten deines Tauchpartners von einem geschulten Tauchmediziner durchchecken lassen.

Solltest du eine Selbstauskunft brauchen, so kannst du diese auf unserer Website finden, ausdrucken und einfach abgeben.

1.3 Philosophie von NSC

Seit 2019 bereichern wir als neue Tauchsportorganisation die Szene: Professional Recreational and  Technical Diving (kurz NSC).

NSC weckt die Freude am Tauchen. Wir wollen mit euch neue Abenteuer unter und über Wasser erleben. Diese beginnen bereits im Tauchcenter.

Als Tauchsportorganisation unterstützen wir unsere Tauchlehrer nach Kräften. Von Fachschulungen bis zum Bereitstellen neuester Übungsmaterialien und Ausrüstung. Damit ermöglichen wir Anfängern und Fortgeschrittenen nicht nur nachhaltige Aus- und Weiterbildungen – wir geben auch allen Beteiligten das Gefühl, hier richtig gut aufgehoben zu sein. Denn um genau dieses persönliche Gemeinschaftserlebnis geht es in der NSC-Familie! Wir wollen zusammen mit Freude diesen tollen Sport entdecken. Und uns mit Freunden austauschen. Ohne Vereins-Gedanken und starren Verbandsstrukturen suchen wir mit euch nach Spaß und Abenteuern beim Tauchen.

Unser Weg:

  • Geprüfte Tauchlehrer vermitteln Inhalte spannend, mit Spaß und anschaulich
  • Zielorientiertes Schulungsmaterial für optimale und spannende Lernerfolge
  • Ausbildung mit neuen, einwandfrei gewarteten Ausrüstungen
  • Intensive Betreuung für Kinder und Taucher mit Handicap
  • Fachausbildungen durch eigene Biologen, Ärzte und Umweltreferenten
  • Kooperationen mit Umwelt- und Meeresschutz-Initiativen
  • Zahlreiche Events und Mitmach-Aktionen
  • ein Qualitätsmanagement überprüft die Einhaltungder Ausbildung.

1.4 Kursübersicht

Deine Ausbildung zum NSC Diver 1* / Open Water Diver setzt sich aus folgenden Teilen zusammen:

1. Theorie

In der Theorie wird dir wichtiges Wissen für den Tauchsport allgemein, sowie wissenswerte Informationen in den Bereichen Physik, Medizin, Tauchausrüstung und vielem mehr vermittelt.

2. Tauchgänge im begrenzten Wasser

Im Schwimmbad oder begrenzten Freiwasser werden dir die Fertigkeiten für dein zukünftiges Taucherleben gezeigt und beigebracht. Alle Übungen, die du hinterher im Freiwasser absolvieren musst, müssen im begrenzten Wasser einmal gemacht werden. Hier leitet dein Tauchlehrer dich Schritt für Schritt durch die Übungen. Nicht jede Übung funktioniert gleich beim ersten Mal! Nimm dir die Zeit, um die Skills zu trainieren, damit sie im Freiwasser dann gut funktionieren und du immer sicher tauchst und Freude an dem Sport hast.

3. Freiwasser Tauchgänge

Das Freiwasser ist etwas ganz neues und ein echtes Abenteuer. Je nach dem ob du im See oder im Meer deine Freiwassertauchgänge machst, unterscheiden sich Sichtweite, Temperatur und andere Gegebenheiten. Die Anforderungen an dich sind jedoch die selben. Wichtig ist, dass du dir die Zeit nimmst, deine Übungen in Ruhe durchzuführen. Je sicherer du die Übungen durchführen kannst, desto sicherer bist du hinterher mit deinem späteren Tauchpartner (Buddy).

Schon hier wird dich die Faszination des Tauchens begeistern!

Schnell wirst du dadurch neue und interessante Personen kennen lernen. Sei es in einem Tauchverein, auf einer Tauchreise oder in heimischen Gewässern die zum Tauchen freigegeben sind. Frag doch einmal in deinem NSC Center nach ihren Angeboten!

1.5 Standard und Verfahren

NSC Diver 1*/ OWD

1.5.1 Kursziel

Der NSC Open Water Diver Kurs vermittelt dir die Grundlagen des Gerätetauchens. Du bist nach diesem Kurs in der Lage Nullzeittauchgänge unter Verwendung von Luft als Atemgas bis zu einer maximalen Tiefe von 18 Metern auf sichere Weise mit einem Tauchpartner durchzuführen.

Du als NSC Open Water Diver wirst so ausgebildet, dass du über ausreichende Kenntnisse, Fähigkeiten und Erfahrungen verfügst, dir Luft und Ausrüstung zu beschaffen, um an Tauchaktivitäten teilzunehmen. Du bist in der Lage Freiwassertauchgänge als Nullzeittauchgänge zu planen, durchzuführen und zu protokollieren.

Du kannst mit anderen zertifizierten Tauchern mit mindestens gleichem Ausbildungsstand tauchen gehen (nur OWD, nicht SD). Dabei ist darauf zu achten, dass die Tauchbedingungen ähnlich, gleich oder besser sind als jene, unter welchen du bereits Taucherfahrung gesammelt hast.

Kinder von 10 – 14 Jahren erhalten das Junior Open Water Diver Brevet, welches Einschränkungen in Hinsicht auf Tiefe und die zugelassenen Tauchpartner beinhaltet. Wenn du über 15 Jahre alt bist, kannst du ohne Probleme in deinem Center das Brevet umschreiben lassen.

Hinweis Scuba Diver und Confined Open Water Diver Kurs:

Der NSC Scuba Diver Kurs ist ein reduzierter Open Water Diver und berechtigt nicht zum autonomen Tauchen. Die Standards finden sich im gesonderten Scuba Diver Instructor Manual.

Der NSC Confined Water Diver Kurs (CWD) ist ein kompletter Open Water Diver Kurs, der ausschließlich im Pool und im Confined Water abgehalten wurde. Dieser berechtigt nur zum autonomen Tauchen im Confined Water Bereich. Die Standards finden sich im gesonderten Confined Water Diver- Instructor Manual.

1.5.2 Voraussetzungen des Tauchers

Alter: ab 15 Jahren für den OWD, ab 10 Jahren für den Junior OWD

Du muss dazu in der Lage sein im Wasser, welches zu tief zum stehen ist, ohne Hilfsmittel 200 m zu schwimmen (optional 300 m zu schnorcheln), 15 m ohne Hilfsmittel Streckentauchen und 10 Minuten den Kopf nur durch Wassertreten, über Wasser halten zu können.

Diese Anforderungen müssen vor dem 2. Freiwassertauchgang erfüllt worden sein oder kann durch erbrachte Leistung(Schwimmabzeichen) anerkannt werden.

1.5.3 Tauchlehrerqualifikation

  • Ab NSC Open Water Instructor 1*

1.5.4 Verknüpfung zu anderen Tauchkursen

Während des OWD Kurses kannst du auch schon weitere Spezialgebiete erlernen. Frage deinen Tauchlehrer nach den Möglichkeiten:

  • Dry Suit Diver – Tauchen im Trockentauchanzug,
  • Full Face Mask Diver – Tauchen mit einer Vollgesichtsmaske,
  • Boat Diver - Tauchen vom Boot aus,
  • Altitude Diver – Tauchen in größeren Höhen.

1.5.5 Leistungsanforderungen / Übungen

Du wirst in deiner Ausbildung neben der Theorie viele Übungen im begrenzten Wasser durchführen. Danach wirst du im Freiwasser alles Gelernte bei richtigen Tauchgängen unter der Leitung deines Tauchlehrers anwenden.

Erst wenn du alle im Pool/CW erlernten Übungen beherrschst, darfst du ins Freiwasser um diese anzuwenden.

Übungen kannst du als gemeistert ansehen, wenn du die Übung sicher und in einer Weise ausführen kannst, die darauf schließen lässt, dass du diese Übung jederzeit und ohne Probleme wieder durchführen könntest. Solange du dies nicht schaffst, wird dein Tauchlehrer die Übungen mit dir wiederholen.

1.5.6 Dein Tauchschein

Du erhältst dein Tauchschein (Brevet), wenn du:

  • die Kursvoraussetzungen erfüllst,
  • erfolgreich alle theoretischen Lektionen und Prüfungen absolviert hast,
  • erfolgreich alle Schwimmbad / Confined Water Übungen durchgeführt hast,
  • erfolgreich die 4 erforderlichen Freiwassertauchgänge und alle Freiwasserübungen absolviert hast,
  • die NSC Dokumentation / Checkliste zum Kursabschluss unterschrieben hast.

Kapitel 2 - Physikalische Grundlagen

Kapitelübersicht

2.1 Unsere Luft 

2.2 Physikalische Gesetze 

2.3 Das Element Wasser


2.1 Unsere Luft

Die Physik spielt beim Tauchen eine entscheidende Rolle. Jeder Taucher sollte die grundlegenden physikalischen Prinzipien und Gesetze kennen und ihre Bedeutung für das Tauchen verstehen. Wenn du die Theorie der Physik verstanden hast, kannst du alle Gesetze auch in der Praxis anwenden.

2.1.1 Bestandteile der Luft

Die Luft, die du atmest, ist ein Gasgemisch. Dieses Gasgemisch besteht zu 78% aus Stickstoff (N2), zu 21% aus Sauerstoff (O2) und zu ca. 1% aus verschiedenen weiteren Edelgasen (Helium (He), Argon (Ar), Xenon (Xe), Neon (Ne) u.a.). Kohlendioxid (CO2) kommt in der Luft der Atmosphäre nur mit einem Anteil von 0,04%, also in einer nur sehr geringen Konzentration vor.

Dieses Gasgemisch nimmst du mit jedem Atemzug auf.

Um es einfacher zu machen rechnen wir im Folgenden mit

  • 79% Stickstoff und 21% Sauerstoff.

Im Gegensatz dazu besteht die Luft, die du ausatmest, ebenfalls zu 79% aus Stickstoff (N2), jedoch nur noch zu 17% aus Sauerstoff (O2) und zu ca. 4% aus Kohlendioxid (CO2).

Während der Sauerstoff (O2) der wesentliche Bestandteil zur Erhaltung der Lebensfunktionen ist, ist der Stickstoff (N2) am Stoffwechsel im menschlichen Körper nicht beteiligt. Der Stickstoff (N2) ist lediglich ein Füllgas oder Inertgas.

Die angegebenen Prozentwerte sind hier ohne Nachkommastelle angegeben, was in der Wirklichkeit nicht ganz richtig ist. Die Angaben und Werte sind für unsere Belange aber hinreichend genau.

Einatemluft

Ausatemluft

2.1.2 Druck

Der Druck ist eine physikalische Einheit und kann als die Kraft, die auf eine bestimmte Fläche wirkt beschrieben werden. Gemessen und angegeben wird der Druck in bar.

Ein bar entspricht dabei dem Druck, den ein 1 kg schwerer Körper auf die Fläche von 1 cm² ausübt. In der Physik wird der Druck mit dem Buchstaben p (p = engl.: pressure) bezeichnet.

Auf Meereshöhe beträgt der Luftdruck 1 bar. Der Luftdruck nimmt in Abhängigkeit von der Höhe über dem Meeresspiegel pro 1000 m um ungefähr 0,1 bar ab. Diese Angabe ist auch nicht ganz korrekt, sie ist für unsere Belange aber hinreichend genau.

Der Wasserdruck verändert sich wegen des größeren Gewichts des Wassers schneller als der Luftdruck. Eine Wassersäule von 10 m Höhe verursacht einen Druck von 1 bar. Das bedeutet, dass der Wasserdruck alle 10 m Wassertiefe um 1 bar zunimmt.

Auch diese Werte sind wieder nicht ganz exakt, sie sind für unsere Belange aber hinreichend genau.

Der Taucher im Wasser ist zum einen dem Wasserdruck, zum zweiten aber auch dem Luftdruck ausgesetzt. Die Summe aus Luft- und Wasserdruck entspricht dem Umgebungsdruck, dem der Taucher ausgesetzt ist.

2.2 Physikalische Gesetze

Der Mensch ist für das Leben in der Atmosphäre entwickelt. Neben der Ernährung ist die Atmung der Luft der Atmosphäre die

Hauptvoraussetzung für den Stoffwechsel des Menschen und damit für sein Leben.

Da du dich beim Tauchen in einem Element bewegst das sich von der Atmosphäre in vielerlei Hinsicht unterscheidet, musst du den Einfluss des Elements Wasser und den mit dem Tauchen zusammenhängenden Druckveränderungen insbesondere auf deine Atmung verstehen und dieses Verständnis beim Tauchen anwenden können.

2.2.1 Gesetz Boyle-Mariotte

Das Gesetz von Boyle-Mariotte besagt, dass sich der Rauminhalt (Volumen) eines Gases in entgegengesetztem Maße verändert, wie sich der Druck auf das Gas verändert. Steigt der Druck verringert sich das Volumen, verringert sich der Druck, nimmt das Volumen zu. Das Gesetz gilt nur bei gleichbleibender Temperatur des Gases und wenn sich das Gas in einer elastischen Hülle befindet.

Ein Bild, das ClipArt enthält.

Automatisch generierte Beschreibung

Für die Physiker unter euch: bei gleichbleibender Temperatur und gleichbleibender Stoffmenge ist der Druck eines idealen Gases umgekehrt proportional zum Volumen.

Und in einer Formel ausgedrückt:

p1x V1= p2 x V2 = ... 🢧 p ~ 1 / V 🢧 p x V = konstant

Ein Beispiel:

Wir füllen einen Luftballon (elastische Hülle) an der Oberfläche mit 16 Liter Luft und knoten ihn zu. Diesen Luftballon nehmen wir von der Oberfläche aus (Umgebungsdruck = 1 bar) mit unter Wasser. In 10 Meter Wassertiefe (Umgebungsdruck = 2 bar) beträgt das Volumen des Ballons nur noch 8 Liter, in 20 Meter Tiefe (Umgebungsdruck = 3 bar) nur noch 5,3 Liter usw.

Tauchen wir mit dem Luftballon nun wieder zur Oberfläche, so beträgt das Volumen des Ballons auf 10 Metern wieder 8 Liter, an der Oberfläche wieder 16 Liter.

Dieses druckabhängige Verhalten von Gasen - also auch der Luft, die wir atmen - ist die Grundlage für eine der wichtigsten Sicherheitsbestimmungen beim Tauchen. Stell dir vor, du atmest in einer Tiefe von 10 Metern. Durch den (automatischen) Druckausgleich haben deine Lungen in der Tiefe das gleiche Volumen wie an der Oberfläche. Wenn du jetzt auftauchst und die Luft dabei anhältst, dehnt sich die Luft in deinen Lungen bis zur Oberfläche um das Doppelte aus - mit fatalen Folgen für deine Lungen.

Daher gilt beim Tauchen:

Niemals die Luft anhalten!

Hier auch noch mal eine Abbildung, wie sich der Druck auch in der Höhe verändert.

Ein Bild, das Text, Berg, Himmel, draußen enthält.

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2.2.2 Gesetz von Dalton

Ein Gasgemisch wie unsere Atemluft verursacht einen Druck. Die einzelnen Gase in diesem Gasgemisch verursachen alleine einen Anteil an diesem Druck (Partialdruck), der ihrem Volumenanteil entspricht. Das Gesetz von Dalton besagt nun, dass der Gesamtdruck eines Gasgemisches - wie beispielsweise unserer Atemluft - der Summe der Teildrücke (Partialdrücke) der einzelnen Gase ist. In der Physik wird der Partialdruck mit pp (pp = engl: partial pressure) bezeichnet.

Wieder für die Physiker unter euch:

Ein Bild, das ClipArt enthält.

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Der Gesamtdruck eines Gasgemisches entspricht der Summe der Partialdrücke der einzelnen Komponenten.

Und in einer Formel ausgedrückt: p= pp1 + pp2 + pp3 + ... = ∑ ppi

Auch hier wieder ein Beispiel: Wie du weißt, setzt sich die Luft in unserer Atmosphäre aus Stickstoff, Sauerstoff und einigen weiteren Gasen zusammen. Der Luftdruck in Meereshöhe ist gleich ein bar. Entsprechend seinem Volumenanteil an der Luft der Atmosphäre beträgt der Stickstoff-Partialdruck (ppN2) auf Meereshöhe 0,78bar, der Sauerstoff-Partialdruck (ppO2) auf Meereshöhe 0,21bar und der Partialdruck der übrigen Gase zusammen 0,01bar.

Wie du aus dem Gesetz von Boyle-Mariotte bereits weißt, steigt der Druck der Atemluft beim Tauchen. Damit steigen auch die Partialdrücke der Gase der Atemluft. Für den Taucher sind die Teildrücke der Gase in unserer Atemluft von Bedeutung, da sowohl der Stickstoff (N2) als auch der Sauerstoff (O2) bei höheren Partialdrücken, also in der Tiefe, ungewünschte Auswirkungen auf den menschlichen Körper haben. Stickstoff (N2) wirkt bei höherem Partialdruck - angenommen wird ein ppN2 größer als 3,2 bar - narkotisierend, Sauerstoff (O2) wirkt ab einem ppO2 von 1,6 bar gar giftig für das Zentralnervensystem. Kannst du berechnen, in welcher Tiefe diese erhöhten Partialdrücke für Stickstoff (ppN2) und Sauerstoff (ppO2) auftreten, wenn du mit normaler Atemluft in deiner Tauchflasche tauchst?

Die Kenntnis der Teildrücke der einzelnen Gase in unserer Atemluft, insbesondere auch dann, wenn wir andere Gasgemische als normale Luft in die Tauchflasche füllen, ist also wichtig für die Tauchgangsplanung.

2.2.3 Gesetz von Henry

Wie du sicherlich weißt, besteht der menschliche Körper zum größten Teil, nämlich zu 70%, aus Wasser. Das Gesetz von Henry beschreibt nun die Löslichkeit von Gasen in Flüssigkeiten in Abhängigkeit vom Druck des Gases außerhalb der Flüssigkeit. Die Gasmenge in einer Flüssigkeit verändert sich im gleichen Umfang wie sich der Partialdruck des Gases außerhalb der Flüssigkeit verändert. Mit steigendem Druck steigt die Gasmenge, die sich in der Flüssigkeit löst, mit fallendem Druck muss sich das Gas aus der Flüssigkeit wieder lösen.

Ein Bild, das ClipArt enthält.

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Henrys Gesetz für die Physiker unter euch:

Die Konzentration eines Gases in einer Flüssigkeit ist direkt proportional dem Partialdruck des Gases über der Flüssigkeit.

Der Taucher ist einem erhöhten Umgebungsdruck ausgesetzt. Dadurch erhöhen sich die Partialdrücke der in unserer Einatemluft befindlichen Gase, es entsteht ein Konzentrationsunterschied zwischen den Gasen in der Lunge und denen im Blut.

In der Folge treten die Gase der Einatemluft verstärkt in das Blut über, es kommt zu einer Aufsättigung des Blutes und letztlich auch des Körpergewebes mit den Gasen.

Fatal ist hier insbesondere der Stickstoff (N2), der im Blut und im Körpergewebe physikalisch gelöst wird. Die Verminderung des Umgebungsdrucks beim Auftauchen führt letztlich auch dazu, dass zuvor gelöster Stickstoff aus dem Körpergewebe wieder freigegeben wird, über die Blutbahnen zu den Lungen transportiert wird und letztlich wieder abgeatmet werden muss. Ein zu schneller Abfall des Umgebungsdrucks (durch zu schnelles Auftauchen) führt letztlich dazu, dass sich im Blut Stickstoffblasen bilden, eine Dekompressionskrankheit ist die Folge.

Als Beispiel für das, was passiert, wenn der Umgebungsdruck zu schnell abfällt, schauen wir uns einmal das Öffnen einer Mineralwasserflasche an. Die geschlossene Flasche steht unter Druck, wir wissen, dass in dem Wasser Kohlensäure (H2CO3) gelöst ist. Zu sehen ist die Kohlensäure in der geschlossenen Wasserflasche nicht. Wenn du die Flasche nun öffnest, verminderst du den Druck in der Flasche sehr schnell, die Kohlensäure (H2CO3) löst sich wieder aus dem Wasser in großen und kleinen sichtbaren Blasen.

Vergleichbares passiert bei zu schnellem Auftauchen in deinem Körper. Durch zu schnelles Auftauchen löst sich der vorher eingelagerte Stickstoff (N2) aus dem Körpergewebe und bildet im Blut kleine und größere Blasen.

2.2.4 Gesetz von Gay-Lussac

Das Gesetz von Gay-Lussac (richtig ist es, das Gesetz als das erste Gesetz von Gay-Lussac zu bezeichnen) besagt, dass sich das Volumen eines Gases in einem starren, geschlossenen Behälter in gleichem Maße verändert, wie sich die Temperatur verändert. Steigt die Temperatur des Gases, nimmt auch das Volumen zu, sinkt die Temperatur des Gases, nimmt auch das Volumen ab.

Auch hier für die Physiker unter euch:

Ein Bild, das ClipArt enthält.

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                                                       das Volumen eines idealen Gases verändert sich bei gleichbleibender Stoffmenge und konstantem Druck direkt proportional zu seiner Temperatur.

Und in einer Formel ausgedrückt:

V1 /V2= T1/T2 🢧 V~ T 🢧 V/T = konstant

Bedeutung hat dieses Gesetz im Zusammenhang mit der Möglichkeit der sich verändernden Temperatur der Füllung in der Pressluftflasche. Beim Füllen der Flasche oder bei der Lagerung in einem warmen Kofferraum wird das Atemgas in der Pressluftflasche warm und dehnt sich aus. Umgekehrt verringert sich das Volumen des Atemgases bei der Abkühlung, beispielsweise beim Eintauchen in kaltes Wasser. Zu sehen sind diese Volumenveränderungen an deinem Druckmanometer, dem Finimeter. Im Extremfall - beispielsweise bei der Lagerung einer vollgefüllten Druckluft- bzw. Pressluftflasche in der prallen Sonne - kann es sogar so weit kommen, dass sich das Atemgas so weit ausdehnt, dass Dichtungen an der Flasche zerstört werden und das Atemgas entweichen kann.

Die Gasgesetzte sind hier zwar einzeln beschrieben, meist bilden jedoch zwei oder mehrere Gesetze zusammen die Grundlage für die Beurteilung der physikalischen Grundlagen bestimmter Situationen beim Tauchen. Dies hängt damit zusammen, dass die Gesetze korrekt nur für ideale Gase gelten. Für ein Gasgemisch wie unsere Atemluft gelten die Gesetze nur mit einer gewissen, für unsere Belange jedoch vernachlässigbaren Genauigkeit. Zum Zweiten hat eine Veränderung in der Regel Auswirkungen auf mehrere andere Aspekte.

Die Temperaturveränderung eines Gasgemisches hat nicht nur eine Volumenänderung zur Folge (Gesetz von Gay-Lussac), sondern bewirkt auch eine Druckveränderung. Die Flaschenfüllung mit veränderten Gasgemischen ändert nicht nur die Partialdrücke des Gemisches (Gesetz von Dalton), sondern hat auch Auswirkungen auf die Löslichkeit der Gase (Gesetz von Henry).

Für unsere Belange sind die Beschreibungen und die ableitbaren Konsequenzen jedoch hinreichend genau.

2.2.5 Archimedisches Prinzip

Der griechische Mathematiker Archimedes lebte im 3. Jahrhundert vor Christus. Eine seiner wichtigsten Entdeckungen, der Auftrieb, machte er, als er von König Hieron II. den Auftrag erhielt, eine neu gefertigte Krone zu überprüfen. Hieron II. hatte bei einem Goldschmied die Fertigung einer Krone aus Gold in Auftrag geben, zweifelte nach der Lieferung jedoch daran, dass die Krone wirklich aus purem Gold war. Also beauftragte er Archimedes, die Krone auf ihre Echtheit zu überprüfen, jedoch ohne die Krone zu zerstören.

Nachdem Archimedes bewusst wurde, dass ein Körper, der in Wasser eingetaucht wird, Wasser verdrängt, formulierte er das Prinzip des Auftriebs.

Das archimedische Prinzip besagt, dass der Auftrieb, den ein Körper in einem Medium erfährt, dem Gewicht des verdrängten Mediums entspricht (Medium deshalb, weil das archimedische Prinzip nicht nur in Flüssigkeiten wie dem Wasser sondern auch in Gasen gilt). Auf den Körper wirken also zwei entgegengesetzte Kräfte ein. Die Gewichtskraft des Körpers wirkt in Richtung Erdmitte, der Auftrieb wirkt dem genau entgegen. Da sich entgegengesetzte Kräfte ungestört überlagern und aufheben können gibt es drei verschiedene Zustände für einen in ein Medium eingetauchten Körper:

Das Gewicht des Körpers ist größer als das Gewicht des verdrängten Mediums, die Gewichtskraft des Körpers in Richtung Erdmitte ist größer als der Auftrieb. Der Körper sinkt in dem Medium.

Ein Bild, das Tasse, drinnen enthält.

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Das Gewicht des Körpers und das Gewicht des verdrängten Mediums sind gleich, die Gewichtskraft des Körpers in Richtung Erdmitte und der Auftrieb heben sich gegeneinander auf. Der Körper schwebt gewichtslos in dem Medium.

Das Gewicht des Körpers ist kleiner als das Gewicht des verdrängten Mediums, die Gewichtskraft des Körpers in Richtung Erdmitte ist kleiner als der Auftrieb. Der Körper steigt auf und schwimmt in dem Medium.

Das archimedische Prinzip ist also die Grundlage für den Zustand, den du als Taucher unter Wasser erreichen willst, das gewichtslose Schweben. Durch das Einfüllen von Luft in das Jacket (BCD) vergrößerst du dein Volumen so weit, dass das Gewicht des von dir verdrängten Wassers genau deinem Gewicht entspricht, deine Gewichtskraft und der Auftrieb also gleich groß sind.

Dem Goldschmied konnte Archimedes übrigens nachweisen, dass er bei der Herstellung der Krone betrogen hatte und billigere Metalle als Gold verwendet hatte. Hieron II. ließ den Goldschmied daraufhin hinrichten.

2.3 Das Element Wasser

Wasser ist ein Grundbaustein allen Lebens auf der Erde. Ohne Wasser kann kein Lebewesen auf der Erde bestehen.

Über 70% der Erdoberfläche ist mit Wasser bedeckt.

Wasser ist nicht nur ein lebensnotwendiges Element, es ist auch ein Element mit unschätzbarem Wert für die Lebens- und Freizeitgestaltung. Wir lernen schwimmen und tauchen, wir fahren zum Meer oder an einen See, um uns zu erholen und wir verbringen unsere Freizeit am und im Wasser. Wir kennen Wasser in seiner flüssigen Form, in seiner festen Form als Eis und in seiner gasförmigen Form als Wasserdampf. Mehr als 95 % des auf der Erde vorkommenden Wassers ist Salzwasser und verteilt sich auf die großen Weltmeere.

2.3.1 Eigenschaften des Wassers

Die Eigenschaften des Wassers sind sehr stark von der Temperatur und vom Druck abhängig. Unter normalen Bedingungen siedet Wasser bei 100 °C (wird zu Wasserdampf) und erstarrt bei 0 °C (wird zu Eis).

Wasser hat im Vergleich zu anderen Flüssigkeiten und vor allem auch im Vergleich zur Luft eine sehr hohe Wärmeleitfähigkeit. Wasser kann durch Konvektion, den Wärmeaustausch durch Berührung, sehr schnell Wärmeenergie aufnehmen (wenn der im Wasser befindliche Körper wärmer ist als das umgebende Wasser) oder abgeben (wenn der im Wasser befindliche Körper kälter ist als umgebende Wasser).

Wasser ist in seinem reinen Zustand geschmacks- und geruchlos.

Bedingt durch die größere Dichte des Wassers im Vergleich zur Luft wird das Licht an der Wasseroberfläche gebrochen mit der Folge, dass du Objekte im Wasser von der Oberfläche aus an einem anderen Ort siehst (optische Täuschung). Gleichzeitig werden die Farben des Lichts im Wasser absorbiert, die Farben werden nach und nach vollständig aufgenommen.

Reines Wasser besitzt einen hohen elektrischen Widerstand, ist kaum leitend. Im Wasser gelöste Salze und Säuren erhöhen die elektrische Leitfähigkeit jedoch um ein Vielfaches.

Die Schallgeschwindigkeit im Wasser beträgt im Durchschnitt ca. 1435 Meter pro Sekunde m/sec..

Der Schall ist damit im Wasser ungefähr 4 mal schneller als in der Luft (Schallgeschwindigkeit in der Luft: ca. 330 m/sec.).

Salzwasser, also das Wasser der Meere, hat eine höhere Dichte als Süßwasser und gibt damit mehr Auftrieb (darauf gehen wir im weiteren Verlauf noch ein). Das Salzwasser erzeugt auch einen um ca. 3% höheren Druck. Diesen höheren Druck berücksichtigen moderne Tauchcomputer mit der entsprechenden Einstellung bei der Berechnung der Tauchgangsdaten. Für die Tauchgangsberechnung mit Tabellen (auch hierauf gehen wir im weiteren Verlauf noch ein) kann dieser erhöhte Druck vernachlässigt werden.

2.3.2 Wahrnehmung im und unter Wasser

Die Eigenschaften des Wassers führen letztlich auch dazu, dass dich deine an die Luft angepasste Wahrnehmung „in die Irre führt“.

Besonders das Sehen und das Hören ist im Wasser anders als du es von deinem Aufenthalt an der Luft gewohnt bist.

2.3.3. Sehen

Das menschliche Auge ist für das scharfe Sehen unter Wasser nicht gebaut. Sicherlich hast du beim Tauchen ohne Tauchmaske schon bemerkt, dass du dann verschwommen siehst. Das liegt an der stärkeren Brechung des Lichts im Wasser. Mit dem Aufsetzen der Tauchmaske hast du einen luftgefüllten Raum vor deinen Augen, in dem das Licht so gebrochen wird, das im Auge wieder scharfe Bilder entstehen können.

Mit dem Aufsetzen der Tauchmaske können wir zwar wieder scharf sehen, dennoch führen die physikalischen Eigenschaften des Wassers zu einigen Besonderheiten des Sehens.

Ein Bild, das Container, Glas, Kunststoff enthält.

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Die erste Besonderheit ist, dass du alle Gegenstände um ein Drittel größer und um ein Viertel näher wahrnimmst als sie tatsächlich sind. 

33% größer & 25% näher

Du wirst es schnell merken, wenn du nach einem Gegenstand oder deinem Buddy greifen möchtest und dich plötzlich wunderst, dass deine Arme zu kurz sind. Ebenso solltest du den mit weit auseinander gerissenen Armen vorgenommenen Größendarstellungen der gesehenen Fische anderer Taucher mit Skepsis begegnen.

Die zweite Besonderheit des Sehens unter Wasser betrifft das Sehen von Farben. Wie du weißt, setzt sich unser Licht aus mehreren Farben zusammen, die erst im Zusammenspiel unser weißes Tageslicht ergeben. Diese Spektralfarben des Lichts - die Spektralfarben des Lichts sind übrigens bei einem Regenbogen sichtbar - haben unterschiedliche physikalische Eigenschaften, die dazu führen, dass die Farben des Lichts in unterschiedlichen Tiefen vom Wasser absorbiert, „verschluckt“ werden. Das rote Licht wird bereits in einer Tiefe von 6 - 7 m absorbiert, das grüne Licht bei ca. 30 m Wassertiefe. Darunter erscheint alles nur noch blau.

Um die Farben der Gegenstände und Lebewesen richtig zu sehen, solltest du immer eine Lampe dabei haben. Mit ihrer Hilfe kann man die absorbierten Farben wieder sichtbar machen.

Ein Bild, das Karte enthält.

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2.3.4 Hören

Da die Schallgeschwindigkeit unter Wasser mehr als viermal so hoch als in der Luft ist, werden Geräusche sehr weit transportiert. Auch sehr weit entfernte Geräuschquellen kann der Taucher also wahrnehmen.

An der Luft bist du aber auch dazu in der Lage, Geräuschquellen zu orten, also zu bestimmen, aus welcher Richtung und - mit einer gewissen Unsicherheit - aus welcher Entfernung ein Geräusch kommt. Diese Fähigkeit beruht darauf, dass Geräusche mit einem minimalen Zeitunterschied an den Ohren und ihren Sinnesnerven ankommen. Das Gehirn ist in der Lage, diese minimalen Zeitunterschiede zu verarbeiten und daraus Richtung und Stärke der Geräuschquelle zu berechnen.

Durch die deutlich höhere Schallgeschwindigkeit im Wasser kommen die Geräusche mit zu geringen Zeitunterschieden an den Ohren an und du bist nicht mehr in der Lage, Richtung und Entfernung einer Schallquelle zu orten.

Dies hat für dich zur Folge, dass du immer nachschauen musst, woher gehörte Geräusche kommen. Die Geräuschquelle kann weit weg und unbedenklich sein, sie kann aber auch ganz in der Nähe liegen und eine potentielle Gefährdung darstellen. Denk nur an einen laufenden Schiffsmotor.

2.3.5 Temperatur empfinden und Temperaturregulation

Wie du bereits weißt, hat Wasser eine sehr gute Wärmeleitfähigkeit. Das Wasser kann die Wärmeenergie von Körpern, ca. 22 mal schneller vom Körper ableiten als Luft.

Die Gewässer, in denen wir tauchen, haben in den seltensten Fällen eine dem menschlichen Körper vergleichbare Temperatur. Daraus folgt, dass du als Taucher Wärme an das umgebende Wasser abgibst. Um dich vor diesem Wärmeverlust zu schützen, trägst du beim Tauchen einen entsprechenden Anzug.

Bedeutend und für dich wichtig ist die Tatsache, dass du um deinen Körper vor Wärmeverlust zu schützen, dein Wärmeverlust im Wasser zu einem großen Teil, nämlich zu mehr als einem Viertel, über den Kopf erfolgt. Das Schützen des Kopfes mit einer entsprechenden Kopfhaube zur Verminderung des Wärmeverlustes ist also besonders wichtig.

Zusätzlich kommt noch, dass du Unterwasser komprimierte und kalte Luft einatmest, die durch deinen Körper erst erwärmt werden muss. Die erwärmte Luft gibst du bei jedem Ausatmen wieder an das Wasser ab. Somit hast du einen dauerhaften Wärmeaustausch. Hier kann dir nur die passende Tauchausrüstung helfen, dich vor der Kälte zu schützen.

Fazit: Solltest dir zu kalt sein oder frierst du zu sehr solltest du deinen Tauchgang abbrechen!

Kapitel 3 - Tauchausrüstung

3. Tauchausrüstung

3.1. ABC-Ausrüstung


3.2. Drucklufttauchgerät


3.3 Tauchanzüge & Gewichtssysteme


3.4 Instrumente


3.5 Zubehör


3.6 Pflege und Wartung deiner Tauchausrüstung


3. Tauchausrüstung

Tauchen ist eine technische Sportart. Nur mit Hilfe einer speziellen Ausrüstung können wir überhaupt einen zeitlich ausgedehnten Tauchgang machen und diesen auch kontrollieren. Zusätzlich zu der erforderlichen Technik sind Ausrüstungen wichtig, welche uns vor Auskühlung bewahren, unseren Tauchgang angenehm machen und welche wir in besonderen Situationen unter Wasser benötigen. Im Folgenden werden wir die einzelnen Ausrüstungsgegenstände mit ihren Besonderheiten beschreiben.

Eine eigene Ausrüstung ist auch für dich eine lohnende Anschaffung. Sie gibt dir ein sicheres Gefühl für Funktion und Sitz und macht das Tauchvergnügen zusätzlich einfacher. Ebenso hast du selbst die Kontrolle über die Wartung und die Qualität deiner Ausrüstung. Dein Tauchlehrer wird dir bei der Anschaffung einer eigener Ausrüstung beratend zur Seite stehen.

3.1 ABC- Ausrüstung

Die ABC-Ausrüstung bildet den Grundstock jeder Tauchausrüstung. Sie besteht aus einer Tauchmaske, einem Schnorchel, einem Paar Flossen und gegebenenfalls einem Paar Füßlingen. Eine eigene ABC-Ausrüstung ist schon aus hygienischen Gründen für jeden Taucher wichtig.

Ein Bild, das Strand, Boden, Sand, Küste enthält.

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Woher kommt der Name ABC?

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A B C

Kommst du selbst drauf?

Die Flosse:

Der erste Bestandteil unserer ABC- Ausrüstung sind unsere Flossen. Mit ihnen können wir uns problemlos und einfach Unterwasser bewegen. Bei den Flossen wird allgemein zwischen Fußteilflossen und Geräteflossen unterschieden.

Ein Bild, das rot, Schuhe enthält.

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Die Fußteilflosse wird auch Schwimmbadflosse genannt. Das besondere an dieser Flosse ist, dass Sie bereits einen integrierten Fußteil, wie eine Art Schuh, hat. Sie sollte sitzen wie ein eng anliegender Schuh, sodass du nicht aus ihnen raus rutschst. Sie sollte jedoch auch nicht drücken oder zu eng oder unangenehm sein. Sie ist ausschließlich zum tauchen im Schwimmbad oder in sehr warmen Gewässern geeignet. Diese Flossenart gibt es mit unterschiedlichen Blattgrößen. Manche von ihnen sind für das Gerätetauchen geeignet, manche wiederum nur zum Schnorcheln. Lass dich am besten hier in deinem Center beraten, welche du brauchst.

Ein Bild, das schwarz, gelb, Werkzeug, schließen enthält.

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Bei der Geräteflosse oder Fersenbandflosse ist es notwendig einen Füßling oder Socken zu tragen um sie zu benutzen. Geräteflossen kannst du überall tragen. Sie haben den Vorteil, dass der Fuß durch die Neoprenfüßlinge vor Kälte und Verletzungen geschützt wird. So ist es für dich deutlich angenehmer mit Füßlingen eine Bootsleiter hoch zu klettern oder auch über Kies zu laufen.

Das Fersenband der Geräteflosse gibt es in unterschiedlichen Ausführungen. Die sogenannten Sling-Strags sind aus Harpunengummi gefertigten Riemen die einfach über die Ferse gezogen werden. Diese gibt es aber auch in Edelstahl (Spring-Straps) sie erhöhen den Komfort beim Flossenanziehen.

Beim Kauf einer Flosse spielt aber nicht nur der Einsatzort eine Rolle sondern auch die Länge und die Härte des Flossenblattes. Die Blattgröße ist proportional zur Größe des Fußteils. Das kann natürlich bei den einzelnen Herstellern und den einzelnen Modellen minimal abweichen. Je länger und härter das Blatt, desto größer ist die Muskelkraft die du aufwenden musst um sie zu treten, desto höher ist jedoch auch die Antriebskraft. Bei kürzeren und flexibleren Blättern musst du zwar weniger Muskelkraft aufwenden, hast dann aber auch eine geringere Antriebskraft. Viele Hersteller arbeiten deshalb bei Flossen mit zwei verschiedenen Materialien im Blatt. Diese machen sie biegsamer und dadurch leichter zu bewegen. Gleichzeitig besitzen sie jedoch auch eine hohe Antriebskraft, was im Falle von Gegenströmung oder ähnlichen Ereignissen nützlich ist.

Deshalb raten wir zur Anschaffung von Geräteflossen, da sie ein echter Allrounder sind und dir daher die Möglichkeit geben sie überall zu verwenden.

Dein NSC Tauchlehrer hilft dir gerne das passende Modell für dich zu finden.

Unsere Tauchmaske:

Ein Bild, das Brille, Schutzbrille, schwarz, Becher enthält.

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Tauchmasken gibt es in vielen verschiedenen Formen und Farben.

Es gibt Einglas- und Zweiglasmasken, Masken mit und ohne Rahmen und Masken mit klaren und getönten Gläsern. Dennoch gibt es Eigenschaften, die alle Tauchmasken gleich erfüllen.

Tauchmasken sollten grundsätzlich mit Sicherheitsglas ausgestattet sein. Das Sicherheitsglas erkennst du daran, dass auf das Glas entweder der Buchstabe „T“ oder das Wort „Tempered“ gedruckt ist. Temperiertes Glas minimiert die Gefahr bei Glasbruch die Augen zu verletzen. Der Körper der Maske ist aus Silikon und kann unterschiedliche Farben haben, ist allerdings meistens schwarz, weiß oder durchsichtig. Alle Masken müssen einen integrierte​n ​Nasenerker für den Druckausgleich ​haben, welcher ​auch mit Handschuhen gut greifbar ​sein sollte. Am Silikonrand sollte ebenso noch ein weiterer Dichtrand vorhanden sein. Noch ein Bestandteil einer Maske ist das geteilte Kopfband. Zumeist ist dieses auch aus Silikon und dient dem Halt an Land und Unterwasser. Die wichtigste Eigenschaft deiner Maske ist der gute Sitz. Den guten Sitz kannst du überprüfen, indem du die Maske aufsetzt ohne das Kopfband über den Kopf zu ziehen. Wenn du nun leicht durch die Nase einatmest und die Luft anhältst, muss die Maske auf dem Gesicht haften, ohne dass du sie festhältst. Dann ist sie auch unter Wasser dicht. Hier ist auch wichtig zu wissen, dass das Maskeninnenvolumen möglichst klein sein soll, also dass der Abstand zwischen Auge und Maskenglas gering sehr sein muss. Dies hilft dir dabei deine Maske besser auszublasen. Eine neue Maske muss außerdem von aus der Herstellung übriggebliebenen Rückständen gereinigt werden. Auch hierbei wird dir dein Tauchlehrer helfen.

Solltest du Brillenträger sein, kannst du in deine eigene Maske optische Gläser einbauen.

Dies sollte ein Fachmann übernehmen, den du zum Beispiel in deinem lokalen Einkaufscenter finden kannst. Das Tragen von Kontaktlinsen wäre ebenfalls eine Möglichkeit, hierbei sollte allerdings darauf geachtet werden, dass diese weich sind, da harte Linsen zum Tauchen nicht geeignet sind.

Nun zum Schnorchel:

Der Schnorchel erlaubt es dir, beim Schwimmen an der Wasseroberfläche den Kopf im Wasser zu lassen und dennoch zu atmen. Auch für den Schnorchel gibt es wichtige Eigenschaften, die erfüllt sein müssen.

Aus Sicherheitsgründen darf der Schnorchel für Erwachsene nicht länger sein als 35cm und der Durchmesser darf nur höchstens 2,5cm bemessen. Für Kinder gibt es sogar kleinere Schnorchel. Sie sind kürzer (max. 30 cm) und schlanker ( max. 1,8 cm). Mit diesen Abmessungen sollen die Auswirkungen von sogenannter Totraum- oder Pendelatmung vermindert werden. Dies bezeichnet den Moment wenn ausgeatmete, also verbrauchte Luft, in Schnorchel und Atemwegen bleibt. Sie wird nicht durch Freiluft ersetzt, sondern wieder eingeatmet. Die verbrauchte Luft „pendelt“ also beim Ein- und Ausatmen zwischen dem Ausgang der Lungen und dem Mund/der Nase bzw. der Schnorchelöffnung hin und her, ihr Sauerstoffanteil nimmt dabei ständig ab.

Das Mundstück am Ende des Schnorchels sollte weich und aus Silikon sein. Das ist für einen guten Sitz sehr wichtig. Ebenso kann es von Vorteil sein, wenn der Schnorchel über einen beweglichen Faltenschlauch verfügt. Das erhöht den Tragekomfort. Um deinen Schnorchel sicher zu befestigen, solltest du darauf achten, dass es eine Befestigungsmöglichkeit gibt. Weitere Komfortmerkmale wären ein Ausblasventil am unteren Ende des Schnorchels, um Wasser schneller aus dem Schnorchel rauszutransportieren.

3.2 Drucklufttauchgerät (DTG)

Wir verstehen unter einem Drucklufttauchgerät die zusammengebaute Kombination aus einer Pressluftflasche, einem Atemregler und einem Tarierjacket. International reden wir vom Scuba-Unit (Self-Contained-Unterwater-Breathing-Apparatus).

Tauchflaschen

Tauchflaschen sind Behälter in denen sehr große Mengen Luft in sehr kleinem Raum Mitgeführt werden können. Sie werden daher als Pressluftflaschen oder auch nur als Flaschen bezeichnet. Da auf den Flaschen ein hoher Druck herrscht, muss mit ihnen vorsichtig und ordnungsgemäß umgegangen werden. Die dabei zu beachtenden Richtlinien können von Land zu Land unterschiedlich sein.

Sichere eine Tauchflasche immer, wenn du sie nicht festhalten kannst, lege sie immer flach auf den Boden um Beschädigungen zu verhindern und damit Gefahren für dich und andere auszuschließen,

Im allgemeinen Gebrauch sind Pressluftflaschen aus Stahl oder aus Aluminium. Die gebräuchlichsten Flaschen haben ein Füllvolumen von 10 oder 12 Litern. Der Vorteil von Aluminium Flaschen liegt in ihrer Korrosionsbeständigkeit. Obwohl das Innenvolumen von Stahl- und Aluminiumflasche jedoch gleich ist, hat letztere ein größeres Außenvolumen. Sie besitzt außerdem einen größeren Auftrieb, ist aufgrund ihres empfindlichen Materials allerdings auch leichter zu beschädigen. Der Fülldruck bei den meisten Flaschen beträgt 200 bar, manche Flaschen können aber auch mit 232 oder mit 300 bar gefüllt werden. Aufgrund der Materialeigenschaft von Aluminium kann man diese mit nicht so hohen Drücken befüllen wie Stahlflaschen.

Im internationalen Gebrauch werden diese Füllmengen auch in psi (pound-force per square inch) angegeben. Hierbei entspricht 1 Bar ungefähr 14,5 psi.

Neben der Bezeichnung Liter werden Flaschengrößen auch in cuft (Kubikfuß) angegeben. Hier ist der Umrechnungsfaktor 28,3l= 1cuft.

Eine Pressluftflasche kann mit einem einzelnen oder einem doppelten Ventil ausgestattet sein. In kälterem Wasser, alles unter 10 °C aus, sollten nur Flaschen mit zwei getrennt absperrbaren Ventilen benutzt werden.

Eine weitere Unterscheidung bei den Pressluftflaschen betrifft das Ventil selbst. Sehr verbreitet in Europa, in Deutschland sogar ausschließlich genutzt, ist der DIN-Anschluss, bei dem der Atemregler in das Ventil eingeschraubt wird. Im Gegensatz dazu findet gerade im amerikanischen und im asiatischen Raum der Yoke- oder INT-Anschluss häufige Verwendung. Bei diesem Anschluss wird der Atemregler auf das Ventil geklemmt. Wenn du zum Tauchen ins Ausland fährst, solltest du dich erkundigen welche Anschlüsse die dort verwendeten Flaschen haben und gegebenenfalls einen Adapter mitnehmen.

Für den Transport von Tauchflaschen sind örtliche Gesetzte einzuhalten. Solltest du die Flasche lagern, so solltest du diese gegen das Umfallen sichern und sicherstellen, dass die Flasche immer unter Druck steht, damit kein Wasser eindringen kann und Korrosion verhindert werden kann.

Pressluftflaschen müssen gemäß örtlichen Gesetzen technisch überprüft werden (in Deutschland zum Beispiel alle 30 Monate). Ähnlich wie bei der für das Auto in regelmäßigen Abständen fälligen Hauptuntersuchung ist auch auf der Pressluftflasche der nächste Überprüfungstermin auf dem Flaschenhals festgehalten.

Die Tauchflasche wird mit trockener und gefilterter Luft bis auf 200 bar, bei manchen Modellen auch bis 232 oder 300 bar, gefüllt und nicht mit Sauerstoff, wie fälschlicherweise oft angenommen wird.

Es ist zwar möglich Luft mit einem höheren Sauerstoffanteil als Atemgas zum Tauchen zu benutzen, zuvor musst du allerdings den Spezialkurs “Nitrox” absolvieren um alle Sicherheitsaspekte zu

kennen und das Gas richtig nutzen zu können. Vorteile von dieser Gasmischung sind beispielsweise, dass man länger Unterwasser bleiben kann.

Frag doch deinen Tauchlehrer im Anschluss an deinen Kurs, wann die nächste Nitrox-Ausbildung beginnt. Gerade in deinem Tauchurlaub möchtest du vielleicht gerne öfter und ein wenig länger tauchen.

Autorisierte Tauchbasen weltweit werden dir deine Flasche füllen. Die Luft in deiner Flasche muss dabei geruchsneutral sein. Hat deine Luft einen Geschmack, ist sie unrein und sollte auf keinen Fall benutzt werden!

Zur Sicherheit und zum Schutz gegen Verschmutzung wird die Flasche mit der Ventilöffnung nach unten abgelegt.

Hier Seite mit Flaschenkennzeichnungen!

Ein Bild, das Text, CD enthält.

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Erläuterung:

  • 1. Gasart
  • 2. Zulässige min./max. Temperatur
  • 3. Eigentümerkennzeichen
  • 4. Kennzeichnung des Flaschengewindes
  • 5. Herkunftsland
  • 6. Herstellerkennzeichen
  • 7. Herstellungs-Seriennummern
  • 8. Stempel für Ultraschallprüfung
  • 9. Max. zulässiger Druck, Prüfdruck
  • 10. Leergewicht
  • 11. Volumen
  • 12. CE-Kennzeichnung
  • 13. Kennnummer der benannten Stelle
  • 14.Inspektionsstempel
  • 15. Datum der Erstprüfung

Amerikanische Markierung

  • 1. Kontrollbehörde
  • 2. Typ
  • 3. Arbeitsdruck (Bar)
  • 4. Hersteller
  • 5. Prüfdatum
  • 6. Seriennummer

Aluminiumflasche (3AL= Aluminium)

  • 1. Kontrollbehörde
  • 2. Typ
  • 3. Arbeitsdruck
  • 4. Seriendruck
  • 5. Hersteller
  • 6. Prüfdruck
  • 7. Größe

Atemregler

Die heute gängigen Atemregler sind aus zwei getrennten, mit einem Schlauch verbundenen Stufen aufgebaut.

Die 1. Stufe, welche an der Pressluftflasche befestigt wird, ist eigentlich nichts anderes als ein Druckminderer, der die Aufgabe hat den sehr hohen Flaschendruck auf einen Mitteldruck zu

reduzieren (9-11 Bar über Umgebungsdruck). Die 2. Stufe reduziert den Mitteldruck auf den Umgebungsdruck in jeder Tiefe. Diese Kombination aus zwei Druckreduzierungen hat sich als alltagstauglich und extrem zuverlässig erwiesen. An der 2. Stufe befindet sich ein Mundstück, um diesen im Mund sicher halten und atmen zu können.

In der Grundausstattung des Atemreglers ist an der 1. Stufe neben der primären 2. Stufe noch die sekundäre 2. Stufe zur Reserve, oft Oktopus genannt, angeschlossen. Diese sekundäre 2. Stufe sollte die gleiche Qualität wie die primäre 2. Stufe haben. Diese Reserve kommt zum Einsatz, wenn während eines Tauchgangs entweder bei dir oder bei deinem Tauchpartner Probleme mit der Luftversorgung auftreten. Diese Reserveluftversorgung kann auch noch über eine zweite 1. Stufe zur Verfügung gestellt werden oder über eine völlig unabhängige Luftversorgung bereit gestellt werden. Die sekundäre 2. Stufe sollte in Signalfarbe und leicht sichtbar am Oberkörper getragen werden.

In der Praxis werden auch andere gute Konfigurationen getaucht, schaue zum Beginn des Tauchganges wie dein Tauchpartner ausgerüstet ist.

Moderne Atemregler sind nach dem „fail-safe“-Prinzip (engl.: fail = ausfallen, safe = sicher) aufgebaut. Sollte dein Atemregler einmal eine Störung oder einen Defekt unter Wasser haben, führt dieser Aufbau dazu, dass dir ein permanenter aber atembarer Luftstrom geliefert wird.

Für alle heute gängigen Atemregler sind Varianten mit einem DIN- oder einem INT-Anschluss verfügbar. Achte darauf, wenn du in den Urlaub fährst, welches System verwendet wird und nimm einen entsprechenden Adapter mit.

Achte, beim Kauf eines Atemreglers darauf, dass der Atemregler den Standard nach der Norm EN 250 erfüllt. Der Atemregler ist dann entsprechend gekennzeichnet. Nach der vorläufig letzten Ergänzung der Norm EN 250 aus dem Jahr 2014 ist sogar vorgeschrieben, dass eine kaltwassertaugliche 1. Stufe mit „>10°C“ gekennzeichnet sein muss. Gleichzeitig wird festgelegt, dass Tauchgänge in unter 10 °C kaltem Wasser oder in einer Tauchtiefe unter 30 m mit einem redundanten System (alternative Luftversorgung über eine zweite 1. Stufe) durchgeführt werden sollen.

Für flachere Tauchgänge und Tauchgänge in wärmerem Wasser kann weiterhin das System mit nur einer ersten Stufe verwendet werden. Bei der Auswahl deines Atemreglers, sollte die Leichtigkeit des Atmens, die Zuverlässigkeit und die Langlebigkeit des Systems vorrangig sein. Konstruktive Unterschiede, wie Membran oder Kolbenatemregler, wie balancierte und unbalancierte Stufen, können bei deinem Taucherlebnis einen signifikanten Unterschied machen. Lasse dich hier von deinem NSC Tauchleher oder im Center beraten.

Tarierjacket

Der Begriff „Jacket“ wird fast nur in Deutschland gebraucht. Außerhalb Deutschlands wird in der Regel die Abkürzung „BCD“ (engl.: Buoyancy Control Device = Auftriebs-Kontroll-Gerät) verwendet.

Ein Jacket besteht aus einem Auftriebskörper, dem wesentlichen Element des Jackets, einer Begurtung zur Befestigung des Jackets an deinem Körper und einer Vorrichtung zur Befestigung und zum Tragen der Pressluftflasche. Einige Jackets verfügen darüber hinaus über eine Rückenschale.

Mit dem BCD kontrollierst du ob du im Wasser schwebst, sinkst oder an der Wasseroberfläche schwimmen kannst. Die dafür benötigte Luft steuerst du über den Inflator. Dieser ist in der Regel an einem Schlauch, der über die rechte Schulter kommt, oder auch über eine in das Jacket montierte Steuereinrichtung zu betätigen.

Je nach Anordnung und Bauweise des Auftriebskörpers werden vier verschiedene Arten von Jackets unterschieden.

Beim ADV-Jacket (engl.: Adjustable Divers Vest = verstellbare Taucherweste) befindet sich der Auftriebskörper unter den Armen und um die Hüften des Tauchers. Das ADV-Jacket ist einfach zu handhaben und das ideale Allroundjacket.

Beim WING-Jacket (engl.: wing = Flügel) befindet sich der Auftriebskörper ausschließlich auf dem Rücken des Tauchers. Das Wing-Jacket bietet deutlich mehr Bewegungsfreiheit der Arme und erleichtert eine stromlinienförmige Schwimmlage unter Wasser. Nachteilig wirkt sich beim Wing-Jacket aus, dass es an der Wasseroberfläche bauartbedingt immer eine horizontale Schwimmlage einnehmen will.

Ein Bild, das Rucksack, Tasche enthält.

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Das HYBRID-Jacket ist eine Kreuzung aus ADV und Wing und will die Vorteile beider Jackettypen vereinigen. Dabei ergibt sich jedoch als Nachteil, dass das Hybrid-Jacket häufig sehr schwer ist.

Im Gegensatz zu den drei beschriebenen Typen erhebt das STABILIZER-Jacket den Anspruch ohnmachtssicher zu sein. Es hat den Auftriebskörper im Wesentlichen um die Schultern herum. Auf dem Markt sind Stabilizer-Jackets wegen ihrer komplizierten Handhabung jedoch fast nicht mehr zu finden.

Alle Jackettypen gibt es auch als „bleiintegrierte“ Varianten. Mit integrierten Bleitaschen machen sie einen Bleigurt überflüssig.
Ein wichtiges Qualitätsmerkmal ist das verwendete Material. Hohe Materialqualität geht in der Regel mit einem hohen Gewicht einher. Die Größe des Auftriebskörpers ist entscheidend für den Einsatzzweck und deine Körperkonstitution. Lass dich in deinem Tauchcenter beraten.

Unabhängig von der Bauart haben alle Jackets gemeinsam, dass sie:

  • ein Inflatorsystem zum Befüllen mit Luft bzw. zum Ablassen von Luft haben, auch mit dem Mund zu befüllen,
  • ein Überdruckventil besitzen,
  • mindestens ein Schnellablassventil haben.

Je nach Hersteller und Ausstattung können Jackets darüber hinaus über eine Fangschlaufe zur Sicherung der Pressluftflasche und über eine Signalpfeife verfügen.

3.3 Tauchanzüge & Gewichtssysteme

Tauchanzüge

Dein Tauchanzug dient im wesentlichen der Wärmeisolation. Darüber hinaus hilft der Tauchanzug dir aber auch dabei, Verletzungen zu vermeiden.

Die gängigsten Tauchanzüge sind aus Neopren, einem künstlich hergestellten, gummiähnlichen Material. Die Wärmeisolation, die der Neoprenanzug bietet, beruht vor allem darauf, dass das Neopren in der Herstellung aufgeschäumt wird und dabei Gasblasen eingeschlossen werden. Viele Gase bieten eine hervorragende Wärmeisolation.

Neoprenanzüge gibt es in vielen Stärken, gändig sind 3 bis 7 mm. Grundsätzlich gilt, je dicker das Neopren umso größer die Wärmeisolation, desto größer jedoch auch die Einschränkung der Bewegungsfreiheit. Gängig sind mittlerweile Anzüge, die in unterschiedlichen Stärken an verschiedenen Körperpartien gefertigt sind und damit versuchen, optimale Wärmeisolierung, optimale Passform und optimale Bewegungsfreiheit miteinander zu verbinden.

Anzüge gibt es als Nass- und als Halbtrockenvariante. Die Nassanzüge verhindern nicht das Eindringen von Wasser, sie vermindern aber den Durchfluss des Wassers durch den Anzug. Hier sind die Anzüge in der halbtrockenen Ausführung besonders zu empfehlen, da sie durch Manschetten an Armen und Beinen die Zirkulation des Wasser stark reduzieren, wenn nicht sogar unterbinden. Anzüge mit halben Armen und Beinen nennen sich Shorty, diese gibt es nur in der Nassvariante. Eine besonders gute Passform ist bei Nasstauchanzügen unabdingbar.

Semitrockene Anzüge haben zusätzlich eine Manschette am Hals und einen wasserfesten Reißverschluss und lassen dadurch besonders wenig Wasser an den Körper.

Das wichtigste Kriterium für die Auswahl des richtigen Tauchanzuges ist neben der notwendigen Wärmeisolierung die Passform. Ein Tauchanzug muss nicht nur wie eine zweite Haut sitzen, du musst dich auch unbedingt darin wohlfühlen.

Eine Sonderstellung unter den Tauchanzügen haben die Trockentauchanzüge. Diese Anzüge gibt es aus Neopren, aus Gummi und aus Trilaminat. Das Tragen eines Trockentauchanzugs ist vor allem beim Tauchen in kaltem Wasser unumgänglich. Da das Tauchen in einem Trockentauchanzug jedoch noch einmal andere Anforderungen an dich stellt, solltest du auf jeden Fall vorher den Spezialkurs „drysuit diver“ (Tauchen im Trockenanzug) bei deinem Tauchlehrer absolvieren und dich in deinem Center über die richtige Passform und die Art beraten lassen. Denn hier ist der Sitz des Anzuges umso wichtiger.

Für die Auswahl des Tauchanzuges gibt es Empfehlungen in Abhängigkeit von der Temperatur des Wassers, in dem getaucht wird.

Diese Empfehlungen sehen vor:

  • Wassertemperatur 28 °C und wärmer - 3 mm Neoprenanzug oder Shorty,
  • Wassertemperatur 20 – 27 °C - 5 mm Neoprenanzug, unter 25 °C Wassertemperatur Kopfhaube zusätzlich,
  • Wassertemperatur 12 – 19 °C – 7 mm Neoprenanzug,
  • Wassertemperatur unter 12 °C - Trockentauchanzug.

Diese Empfehlungen sind natürlich nicht allgemein gültig.

Kälteunempfindliche Zeitgenossen und „Frostbeulen“ entwickeln ihre eigenen Bedürfnisse. Ebenso solltest du darauf achten, dass sich das Kälteempfinden nach mehreren Tauchtagen hintereinander verändert und dir tendenziell schneller kühler wird. Ein Bild, das Text, Taucheranzug enthält.

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Ergänzend zum Tauchanzug werden meist Handschuhe, Kopfhaube und Füßlinge benötigt. Ein Bild, das Handschuhe enthält.

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Bleigurt/Bleitaschen

Zur Überwindung des Auftriebs den wir durch den Tauchanzug haben, müssen wir zusätzliches Gewicht mitnehmen, um überhaupt tauchen zu können. Hierfür hat sich die Mitnahme von Blei bewährt (auf die Bestimmung der korrekten Bleimenge gehen wir später noch ein).

Wie bereits im Kapitelabschnitt Jacket beschrieben, gibt es bleiintegrierte „Jackets“. Hier kann das Blei bequem in den dafür vorgesehenen Bleitaschen untergebracht werden. Alternativ kann das Blei auf einem Bleigurt aufgefädelt oder in einem Gürtel mit Taschen untergebracht werden. Für das Auffädeln auf einen Bleigurt kommt nur Hartblei, vorgeformte Bleistücke mit unterschiedlichem Gewicht zwischen 500 [g] und 3 [kg], in Frage. In die Bleitaschen eines Bleigürtels bzw. eines bleiintegrierten Jackets kann auch Softblei, mit Bleigranulat gefüllte Beutel unterschiedlichen Gewichts, gegeben werden.

Achte darauf, dass die Bleistücke gleichmäßig verteilt sind und dich nichts am Rücken drückt. Der Bleigurt sollte frei zugänglich sein und die Schnellabwurfschnalle muss leicht mit der rechten Hand zu öffnen sein.

Da wir die Umwelt natürlich unterstützen möchten solltest du beim Kauf von Blei darauf achten, dass es ummanteltes Blei ist. Hier wird vom Blei kein Abrieb ins Wasser abgegeben.

3.4 Instrumente

Tauchen ohne Instrumente, die über wichtige Parameter eines Tauchgangs ständig informieren, ist fahrlässig. Daher möchten wir hier die wichtigsten Instrumente kurz beschreiben. Zu deinen Instrumenten gehören unter anderem dein Finimeter, Kompass und Tauchcomputer (oder Tiefenmesser mit Taucheruhr).

Tauchcomputer

Ein Tauchcomputer ist ein speziell entwickeltes, elektronisches Gerät, das über alle wichtigen Parameter eines Tauchgangs ständig informiert. Alle Tauchcomputer zeigen ständig die aktuelle Tauchtiefe, die Tauchzeit und die verbleibende Nullzeit an. Je nach Ausstattung des Tauchcomputers sind weitere Parameter (z.B. Wassertemperatur, durchschnittliche Tauchtiefe) und eine Möglichkeit zur Kontrolle der Aufstiegsgeschwindigkeit und der Dekompressionsstopps integriert.

Ein Bild, das Uhr enthält.

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Grundsätzlich unterschieden werden Uhren- oder Armmodelle und Konsolenmodelle sowie luftintegrierte und nicht luftintegrierte Tauchcomputer.

Ein Bild, das Uhr, elektronisch enthält.

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Zu einem luftintegrierten Computer gehört ein Sender, der in einen Hochdruckanschluss der 1. Stufe des Atemreglers geschraubt wird. Während eines Tauchgangs übermittelt dieser Sender die Informationen zum Restdruck der Pressluftflasche zur Anzeige an den Computer.

Die meisten Tauchcomputer arbeiten immer mit einem fest eingespeicherten Algorithmus. Dieser Algorithmus ist zwar in der Regel sehr präzise aufgebaut, orientiert sich jedoch an dem „Durchschnittstaucher“. Der Tauchcomputer kann deine persönlichen Eigenschaften bei seinen Berechnungen also nicht berücksichtigen. Die neuesten Modelle können weitere persönliche Parameter beachten (Herzfrequenz, Luftverbrauch, Temperatur, Handicapeinstellungen.)

Sieh deinen Tauchcomputer als Teil deiner persönlichen Ausrüstung an. Du solltest deinen Computer nicht verleihen. Jeder Tauchcomputer speichert die letzten Tauchgänge und orientiert sich bei der Berechnung jedes neuen Tauchgangs an diesen gespeicherten Werten.

Dein Tauchcomputer ist vor allem ein Sicherheitsaspekt. Denn auf ihm kontrollierst du selbstständig deine Nullzeit, deine Höhe, Aufstiegsgeschwindigkeiten und deine Sicherheitsstopps. So kannst du für dich selbst sichergehen, dass du alle Sachen einhältst. Der Tauchcomputer unterstützt dich dabei, in dem er sich akustisch, visuell oder durch Vibrationen bemerkbar macht, wenn kritische Werte erreicht werden. Vorteilhaft sind auch Computer mit Farbdisplay, da hier relevante Werte durch Signalfarben deutlich hervorheben.

Kompass

Ein Bild, das Uhr enthält.

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Ein Kompass ist unter Wasser ein unverzichtbares Instrument zur Orientierung. Da das Wasser unter Umständen nur wenig bis gar keine natürlichen Orientierungspunkte liefert, ist eine korrekte Richtungsbestimmung grundsätzlich nur mit einem Kompass möglich.

In diesem Kurs wirst du die Grundlagen zur Kompassnavigation erlernen, um immer sicher in Richtung deines Ausgangspunktes zurück zu finden, oder um kleine Navigationsaufgaben zu meistern. Den komplexen Umgang mit dem Kompass und viele weitere Möglichkeiten zur Orientierung unter Wasser lernst du bei deinem Tauchlehrer in dem Spezialkurs „Advanced Navigation“. Erfahrene Taucher verzichten nie auf einen Kompass.

Das Prinzip des Kompasses beruht darauf, dass die magnetisierte Kompassnadel immer auf den magnetischen Norden zeigt. Diese Information hilft dir, deine Position, oder zumindest deine Richtung in die du tauchst zu bestimmen. Unter Wasser verliert man schnell die Orientierung, Der Kompass zeigt dir den Weg zu deinem Ausstieg oder wo du zu jedem Zeitpunkt bist.

Ein (Unterwasser-) Kompass verfügt über eine frei drehende

Kompassrose, auf der zum einen die Himmelsrichtungen und zum zweiten die Gradeinteilungen aufgedruckt sind. Bei den meisten handelsüblichen Kompanden ist die Kompassrose phosphoreszierend.

Der Kompass ist flüßigkeitsgefüllt, um dem Druck standzuhalten und um die Bewegung der Kompassnadel abzubremsen. Die Peillinie gibt deine Tauchrichtung vor und der drehbare Aussenring dient der Kursbestimmung.

Finimeter/Tiefenmesser/Taucheruhr

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Das Finimeter oder Druckmanometer dient der Anzeige des Restdrucks in der Pressluftflasche und informiert damit über den aktuellen Luftvorrat. Das Finimeter ist mit einem Schlauch an einem Hochdruckabgang direkt an der 1. Stufe des Atemreglers angeschlossen. Handelsübliche Finimeter haben eine analoge Anzeige und ein phosphoreszierendes Zifferblatt, das auch das Ablesen im Dunkeln ermöglicht. Die Notwendigkeit, ständig über den Luftvorrat in der Pressluftflasche informiert zu sein, ist hoffentlich für jeden einsichtig. Alternativ zum Finimeter kann die Restdruckanzeige auch über einen luftintegrierten Tauchcomputer realisiert werden.

Tiefenmesser und Tauchuhren sind in Zeiten von Tauchcomputern meistens nur noch als Back-up Systeme unterwegs, damit bei einem Ausfall des Tauchcomputers der Tauchgang sicher beendet werden kann. In verschiedenen anderen weiterführenden Kursen kann dir eine Taucheruhr noch begegnen.

Tiefenmesser und Taucheruhr gehören in Zeiten von Tauchcomputern zwar eher ins Antiquariat, dennoch haben sie als Backup-System weiterhin ihre Rechtfertigung. Mit ihrer Hilfe kann ein Tauchgang bei Ausfall des Tauchcomputers sicher weitergeführt werden.

Ein analoger Tiefenmesser verfügt über einen Schleppzeiger. Dieser Schleppzeiger bleibt auf der maximal erreichten Tauchtiefe stehen und ermöglicht - zusammen mit der von der Taucheruhr angezeigte Tauchzeit - eine hinreichend genaue Berechnung der Stickstoffsättigung (auf den Begriff und seine Bedeutung gehen wir später noch ein).

Eine Taucheruhr hat mit den Designeruhren, die häufig vorgeben, bis zu 5 bar, entsprechend einer Wassertiefe von 40 m wasserdicht zu sein, nichts zu tun. Eine Taucheruhr ist entsprechend einer ISO-Norm bis mindestens 200 m wasserdicht, verfügt über eine verschraubte Krone und über eine nur gegen die Uhrzeigerrichtung drehbare und rastende Drehlünette mit Minuteneinteilung . Zu Beginn des Tauchgangs drehst du die Startmarkierung auf die Position des Minutenzeigers und so kannst du wärend des Tauchgangs jederzeit die Dauer deiner Unterwassertour ablesen.

3.5 Zubehör

Zubehör zum Tauchen gibt es wie in allen anderen Bereichen auch in einer unübersichtlichen Vielfalt. Darunter befindet sich auch viel Unsinniges.

Keinesfalls unsinnig ist eine Lampe beim Tauchen. Sie hilft nicht nur beim Blick in eine Felsspalte oder in ein Felsloch, denn das Licht der Lampe macht auch Farben, die in den Tiefen des Wassers absorbiert werden, wieder sichtbar und einen Tauchgang spannender. Die meisten Tauchlampen verfügen darüber hinaus über eine Signalfunktion, mit der man im Notfall auf sich aufmerksam machen kann.

Ein Bild, das Fisch, stachelflossige Fische, Meeresgrund enthält.

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Ein Bild, das Fisch, schließen, Meeresgrund enthält.

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Schneidegeräte

Ebenfalls sehr sinnvoll ist das Mitführen eines Schneidegerätes. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass ein Taucher sich in Angelschnüren, Resten von Fischernetzen, sonstigen Leinen oder in Pflanzen im Wasser verfängt. Hier hilft in der Regel nur losschneiden, natürlich mit dem richtigen Werkzeug.

Viele im Wassersport gebräuchlichen Schnüre haben einen Kunststoffkern und sind dadurch mit einem normalen Messer oder einer normalen Schere nicht oder nur mit erheblichem Aufwand zu zertrennen. Ein spezielles Tauchermesser oder eine spezielle Taucherschere leisten hier schon Abhilfe. Seit einigen Jahren sind spezielle Line-Cutter auf dem Markt, mit deren Hilfe das Durchtrennen von Schnüren aller Art ein Kinderspiel ist. Denk nur daran, dass du dein Schneidewerkzeug so an deiner Ausrüstung befestigst, dass du das Werkzeug auch greifen kannst. Ein Messer an der Wade ist nutzlos, wenn du mit dem Oberkörper festhängst.

Immer häufiger kann man auch ein Unterwasserlebewesen aus einer misslichen Lage befreien.

Nicht an jedem Tauchspot wird ein Messer gerne gesehen, da die Werkzeuge auch genutz wurden, um Korallen oder Artefakte zu beschädigen. Erkundige dich vor deiner Reise zu einem Tauchplatz, ob ein Messer erlaubt ist. Alternativ kannst du immer einen Line-cutter mit dir führen.
Messer sollten aus Edelstahl sein, oder besser aus Titan, da auch rostfreie Messer rosten können. Befestige das Messer/Schneidewerkzeug so an dir, dass du auch mit eingeschränkter Bewegungsfreiheit Zugriff hast und so, dass du dich nicht mit dem Werkzeug irgendwo verfangen kannst.

Ein Bild, das Schere, Werkzeug, Paar, Outdoorobjekt enthält.

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Oberflächen Boje

Eine Oberflächen-Boje (SMB; engl.: Surface Marker Buoy = Oberflächenmarkierungsboje) ist wichtiges Sicherheitszubehör, vor allem, wenn du im Meer tauchst. Mit ihrer Hilfe kannst du deine

Auftauchposition vor dem Auftauchen markieren und deinem Tauchboot signalisieren, wo du bist. Den Umgang mit einer SMB, vor allem auch das

Aufblasen unter Wasser, ist zwar nicht schwierig, du solltest es jedoch üben. Auch hierbei gibt es verschiedene Farben, die in den Fachgeschäften zur Verfügung stehen. NSC

empfiehlt allerdings eine gelbe Boje nur als

Notsignal zu verwenden. Diese Regelung kommt aus dem Technischen Tauchen und findet bei vielen Verbänden ihre Anwendung.

Besondere Aufmerksamkeit ist von dir gefordert, wenn du eine gelbe Boje siehst. Halte dich im Rahmen deiner Möglichkeiten bereit um zu helfen, ohne dich selber in Gefahr zu begeben. Sollte niemand anderes auf die gelbe Boje reagieren, so verständige andere Taucher oder fordere den Rettungsdienst an.

3.6 Pflege und Wartung deiner Tauchausrüstung

Eine Tauchausrüstung stellt einen nicht unerheblichen Wert dar. Bei richtiger Pflege und Wartung werden dir die einzelnen

Komponenten nicht nur lange Freude machen, Pflege und Wartung gewährleisten auch eine einwandfreie Funktion deiner Ausrüstung.

Nach einem Tauchtag solltest du vor allem deinen Atemregler mit allen montierten Komponenten, dein Jacket, deine Flossen und die gebrauchten Masken mit Süßwasser spülen. Hierbei ist es wichtig, dass kein Wasser in die 1. Stufe des Atemreglers kommt. Dies kannst du verhindern, indem du die Öffnung der 1. Stufe mit dem Daumen dicht verschließt. Die Luftdusche darf beim Spülen nicht gedrückt werden.

Wenn du deine Ausrüstung zum Trocknen aufhängst, achte darauf, dass dein Anzug auf einem breiten Bügel und nicht in der prallen Sonne hängt. Auch im Schatten trocknet alles.

Deinen Neoprenanzug und auch alle anderen Komponenten aus Neopren kannst du von Zeit zu Zeit im Schongang der Waschmaschine waschen. Verzichte aber auf das Schleudern und die Hitze.

Das Spülen der Ausrüstung ist besonders nach dem Tauchen im Salzwasser wichtig. Hier solltest du mit dem Spülen besonders gewissenhaft sein.

In regelmäßigen Abständen, die vom Hersteller festgelegt werden, muss dein Atemregler zur Revision bei einem autorisiertem

Fachhändler. Dort wird der Atemregler in seine Einzelteile zerlegt und professionell gereinigt. Alle Dichtungen werden gegen neue ausgetauscht, gegebenenfalls werden defekte oder abgenutzte Teile ersetzt. Nachdem der Regler wieder zusammengebaut ist, wird er neu eingestellt. Die Revision gewährleistet die Funktion des Atemreglers. Auch dein Jacket solltest du von Zeit zu Zeit von einem autorisierten Fachhändler überprüfen lassen, denn auch hier sind Teile verarbeitet, die der Wartung bedürfen. Auch die Blase in deinem Jacket wird hierbei auch gereinigt und von Bakterien befreit.

Kapitel 4 - Tauchrisiken

4.0 Tauchrisiken

4.1 Barotraumen und ihre Folgen

4.2 Dekompressionskrankheiten

4.3 Verhalten nach Tauchunfällen

4.4 Verletzungen durch Tiere

4.5 Mögliche Zwischenfälle während eines Tauchgangs


4.0 Tauchrisiken

Umfragen bei Tauchern haben ergeben, dass es durchschnittlich etwa in 1% aller Tauchgänge, also ungefähr in einem von 100, zu Zwischenfällen und lediglich bei 2 von 10.000 Tauchgängen zu

einem wirklichen Unfall gekommen ist. Im Vergleich mit anderen Sportarten passieren beim Tauchen also sehr wenige Unfälle. Um Unfälle und schwere Folgen daraus zu vermeiden ist es wichtig die Risiken beim Tauchen zu kennen und zu vermindern. Tauchen innerhalb deiner persönlichen Grenzen und annerkannter taucherischen Richtlinien, sowie mit gut gewarteter Ausrüstung ermöglicht dir jeder Zeit ein unvergleichliches und stressfreies Erlebnis. Selbstdarstellung und Übermut haben beim Tauchen nichts zu suchen, da hier die Gefahr des Übertretens deiner persönlichen Grenzen zu groß ist.

Aus den Statistiken können aber auch Risikofaktoren für ein Unfallgeschehen abgeleitet werden. Das typische Tauchunfallsopfer ist männlich, circa 40 Jahre alt und älter und hat ungefähr 300 oder mehr Tauchgänge absolviert, ist also sehr erfahren. Die meisten Unfälle ereignen sich bei Tauchgängen mit einer Tauchtiefe von 30 m und mehr.

Die Ursache eines schweren Unfalls ist meistens ein Barotrauma. Im Folgenden werden wir Ursachen und Auswirkungen von Barotraumen beschreiben.

4.1 Barotraumen und ihre möglichen Folgen

Ein Barotrauma ist eine durch die Änderung des Umgebungsdrucks verursachte Verletzung eines gasgefüllten Hohlraumes oder dessen Hülle. Die Änderung des Umgebungsdrucks verursacht - sofern er nicht ausgeglichen werden kann - Volumenänderungen des Gases in dem Hohlraum (Gesetz von Boyle-Mariotte).

Veränderungen des Umgebungsdrucks gibt es beim Tauchen in der Abtauch- und in der Auftauchphase.

Barotraumen in der Abtauchphase mit kritischen Folgen sind nicht häufig, da der Druckausgleich entweder automatisch erfolgt (Lungen) oder ein Misslingen des aktiven Druckausgleichs (Ohr) in der Regel zum Abbruch des Tauchgangs führt.

In der Auftauchphase entstehen Barotraumen dadurch, dass Luft aus einem Hohlraum im Körper nicht entweichen kann (air-trappings) und sich dann durch die Druckveränderungen beim Auftauchen (Gesetz von Boyle-Mariotte) in dem Hohlraum ausdehnt.

In der Auftauchphase entstehende Barotraumen haben aus zwei Gründen deutlich schwerwiegendere Folgen. Zum einen kann die Ursache des air-trapping häufig nicht behoben werden, zum zweiten kann der Aufenthalt unter Wasser auf Grund des begrenzten Luftvorrates nicht unendlich ausgedehnt werden.

Einem Barotrauma vorbeugen kannst du dadurch, dass du deinen Gesundheitszustand jederzeit (selbst-)kritisch überprüfst und beurteilst und im Zweifelsfall auf einen Tauchgang verzichtest. Dazu gehört auch, dass du auf Medikamente verzichten musst, die abschwellende Wirkung auf die Schleimhäute haben (z.B. Nasenspray). Deren Wirkung kann im Laufe eines Tauchgangs nachlassen, wodurch im Folgenden auch ein Druckausgleich verhindert werden kann.

4.1.1 Barotrauma der Lunge

Ursache eines Barotraumas der Lungen ist immer, dass die sich beim Aufstieg ausdehnende Luft aus den Lungen nicht abströmen kann. Schon ein Druckunterschied von 0,1 bar, entsprechend einem Aufstieg von 1 m ohne Druckausgleich, kann zu einer Überdehnung der Lungen führen.

Ein Barotrauma der Lungen führt zu einer Rissverletzung an den Atemorganen und ist immer ein ernst zu nehmender Unfall. In Abhängigkeit vom Ort des Auftretens der Verletzung und der Schwere des Barotraumas kommt es zu unterschiedlichen Verletzungsfolgen.

Kann nach einem Lungenriss Luft in den Pleuraspalt eindringen kommt es zu einem Pneumothorax: einströmende Luft in die Brusthöhle verursacht in mediastinales und/oder ein subkutanes Emphysem. Kommt es zu einer Verletzung der Lungenbläschen, so dass die sich ausdehnende Luft in den arteriellen Blutkreislauf gelangt, entsteht eine arterielle Gasembolie.

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4.1.2 Pneumothorax

Der Pleuraspalt ist ein mit Flüssigkeit gefüllter, dünner Spalt zwischen dem inneren und dem äußeren Brustfell. Gleichzeitig besteht im Pleuraspalt ein Unterdruck. Der Unterdruck sorgt dafür, dass die Lungen aufgebläht bleiben, die Flüssigkeit im Pleuraspalt sorgt dafür, dass die Lungen und das Brustfell bei der Bewegung des Brustkorbs nicht aneinander reiben.

Gelangt nun Luft wegen eines Lungenrisses in den Pleuraspalt, geht der Zusammenhalt des inneren und äußeren Brustfells verloren. Die Lungen folgen nicht mehr den Bewegungen des Brustkorbs und ein oder beide Lungenflügel fallen ganz oder teilweise in sich zusammen. In der Folge entwickelt der Betroffene Atemnot und starke Schmerzen in der Brust. In schweren Fällen kann es zu erheblichen Kreislaufproblemen mit beschleunigtem Herzschlag und zu einem Lungenversagen kommen.

4.1.3 Mediastinales und subkutanes Emphysem

Ein Emphysem bezeichnet einen Zustand, bei dem sich mehr Luft an einer Körperstelle befindet als dies unter normalen Bedingungen der Fall ist. Ein Emphysem kann überall im Körper auftreten.

Ein mediastinales Emphysem - Luftansammlung im Mittelfellraum des Brustkorbs - entsteht, wenn die Rissverletzung durch das Barotrauma der Atemwege nicht die Lungen selbst, sondern die Bronchien betrifft. Die einströmende Luft verursacht beim Betroffenen vor allem Schmerzen in der Herzgegend. Ein mediastinales Emphysem tritt häufig zusammen mit einem Pneumothorax auf.

Bei einem subkutanen Emphysem (subkutan = unter der Haut) befindet sich die Luftansammlung direkt unter der Haut, in der Regel im Bereich der Schultern, dem Nacken oder des Halses. Erkennbar ist das subkutane Emphysem häufig an einer Blase unter der Haut. Befindet sich das subkutane Emphysem in der Nähe der Luftröhre, sind Probleme bei der Atmung die Folge.

4.1.4 Arterielle Gasembolie (AGE)

Unter einer Embolie versteht man den vollständigen oder teilweisen Verschluss eines Blutgefäßes. Für die arterielle Gasembolie (AGE) heißt dies, dass der Verschluss sich im arteriellen Kreislauf befindet und der Verschluss durch ein Gas verursacht ist.

Bei der Entstehung der AGE verursacht das Barotrauma in den Lungen das Platzen der kleinsten Lungenbläschen, der Alveolen. In der Folge kommt es durch den hohen Druck in den Lungen dazu, dass Luft durch die geplatzten Alveolen in den arteriellen Blutkreislauf gepresst wird. Diese in den arteriellen Blutkreislauf eingespeiste Luft bildet Blasen, die durch das Blut weiter transportiert werden. In den sich verengenden Blutgefäßen bleiben die Luftblasen irgendwann stecken und führen zum Verschluss.

Der Betroffene kann Sprach-, Seh- und Gleichgewichtsstörungen entwickeln aber auch schwere Symptome wie Lähmungen und Herz-/Kreislaufprobleme bis hin zum Herz-Kreislauf-Stillstand erfahren.

Eine AGE ist ein schwerwiegendes und lebensbedrohendes Problem.

4.1.5 Barotrauma der Nasennebenhöhlen und Ohren

Wie bereits beschrieben, sind die Nasennebenhöhlen starre, durch enge ebenfalls knöcherne Verbindungsgänge mit dem Nasen-Rachen-Raum verbundene Hohlräume im Kopf.

Sie sind mit Schleimhäuten überzogen. Durch eine infektionsbedingte Schwellung der Schleimhäute sowohl im Nase-Rachen-Raum als auch den Nasennebenhöhlen kann ihre Belüftung behindert werden.

Ein Barotrauma der Nasennebenhöhlen ist bei gesunden Schleimhäuten ausgeschlossen, also nur möglich, wenn der Betroffene - wider besseren Wissens - trotz einer Infektion einen Tauchgang unternimmt.

Beim Barotrauma des Ohres muss zwischen dem Barotrauma des Außen-, des Mittel- und des Innenohres unterschieden werden.

Das Barotrauma des Außenohres ist unter normalen Umständen nicht möglich, da sich das Außenohr normalerweise mit Wasser füllt. Entzündungen, Ohrenstöpsel oder eine zu eng sitzende Kopfhauben können jedoch die Flutung des Außenohres verhindern und im Außenohr befindliche Luft einschließen. Schwellungen und Einblutungen im Gehörgang und in schweren Fällen der Einriss des Trommelfells können die Folge sein.

Um ein Barotrauma des Außenohres zu verhindern und um einen besseren Druckausgleich zu garantieren, solltest du zu Beginn des Tauchganges deine Kopfhaube kurz mit Wasser fluten. So kann Wasser in das Außenohr gelangen und du kannst einem Problem vorbeugen.

Das Barotrauma des Mittelohres wird verursacht durch eine Belüftungsstörung der Eustachischen Röhre (offene Verbindung zwischen Mittelohr und Rachenraum) und kann sowohl in der Abtauch- als auch in der Auftauchphase zu einem sehr schmerzhaften Riss des Trommelfells führen.

Das Barotrauma des Innenohrs ist die deutlich schwerwiegendste Form, da das Innenohr das eigentliche Hörorgan ist. Im Innenohr werden die Schallimpulse in Nervenimpulse umgewandelt, die an das Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet werden können.

Zu einem Barotrauma des Innenohres kann es sowohl in der Abtauch- als auch in der Auftauchphase kommen. In der Abtauchphase ist es möglich, dass ein zu heftiger, aktiver Druckausgleich (Valsalva-Manöver) zu einer Schädigung des Innenohres führt. In der Auftauchphase ist ein Barotrauma des Innenohres die Folge eines air-trappings im Mittelohr, dass wiederum durch eine behinderte Belüftung der Eustachischen Röhre hervorgerufen wird. Hörverlust und ein Tinnitus (Ohrgeräusche), sowie mehr oder weniger heftiger Drehschwindel sind die typischen Symptome. Der Betroffene klagt auch häufig über das Gefühl, Flüssigkeit im Ohr zu haben.

Dem Barotrauma des Ohres kann vorgebeugt werden, in dem der aktive Druckausgleich direkt nach dem Abtauchen begonnen wird und ständig wiederholt wird. Bei Problemen mit dem Druckausgleich solltest du wie bereits beschrieben zunächst in der Tiefe verharren, gegebenenfalls wieder etwas aufsteigen und den Druckausgleich erneut versuchen. Sollte der Druckausgleich nicht gelingen, muss der Tauchgang abgebrochen werden.

Im Zusammenhang mit der möglichen Blockierung der Eustachischen Röhre und der Infektionen der Schleimhäute ist die (selbst-)kritische Prüfung und Beurteilung des eigenen Gesundheitszustandes vor jedem Tauchgang entscheidend. Auf die Verwendung abschwellend wirkender Medikamente (z.B. Nasenspray) sollte grundsätzlich verzichtet werden.

4.1.6 Barotrauma der Zähne

Ein Barotrauma des Zahnes kann nur bei einem vorgeschädigten Zahn auftreten, da ein gesunder Zahn keine eingeschlossene Luft enthält.

Fehlerhafte Zahnfüllungen oder Karies im Zahn können aber sehr wohl zu Lufteinschlüssen im Zahn führen mit der Folge, dass der betroffene Zahn unter sich verändernden Druckbedingungen zunächst mehr oder weniger starke Schmerzen entwickelt. Handelt es sich um einen Lufteinschluss durch eine fehlerhafte Füllung, kann es beim Abtauchen zu einer Implosion des Zahnes kommen. Beobachtet wurde auch, dass in einem kariösen Zahn in der Tiefe Luft eingeschlossen wurde, die beim Auftauchen zur Explosion des Zahnes geführt hat.

4.1.7 Barotrauma der Augen (Masken-Squeeze)

Die Ursache des Barotraumas der Augen ist eigentlich ein Druckunterschied zwischen dem Umgebungsdruck und dem Druck der in der Maske eingeschlossenen Luft, die Leidtragenden sind allerdings die Augen.

Der Druckunterschied zwischen dem Umgebungsdruck und dem Druck der in der Maske eingeschlossenen Luft entsteht in der Abtauchphase, wenn der Druck in der Maske nicht über die Nase dem Umgebungsdruck angepasst wird. Aus der Notwendigkeit des Druckausgleichs in der Maske über die Nase ist auch erkennbar, dass eine Schwimmbrille, bei der die Nase nicht in die Brille eingeschlossen ist, für das Tauchen ungeeignet ist.

Der zunehmende Unterdruck in der Maske hat letztlich zur Folge, dass die Schleimhäute (auch der Nase) geschädigt werden können. Diese Schleimhautverletzungen sind in der Regel mit mehr oder weniger heftigen Blutungen aus den Augen (oder/und der Nase) verbunden.

4.1.8 Barotrauma Magen-Darm-Trakt

Ein Barotrauma im Magen-Darm-Trakt ist selten, unter ungünstigen Bedingungen jedoch möglich. Die bei der Verdauung entstehenden Gase können durch Vorschädigungen (Operationen, Leistenbruch) daran gehindert werden, den Verdauungstrakt zu verlassen und so beim Auftauchen ein Barotrauma verursachen. Grundsätzlich sollte daher auf blähende Speisen (Kohl, Nüsse) verzichtet werden.

4.2 Dekompressionskrankheiten (DCS)

Aus dem Gesetz von Henry (Kapitel 2) weißt du, dass der Aufenthalt unter Druck dazu führt, dass eine erhöhte Menge Atemgas im Blut und vor allem auch im Gewebe gelöst wird. In Abhängigkeit vom

bestehenden Umgebungsdruck, der Aufenthaltsdauer und der Zusammensetzung des Atemgases, aber auch der Art des Gewebes, in dem das Gas abgelagert wird, entsteht die Aufsättigung unterschiedlich schnell. Für die Entstehung einer Dekompressionskrankheit (DCS = engl.: decompression sickness) ist ausschließlich die Aufsättigung mit Stickstoff (N2) von Bedeutung, da der Stickstoff (N2) als Füll- oder Inertgas am Stoffwechsel des Körpers nicht beteiligt ist.

Bei jeder Tiefenreduzierung während des Tauchgangs, also besonders zum Ende des Tauchgangs beim Aufstieg, ergibt sich durch den sinkenden Umgebungsdruck in den Geweben eine relative Übersättigung mit Stickstoff (N2), die beseitigt werden muss. Dieser Vorgang braucht jedoch Zeit, dem du durch einen langsamen Aufstieg und das Einhalten von Sicherheitsstopps entgegen kommst.

Tritt die Druckreduzierung schnell oder plötzlich ein, wird die Löslichkeit des Stickstoffs (N2) im Gewebe sehr schnell reduziert, so tritt der Stickstoff (N2) aus dem Gewebe aus und bildet in anderem Körpergewebe oder im Blut Gasblasen.

Kleinere Mengen Gasblasen treten bei jedem Tauchgang auf und werden vom Körper gut toleriert.

Zu viele Gasblasen oder große Gasblasen können jedoch das Gewebe schädigen, im Blut können die Gasblasen zu Embolien führen.

Reduziert werden kann die vermehrte Blasenbildung nur durch eine langsame Anpassung an den sinkenden Umgebungsdruck, also durch ein langsames Auftauchen. In keinem Fall darf die Auftauchgeschwindigkeit von 10 m/min. überschritten werden - für die letzten 10 m des Auftauchens empfehlen wir sogar eine Auftauchgeschwindigkeit von maximal 6 m/min. Die Einhaltung der Sicherheitsstopps nach Tauchgängen, die in einer Tiefe unterhalb von 10 m stattgefunden haben, sollte dir in der Auftauchphase zur Pflicht werden. Grundvoraussetzung ist die Einhaltung der Nullzeiten.

Deine Nullzeit wird dir beim Tauchen durch Tabellen oder Tauchcomputer vorgegeben. Weitere Informationen dazu findest du in Kapitel 6.

Ein Risikofaktor für das Auftreten einer DCS ist es auch, wenn mehrere Tauchgänge hintereinander durchgeführt werden (Wiederholungstauchgänge), die Wiederholungstauchgänge in großen Tiefen durchgeführt werden und die Oberflächenpausen kurz sind. Wie du weißt, besteht auch nach einem Tauchgang, bei dem alle Sicherheitsregeln beachtet wurden, eine Reststickstoffsättigung im Körper, die sich an der Oberfläche erst langsam abbaut. Mit einem (oder mehreren) Wiederholungstauchgang/-tauchgängen wird also zu der bestehenden Reststickstoffsättigung weiterer Stickstoff aufgenommen.

In Abhängigkeit von der Schwere der DCS wird zwischen Typ I - Typ III unterschieden. Bei der DCS Typ I stehen Schmerzen und Beschwerden in der Haut und in den Gelenken im Vordergrund. Bei der DSC Typ II kommt es zusätzlich zu schweren, zum Teil lebensbedrohlichen Beschwerden. Typ III beschreibt die Langzeitschäden bei Tauchern nach solchen Unfällen.

4.2.1 DCS Typ I und Typ II

Wie du weißt, treten die Symptome einer Verletzung auf der Basis eines Lungen Barotraumas sofort auf.

Dies ist bei der DSC Typ I nicht der Fall. In drei von vier Fällen treten die ersten Symptome erst im Verlauf der ersten Stunde nach dem letzten Tauchgang auf, möglich ist es jedoch auch, dass erste

Symptome erst nach 24 Stunden auftreten. Typische Symptome der DSC Typ I sind Hautverfärbungen und mehr oder weniger stark juckende Hautveränderungen (Taucherflöhe), Schmerzen in den großen Gelenken und muskelkaterähnliche Bewegungsschmerzen.

Bei der DCS Typ II kommt es - neben allen Symptomen, die bei der DCS Typ I auftreten - zu erheblichen starken Beschwerden, die zum Teil lebensbedrohend sind. Es können auch das Zentralnervensystem, das Herz und die Lungen betroffen sein. Häufig auftretende Symptome sind Lähmungen, Seh- und Hörverlust. Bewusstlosigkeit und Atem- und Herz-Kreislauf-Stillstand sind sicherlich die schwerwiegendsten Folgen.

Unter einer DSC Typ III Erkrankung werden Langzeitschäden bei Tauchern zusammengefasst. Als Berufserkrankungen sind derzeit anerkannt:

  • die aseptische Knochennekrose,
  • Hörschädigungen,
  • Netzhautschäden,
  • sowie neurologische Folgeschäden, nicht behobene DCS.

Typ II

Daraus folgt je weniger Stickstoff wir zu uns nehmen, desto geringer ist das Risiko an einer Dekompressionskrankheit zu erkranken. Neben konservativen Tauchtechniken kann dazu auch das Tauchen mit einem Atemgas mit weniger Stickstoff in der Gasmischung erheblich bei Tragen. Frage dazu deinen Tauchlehrer nach dem

Spezialkurs Nitrox 32 SUP oder Nitrox 40.

Symptome Deco Unfall...

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... verschwende keine Zeit!

Erste Hilfe Maßnahmen:

  • Gabe von reinem Sauerstoff (wichtigste Maßnahme),
  • Bei Bewusstlosigkeit Überwachung der Vitalfunktionen stablie Seitenlage,
  • HLW bei aussetzender Vitalfunktion, Beatmung möglichst unter Gabe von reinem Sauerstoff, gegebenenfalls, Einsatz AED.
  • Kälteschutz,
  • Bei Bewusstsein Flüssigkeitszufuhr,
  • Einleitung der Druckkammerbehandlung mit hyperbarem Sauerstoff.

4.3 Verhalten nach Tauchunfällen

Alle Tauchunfälle sind grundsätzlich als Notfallsituation zu behandeln. Die beinhaltet auch, dass vor einem Tauchgang, erst recht wenn dieser in einem fremden Gewässer geplant ist, wichtige Dinge geklärt sind.

Dazu gehört die Beantwortung folgender Fragen:

  • Wie kann Hilfe gerufen werde? (Handy (Netz?), Funk, Festnetztelefon u.ä.)
  • Wo ist der nächste Arzt, nächstes Krankenhaus?
  • Gibt es einen Notfallkoffer, eine Sauerstoffflasche?
  • Wie erreichen Helfer den Tauchplatz?
  • Ist der Unfall dann aber doch passiert, muss die betroffene Person notfallmäßig versorgt werden.

Da sich die Symptome der meisten Tauchunfälle für den Ersthelfer kaum unterscheiden lassen, sind die Ersthelfermaßnahmen auch identisch.

Die wichtigste Maßnahme ist die Überprüfung der Vitalfunktionen (Herz-Kreislauf-Funktion und Atmung) und die entsprechende Reaktion. Dies ist der Grund, weshalb du in Erster Hilfe ausgebildet sein solltest und deine Kenntnisse kontinuierlich auffrischen solltest.

Wenn möglich, sollte auf jeden Fall 100%-iger Sauerstoff (O2) bis zum Eintreffen der Rettungskräfte gegeben werden. Wenn der Verletzte ansprechbar ist, solltest du ihn auf jeden Fall zum Trinken auffordern und ihn beruhigen.

Neben der Notversorgung des Unfallopfers ist die Anforderung professioneller Hilfe zwingend erforderlich. Hierbei ist es auch dringend notwendig, die Rettungskräfte bei der Anforderung darauf hinzuweisen, dass es sich um einen Tauchunfall handelt. Darüber hinaus muss die Ausrüstung des Partient sichergestellt werden. Die Ausrüstung hilft dabei, die Unfallursache herauszufinden. Der Tauchcomputer ist für den behandelnden Arzt eine wichtige Informationsquelle.

Optimal ist es, die Erste Hilfe /AED /O2 Ausbildung bei deinem  Tauchlehrer zu belegen, die dir Möglichkeiten gibt, falls eine entsprechende Situation eintreten sollte, gezielt helfen zu können.  Wahrscheinlich benötigst du die Kenntnisse nie, aber es gibt dir zumindest ein gutes Gefühl, vorbereitet zu sein.

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Ein Tauchunfall, besonders dann, wenn auch eine Behandlung in einer Druckkammer nötig wird, bedeutet sowohl im In- als auch im Ausland eine außerordentliche finanzielle Belastung.

Krankenversicherungen übernehmen diese Kosten häufig nicht. Wir empfehlen dir daher, eine spezielle Taucherunfallversicherung abzuschließen.

4.4 Verletzung durch Tiere

Sowohl in unseren Binnenseen als auch in fernen, tropischen Gewässern gibt es eine Vielzahl dort heimischer Lebewesen. Sie zu beobachten ist in der Regel ja auch der Grund, weshalb du einen Tauchgang unternimmst. Die allermeisten der im Wasser lebenden Tiere sind harmlos und auch gegenüber dem Menschen nicht aggressiv. Der effektivste Schutz davor, eine Verletzung durch den Kontakt mit einem Tier zu erleiden ist es, unter Wasser nichts anzufassen und den Körperkontakt mit allem unter Wasser zu vermeiden. Wir schauen mit den Augen, nicht mit den Händen! Die Unterwasserwelt ist kein Streichelzoo!

In unseren heimischen Gewässern ist das Risiko durch Tiere verletzt zu werden fast gleich Null. Eine Ausnahme gilt für das Petermännchen, das in der Nord- und in der Ostsee vorkommt. Das Petermännchen besitzt Stachel, über die bei Berührung ein Gift abgegeben wird. Dieses Gift ist in der Regel nicht lebensbedrohend, verursacht aber langanhaltende, starke Schmerzen.

In unseren Binnenseen lebende Tiere sind grundsätzlich harmlos. Vorsicht ist dennoch bei Fischen geboten, die Jungtiere oder Laich bewachen. Diese Tiere verhalten sich aus gutem Grund grundsätzlich gegenüber Allem und Jedem aggressiv.

In entfernten tropischen Gewässern ist die Lage wegen der größeren Vielfalt etwas anders. Zwar besteht auch hier ein nur sehr geringes Risiko, durch Meeresbewohner verletzt zu werden, dennoch sind einige Kenntnisse hier wichtig.

Grundsätzlich unterschieden wird zwischen den möglichen Verletzungsarten. Hier werden drei Arten unterschieden, die Vernesselungen, die Stichverletzungen und die Bissverletzungen. Die möglichen Verletzungen betreffen natürlich nicht nur Taucher, sondern alle, die sich im Meer bewegen.

Vernesselungen sind die am häufigsten auftretenden Verletzungen. Sie entstehen durch den Hautkontakt mit Nesselkapseln. Die Nesselkapseln platzen bei Berührung und geben ein Kontaktgift frei. Diese Kontaktgifte können sehr schmerzhafte harmlose (z.B. bei Feuerkorallen), aber auch lebensbedrohende (z.B. bei Seewespen) Reaktionen des Körpers hervorrufen. Bei einigen Quallenarten (z.B. der Portugiesischen Galeere) können die Nesselkapseln an bis zu 30 m langen Tentakeln sitzen.

Als Maßnahme der Ersten Hilfe sollten eventuell noch vorhandene Nesselkapseln, wenn möglich mit Essig, deaktiviert werden. Beim Entfernen eventuell noch vorhandener Tentakelreste dringend auf Selbstschutz achten, damit du als Ersthelfer nicht selbst mit dem Nesselgift in Kontakt kommst.

Gegebenenfalls müssen die Funktionen des Herz-Kreislauf-Systems überprüft und, bei Versagen, die entsprechenden Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. In jedem Fall muss eine ärztliche Behandlung eingeleitet werden.

Stichverletzungen sind ohne (z.B. bei den meisten Seeigeln) und mit einer Giftinjektion (z.B. bei Skorpionfischen) möglich. Viele der bodenbewohnenden Skorpionfische (z.B. Steinfische) vertrauen offensichtlich ihren Giftstacheln so sehr, dass sie auch bei direkter Annäherung nicht fliehen. Ein Bild, das Echinoderm, Wirbellose enthält.

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Eine Besonderheit bilden Kegelschnecken, die über einen Schlund kleine, giftige Harpunen verschießen und Stechrochen mit ihrem messerscharfen Schwanz.

Zur Erstversorgung einer Stichverletzung ohne Giftinjektion kann versucht werden, Stachelreste vorsichtig aus der Wunde zu entfernen, die Einstichstelle anschließend mit Essig zu behandeln.

War die Stichverletzung mit einer Giftinjektion verbunden, muss der Taucher sofort aus dem Wasser gebracht und ruhig gelagert werden. Bei den meisten Giften wird eine kurze (10 sec) Erwärmung der Einstichstelle auf ca. 50 °C empfohlen. Eine ärztliche Behandlung ist zwingend erforderlich.

Bissverletzungen sind die spektakulärsten, aber auch gleichzeitig die seltensten Verletzungen. In den seltensten Fällen beruhen Bissverletzungen auf den gefürchteten Haiangriffen, den Attacken von Barrakudas oder Muränen.

Ein Bild, das Fisch, stachelflossige Fische enthält.

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Die meisten bekannten Beißattacken von Fischen gehen auf das Konto von Drückerfischen, die ihr Revier verteidigen. Besonders aggressiv sind diese Fische zur Zeit der Brutpflege. Unter einem Neoprenanzug erzeugen ihre Zähne jedoch nur blaue Flecken.

Bei Bissverletzungen mit Blutverlust ist der Taucher sofort aus dem Wasser zu bringen und eine der Verletzung entsprechende Wundversorgung vorzunehmen.

Zur Vermeidung von Verletzungen aller Art solltest du:

  • dich nur in Ausnahmefällen und nach Kontrolle der Stelle mit den Händen abstützen,
  • auf deine Tarierung achten und den Kontakt zum Boden vermeiden,
  • nichts anfassen, nicht in Höhlen oder Löcher greifen,
  • Tiere nicht anfassen, ihnen immer eine Fluchtmöglichkeit lassen,
  • blinkende Gegenstände vermeiden (wirkt häufig provozierend, z.B. bei Barrakudas),
  • keine Tiere füttern.

4.5 Mögliche Zwischenfälle während eines Tauchgangs

Zwischenfälle während eines Tauchgangs sind trotz gründlicher Vorbereitung und trotz Beachtung aller Sicherheitsregeln niemals ganz auszuschließen.

Grundsätzlich gilt die Regel, dass Probleme und Schwierigkeiten, die unter Wasser auftreten, auch unter Wasser gelöst werden. Dazu ist es wichtig, Ruhe zu bewahren. Kommt es also unter Wasser zu einem Problem oder einem Zwischenfall gilt es:

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  • damit du dich auf das Problem,
  • konzentrieren kannst,
  • damit du zur Ruhe kommst,
  • damit du das Problem analysieren kannst,
  • damit du das Problem lösen kannst.

Neben dem Essoufflément, worauf wir in Kapitel 7 eingehen, möchten wir an dieser Stelle auf mögliche Situationen und die richtige Reaktion eingehen.

Probleme mit dem Druckausgleich

Der Druckausgleich als elementare Voraussetzung für das Tauchen kann auch dem erfahrensten Taucher irgendwann einmal Probleme bereiten. Kein Taucher ist davor gefeit.

Sollten Probleme mit dem Druckausgleich bei dir aufkommen, wirst du dies sehr schnell nach dem Verlassen der Wasseroberfläche merken. Stoppe den Aufstieg, signalisiere deinem Partner dein Problem mit dem entsprechenden Handzeichen und versuche den Druckausgleich erneut durchzuführen. Sollte dies keinen Erfolg

haben, tauche zunächst etwas höher. Dort versuchst du den Druckausgleich wieder. Wiederhole deine Versuche bis der Druckausgleich gelingt, aber erzwinge den Druckausgleich nicht mit aller Gewalt. Sollte der Druckausgleich nicht gelingen, muss der Tauchgang abgebrochen werden.

Wenn dein Buddy von Druckausgleichsproblemen betroffen ist, bleibst du selbstverständlich bei ihm und - sollte es nötig sein - brichst du den Tauchgang auch mit ihm gemeinsam ab.

Problemen mit dem Druckausgleich kannst du begegnen, indem du frühzeitig nach dem Verlassen der Wasseroberfläche mit dem Druckausgleich beginnst und ihn in möglichst kleinen Abständen wiederholst und den Druckausgleich durchführst bevor du Schmerz in den Ohren verspürst.

Probleme mit dem Druckausgleich sind häufig die Folge von Erkältungen. Tauche daher niemals mit einer Erkältung, auch nicht mit einer abklingenden.

Verlust des Tauchpartners

Der Verlust des Tauchpartners bedeutet zunächst einmal für jeden Taucher eine psychische Belastung, kann man doch zunächst die Situation nicht abschließend beurteilen. Dennoch ist ruhiges und besonnenes Handeln auch in dieser Situation oberstes Gebot, damit weitere, unter Umständen schwerwiegende Fehler unterbleiben.

Suche für ungefähr 1 Minute nach deinem Tauchpartner. Wenn du deinen Partner nicht wiederfindest, tauchst du - unter Einhaltung der Auftauchregeln - zur Oberfläche. Dort wirst du deinen Tauchpartner wieder treffen oder weitere Maßnahmen ergreifen.

Tiefenrausch

Bei allen Problemen, die deinen Tauchpartner betreffen, ist die erste Maßnahme der Blickkontakt zu deinem Tauchpartner. Schau deinem Tauchpartner in die Augen, gegebenenfalls stelle gegebenenfalls physischen Kontakt her. Dein Tauchpartner wird dadurch wahrscheinlich schon Ruhe gewinnen und verstehen, dass er nicht alleine ist.

Der Tiefenrausch wird auch als Gas-Narkose bezeichnet. Letztlich beruht der Tiefenrausch darauf, dass die Gase (vorrangig Stickstoff (N2)) die Funktion der Nervenzellen im Zentralnervensystem beeinflusst und narkotisierend wirkt.

Wie du aus dem Gesetz von Dalton weißt, steigen mit zunehmendem Umgebungsdruck auch die Partialdrücke der an unserer Atemluft beteiligten Gase. Allgemein wird davon ausgegangen, dass der Stickstoff ab einem Partialdruck (ppN2) von 3,2 bar die narkotisierende Wirkung entfaltet. Dies entspricht beim Tauchen mit Pressluft einer Tauchtiefe von ca. 30 m.

Das Fatale eines Tiefenrauschs ist, dass es für die möglichen Symptome keine eindeutigen Regeln gibt. Sie reichen von euphorischem Verhalten über Halluzinationen bis hin zu panikartigen Reaktionen. Möglich sind aber auch Verwirrung und Wahrnehmungsstörungen. Möglich ist aber auch ein völliges Fehlen von Symptomen. Für den Beobachter völlig verwirrend ist die Tatsache, dass Symptome des Tiefenrausches auch schon in geringeren Tauchtiefen auftreten können und bei ein und derselben Person an verschiedenen Tagen unterschiedlich sein können.

Symptome eines Tiefenrauschs registriert der betroffene Taucher selbst in der Regel nicht. Behalte deinen Tauchpartner daher immer im Auge. Abhilfe schafft das - unter Beachtung der Austauschregeln - Verlassen der Tiefe. Schon während des Aufstiegs werden die Symptome verschwinden.

Ohne Luft Situation

Eine Situation, die eigentlich nicht vorkommen soll, denn zu einer korrekten Tauchgangsplanung gehört zwingend auch die Planung des Luftverbrauchs und des Umgangs mit dem Luftvorrat.

Ist es dennoch dazu gekommen, dass dein Tauchpartner seinen Luftvorrat verbraucht hat, ist schnelles, aber besonnenes Handeln erforderlich. Gib deinem Partner deinen Reserveregler. Führe dann einen kontrollierten Aufsteig, wie du ihn in diesem Kurs lernen wirst mit deinem Buddy durch.

Zur Vermeidung einer Ohne-Luft-Situation ist es für jeden Taucher wichtig, sein persönliches Atemminutenvolumen (AMV) zu kennen und auch den Tauchpartner darüber in Kenntnis zu setzen. Bedenke aber, dass dein Luftverbrauch sich mit der Tauchtiefe und vor allem den Verhältnissen unter Wasser (Strömung, Wassertemperatur u.ä.) verändert.

Die ständige Kontrolle des Luftvorrats während des Tauchgangs und die Verständigung mit dem Tauchpartner darüber ist die effektivste Methode, eine Ohne-Luft-Situation zu verhindern.

Krämpfe, Unwohlsein

Gemeint sind hier Krämpfe, die nicht zentralnervös (Epilepsien) bedingt sind.

Betroffen von Muskelkrämpfen sind beim Tauchen am häufigsten die Waden. Bedingt durch die ohnehin bestehende, zusätzliche

Belastung der Wadenmuskulatur durch die Flossen können zu harte Flossen die Entstehung von Wadenkrämpfen zusätzlich fördern. Achte beim Kauf deiner Flossen auf die richtige Auswahl.

Zum Lösen eines Krampfes ist die betroffene Muskulatur zu überdehnen. Im Falle des Wadenkrampfes heißt dies, die Zehenspitzen bei gestrecktem Bein in Richtung der Unterschenkel zu ziehen. Lasse dir, wenn möglich, von deinem Tauchpartner helfen.

Unwohlsein unter Wasser kann die verschiedensten Ursachen haben. Schlechtsitzende Ausrüstung, unerwartete Verhältnisse unter Wasser und falsche Ernährung vor dem Tauchgang sind nur einige mögliche Auslöser von Unwohlsein. Sollte der Fall eintreten, signalisiere dies deinem Tauchpartner. In jedem Fall solltet ihr gemeinsam eine geringere Tiefe aufsuchen, gegebenenfalls den Tauchgang auch ganz abbrechen.

Kapitel 5 - Umwelt

5.1 Wetter, Wind, Strömung

5.2 Tauchen und Umweltschutz

5.3 Zusammen viel Erreichen

5.4 Unsere Kooperation Sea Shepard


5.1 Wetter, Wind und Strömung

Schlechtes Wetter ist eigentlich kein Hindernis für einen schönen Tauchgang. Dennoch gibt es einige Wetterbedingungen, die für Taucher unangenehm oder gar brisant sein können.

Gewitter sind an Land schon keine Freude. Ein Blitzeinschlag ins Wasser kann für den Taucher im Wasser jedoch zu einer kritischen Situation führen. Dabei geht es noch nicht einmal unbedingt um den direkten Blitzeinschlag in deinen Körper. Kritisch sind vor allem die Auswirkungen eines Blitzeinschlags auf die Wasseroberfläche des Gewässers, in dem du tauchst. Ein solcher Blitzeinschlag verursacht die explosionsartige Verdampfung einer großen Menge Wasser. Dadurch entsteht im Gewässer eine Schockwelle, die ihrerseits elastische, luftgefüllte Hohlräume explosionsartig komprimiert. Betroffen wären deine Lungen und deine Ohren mit schweren Barotraumen, die sogar zur Bewusstlosigkeit führen können. Darum, tauche niemals bei Gewitter bzw. brich einen Tauchgang bei aufkommendem Gewitter ab.

Am Meer kann auch auflandiger Wind, also Wind, der vom Meer auf das Land weht, zum Problem werden. Auflandiger Wind ist immer mit Wellengang zum Land hin verbunden. Starker Wellengang auf eine felsige, steile Küste kann also den Ausstieg aus dem Wasser erheblich beeinträchtigen. Daher solltest du dir bei starkem Wind die vorgesehene Ausstiegsstelle genau ansehen.

Strömungen im Wasser können eigentlich nur im Meer auftreten. In Binnenseen sind Strömungen eigentlich nur in Stauseen, wenn dort Wasser künstlich abgelassen wird, möglich.

Grundsätzlich werden im Meer verschiedene Arten der Strömung unterschieden.

Die erste Form der Strömung sind die Gezeitenströmungen. Die Ebbe erzeugt eine ablaufende, die Flut eine auflaufende Strömung. Die Gezeitenströmungen können je nach Geländeform sehr stark sein und sind somit schon in der Tauchgangsplanung zu berücksichtigen. Grundsätzlich eignen sich die Zeiten um die Gezeitenwechsel (Stillwasser) als die günstigste Zeit für einen Tauchgang, da die Wasserbewegungen und damit auch die Strömungen um diese Zeit am geringsten sind. Wann diese Zeiten täglich liegen, sagen dir ortsansässige Taucher oder die örtlichen Gezeitentabellen.

Küstennahe Strömungen werden in der Regel durch Wind verursacht. Ihr Verlauf ist von der Windrichtung abhängig. Eine Driftströmung läuft in der Regel in eine Richtung parallel zum Küstenverlauf.

An vielen Küstenabschnitten wird das Wasser, das direkt durch Brandung oder eine Strömung auf die Küste trifft, durch Hindernisse, beispielsweise Sandbänke, daran gehindert, ungestört wieder abzulaufen. Wenn sich nun zwischen den Hindernissen Lücken befinden, kann es dort zu einer nicht ungefährlichen Gegen- bzw. Riss-Strömung kommen. Die Riss-Strömung ist der auf die Küste auflaufenden Strömung direkt entgegengerichtet.

Die Kenntnis bestehender Strömung ist für die Tauchgangsplanung von elementarer Bedeutung.

Eine Möglichkeit, die Strömung in die Planung und die Durchführung eines Tauchgangs einzubeziehen, ist es, einen Drift-Tauchgang anzugehen. Ein Drift-Tauchgang bedeutet, an einem Punkt A ins Wasser einzusteigen, mit der Drift-Strömung zu tauchen, und an einem Punkt B an die Oberfläche zurückzukehren.

Solltest du aber den Tauchgang mit einer Rückkehr an die Einstiegsstelle planen, so solltest du dir beim Rückweg von der Strömung helfen lassen. Dies heißt, dass der Hinweg gegen die Strömung durchgeführt werden muss. Bedenke auch deinen eventuell erhöhten Luftverbrauch bei Tauchgängen gegen die Strömung!

5.2 Tauchen und Umweltschutz

Jeder Kontakt des Menschen mit der Umwelt hat letztlich Auswirkungen auf diese Umwelt. Schwierig wird das Verhältnis Mensch – Umwelt, wenn die Umwelt ein empfindliches Ökosystem darstellt. Unzweifelhaft ist, dass es sich bei heimischen Kelbwäldern und bei Korallenbänken in tropischen Gewässern um solche empfindlichen Ökosysteme handelt. Aber auch im alltäglichen Kontakt sollte jedes Verhalten des Menschen darauf ausgerichtet sein, die Umwelt möglichst wenig zu belasten und respektvoll mit ihr umzugehen.

Als Sporttaucher hast du die einzigartige Möglichkeit, die Unterwasserwelt aus einer völlig neuen Perspektive zu sehen und zu erleben. Nutze diese Möglichkeit aber sieh es auch als deine Pflicht an, aktiv dazu beizutragen, diese Unterwasserwelt in ihrer ganzen Schönheit zu erhalten.

Mit deinem neuen Hobby Tauchen bewegst du dich nicht nur im Wasser, auch auf den Wegen zum Wasser musst du dich respektvoll verhalten. Achte darauf, dass du dich möglichst ruhig verhältst und an den Gewässerufern keine Spuren oder Zerstörungen anrichtest. An den meisten Gewässern gibt es einen oder mehrere Einstiege extra für Taucher, über die sichere Zugänge ins Wasser möglich sind.

Bevor du in einem Gewässer tauchen gehst, erkundigst du dich, ob das Gewässer oder einzelne Bereiche überhaupt betaucht werden dürfen. Es ist immer möglich, das Gewässer oder einzelne Bereiche der Gewässer wegen zeitlicher Besonderheiten (z.B. laichende Fische) oder der Nutzungsbedingungen (z.B. Schwimmerbereiche) für Taucher gesperrt sind. Halte dich an die örtlichen Regeln.

Übernimm Verantwortung auch für Andere. Lass es nicht zu, dass andere sich nicht respektvoll verhalten. Taucher, die sich nicht an Auflagen und Regeln halten, schaden letztlich nicht nur sich selbst und der Umwelt. Sie sind in aller Regel der Grund, wenn behördliche Auflagen bis hin zu Tauchverboten erlassen werden, die dann alle treffen.

5.3 Zusammen viel Erreichen

NSC möchte den Umweltschutz unterstützen. Dies passiert durch die Kooperation mit Umweltorganisationen, durch Spenden, durch aktive Aktionen für die Umwelt oder durch Kursangebote um Informationen zu den Problemen in unserer Umwelt näherzubringen.

Das Projekt „Ocean Defender Team“ bringt all unsere Taucher zusammen, um ein Zeichen gegen Umweltverschmutzung und Zerstörung zu setzen und um gemeinsam Aktionen durchzuführen.

Um gemeinsam mehr zu erreichen ist NSC Kooperationen mit unterschiedlichen Organisationen eingegangen. Hier wollen wir exemplarisch die Grundüberlegungen von Sea Shepherd als Gedankenanstoß darlegen. Werde Teil eines starken Teams und leiste deinen Anteil zum Schutz unserer Umwelt. Frag deinen Tauchlehrer nach dem „Ocean Defender Team“

5.4 Unsere Kooperation Sea Shepherd

Die Situation unserer Ozeane

Als Taucher lieben wir die Unterwasserwelt und alles Leben darin. Es ist ein unbeschreiblich schönes Gefühl über ein buntes Korallenriff zu schweben und einen Hai elegant an sich vorbeigleiten zu sehen.

Doch leider verändert sich diese Unterwasserwelt, die wir so lieben. Die Auswirkungen der menschlichen Eingriffe sind mittlerweile überall zu sehen: Unsere Ozeane sind bedroht und die Ursachen vielfältig:

Die Ozeane bremsen den Klimawandel, in dem sie rund ein Viertel des Treibhausgases CO2 binden. Das führt zu einer zunehmenden Versäuerung. Zusätzlich wird ein Großteil der Wärme des Treibhauseffekts in den Ozeanen gespeichert. Die Folgen dessen sind eine Ausdehnung des Oberflächenwassers und schmelzendes Eis der Polkappen, was zu einem Anstieg des Meeresspiegels und zu einer Veränderung des gesamten Ökosystems führt.

Auch werden die Ozeane zunehmend verschmutzt: Durch industrielle Abwässer und Abgase gelangen chemische Substanzen wie zum Beispiel Schwermetalle in die Meere, zunehmende Förderung von unterseeischen Rohstoffen vergrößert die Gefahr von Havarien und Ölverschmutzung, Reaktorunglücke und Atomwaffentests entlassen Radioaktivität in die Ozeane und die industrielle Landwirtschaft führt zum massiven Eintrag von Gülle und Kunstdünger, wodurch sogenannte „tote Zonen“ in den Ozeanen entstehen.

Darüber hinaus entwickelt sich Plastikverschmutzung zu einem wachsenden Problem: Circa acht Millionen Tonnen Plastik gelangt jedes Jahr in unsere Meere, mit massiven Auswirkung auf die Tierwelt: Schätzungen zufolge sterben jährlich über 1 Millionen Vögel und 100.000 Meerestiere an Plastikmüll, den sie mit Nahrung verwechseln, wie der Fall des im November 2018 in Indonesien angespülten toten Pottwals eindringlich zeigt. Er hatte mit über 1000 Einzelteilen mehr als sechs Kilo Plastik im Magen.

Plastik wird durch Meeresbewegung zerrieben, durch Sonnenstrahlung zersetzt und von Bakterien zerfressen. Es entsteht Mikroplastik, das durch die Aufnahme durch Meereslebewesen in die Nahrungskette gelangt oder auf den Meeresgrund absinkt.

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Überfischung stellt ein weiteres Problem dar: Laut Zahlen der Welternährungsorganisation FAO sind 31 Prozent der Bestände überfischt, zusätzliche 58 Prozent bis an die Belastungsgrenze befischt und nur die verbleibenden 11 Prozent haben diese Grenze - noch - nicht erreicht. Circa 80 Millionen Tonnen an Biomasse werden jedes Jahr weltweit angelandet.
Hinzukommt die illegale Fischerei (IUU), die bis zu einem Drittel der weltweiten Fischfänge ausmacht. Zusätzlich setzen Beifang, zerstörerische Fangmethoden wie Grundschleppnetzen sowie die zunehmende Zahl an Aquakulturen dem Ökosystem zu. 

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Die Populationen der großen Raubfische wie Haie, Schwertfische und Thunfische sind in den letzten Jahren um bis zu 90 Prozent geschrumpft. Unter Berücksichtigung dieser Umstände ist nachhaltiger Fischfang heutzutage nicht mehr möglich. Auch vermeidliche Gütessiegel geben hier keine Sicherheit. Als Taucher stehen wir den Ozeanen näher als viele andere Menschen. Wir möchten sie erhalten.

Was also können wir tun?

Verhaltensregeln unter Wasser

Nur ansehen, nicht anfassen!

Das Eintauchen in die Unterwasserwelt sollte eine unglaubliche Erfahrung darstellen, doch nicht auf Kosten von Verletzungen, Belastungen oder Beschädigungen des empfindlichen Ökosystems, in dem wir zum Vergnügen tauchen. Das bedeutet, dass die Tarierung beherrscht werden muss, um den Zusammenstoß mit der Unterwasserlandschaft bzw. mit empfindlichen Riffen zu verhindern. Durch die Flossentechnik sollen keine Bodenablagerungen losgetreten werden, die empfindliche Lebewesen ersticken könnten.

Verursacht keinen Stress für die Tiere!

Das Belästigen von Fischen oder anderen Unterwasserlebewesen, sowie der übermäßig lange Umgang mit einzelnen Tieren (z.B. beim Filmen/Fotografieren) könnte ihren Tagesablauf beeinträchtigen und zu unnötigen Stress für Flora und Fauna führen. Jegliche Tätigkeit dieser Art muss vermieden werden.

Füttert keine Tiere!

Unterwassertiere sollten auf keinen Fall angefüttert werden, um sie für eine Begegnung oder ein Foto oder irgendeinem anderen Grund anzulocken.

Nehmt nichts mit!

Das Entfernen jeglicher Lebewesen (z.B. Muscheln, Krebse, Seesterne oder auch Stücken von Korallen) unserer Gewässer ist ein absolutes No-Go. Selbst die kleinsten Teile spielen eine wichtige Rolle für die Ökosysteme.
Sie gehören in die Flüsse, Seen und Meere, nicht ins Haus.

Verankert keine Tauchboote!

Alle Tauchboote sollten feste Verankerungen nutzen, oder sich treiben lassen, wenn keine Verankerungen vorhanden sind. Schäden an der Unterwasserlandschaft (Korallenriffen und Seegrasgebieten) durch Anker sind ein großes Problem.

Kein Speerfischen!

Es wird gerne behauptet, Speerfischen sei eine der nachhaltigsten Formen des Fischfangs. Das sehen wir anders.
Ein einzelner Speerfischer richtet vielleicht keinen großen Schaden an, aber stellt euch vor, es sind 100 an einem Riff, an einem Tag!
Entnimmt man dem Ökosystem irgendein beliebiges Tier, so hat das direkte negative Auswirkungen auf dieses Ökosystem. Sie alle spielen eine besondere Rolle!

Macht den Tauchgang zum Clean up!

Leider findet man während der Tauchgänge immer häufiger Müll, vor allem Plastik. Mit einem Sammelnetz sind Plastikflasche & Co schnell eingepackt und das Ökosystem davon befreit.

Verhaltensregeln über Wasser

Überdenkt Euren Konsum!

Wir glauben nicht, dass man behaupten kann, die Unterwasser-/Meeresumwelt zu beschützen, wenn man sie isst. Fehlen Fische und Meeresfrüchte auf eurer Speisekarte, werden Fragen aufkommen und das hilft euch, euer Versprechen an die Umwelt auch anderen Tauchern zu vermitteln. Es wird helfen, die Zusammenhänge zu erkennen. Das, was man heute isst, wird bei den nächsten Tauchgängen nicht mehr zu sehen sein.
Bedenkt auch, dass circa 40 Prozent des gefangenen Fisches in der Tiermast verwendet wird.

Achtet auf Müllvermeidung!

Wenn wir heute keine radikalen Veränderungen vornehmen, wird 2050 mehr Plastikmüll als Fische in den Meeren zu finden sein. 80% des Mülls gelangt über die Flüsse in unsere Meere. Fangt vor der eigenen Haustüre an. Reduziert Einwegprodukte (Plastikflaschen, Einweggeschirr und -becher, Plastiktüten, …) und achtet darauf, dass kein Müll in unsere Gewässer gelangt.
Dazu gehört auch der Verzicht auf das Steigenlassen von Luftballons, die allzu oft auch in unseren Gewässern landen und zur Todesfalle von Tieren werden, und auf Feierwerk, das ebenfalls Müll und Feinstaub verursacht.

Organisiert Euren eigenen Clean UP!

Egal, wo Ihr seid, ob daheim am Fluss oder See oder am Meer: Ihr könnt immer Euren Teil dazu beitragen, dass weniger Müll in unseren Ozeanen landet: Es braucht nur einen Müllbeutel (bzw. ein Sammelnetz für Unterwasser), um den Müll, den Ihr begegnet aus der Umwelt zu entfernen und bestmöglichst zu entsorgen.

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Achtet auch bei gemeinsamen Tauchreisen auf die Einhaltung unserer Grundsätze! Je mehr Taucher sich für den Erhalt unserer Meere einsetzen, desto mehr Tauchanbieter werden weltweit ihr Verhalten ändern.

Fordert das ein!

Wer ist Sea Shepherd?

Sea Shepherd ist eine internationale Meeresschutz-Organisation. Wir betreiben die größte private Navy, bestehend aus 13 großen und etwa 2 Dutzend kleinen Schiffen. Damit führen wir - getreu unserem Motto „Verteidigen, schützen, erhalten“ - Kampagnen zum Schutz der Meere und seiner Bewohner durch. Dabei protestieren wir nicht, sondern setzen geltendes Recht durch. Wir schützen Wale, Delfine, Haie, Schildkröten, Robben, stoppen Wilderei und gehen zusammen mit Regierungen gegen illegale Fischerei vor.

Wir finanzieren uns durch Spenden und den Verkauf von Merchandise, welches ihr im Onlineshop und bei unseren Infoständen erwerben könnt. Unsere Crews auf See bestehen zum größten Teil aus Freiwilligen und auch an Land gibt es Gruppen die Events und Infostände betreuen, Merchandise verkaufen, Vorträge halten, in Schulen für Meeresschutz sensibilisieren und damit wiederum die Flotte finanzieren.

Warum ist Meeresschutz wichtig?

Wie Captain Paul Watson, schon vor über 40 Jahren sagte: „Wenn die Meere sterben, dann sterben auch wir“. Der Ozean bedeckt mehr als 2/3 des Planeten und produziert mehr als die Hälfte des Sauerstoffs, den wir atmen. Er reguliert das Weltklima und speichert einen Großteil der mit der Klimakrise entstandenen Wärme. Unser Überleben hängt von einem funktionierenden Ökosystem „Ozean“ ab.

Du möchtest mehr über den Umweltschutz erfahren? Dich daran  beteiligen und selbst ein wichtiger Teil sein. Dann nutzte jetzt die Chance und starte in deinem Center bei Umweltaktionen durch und werde Teil des „Ocean Defender Team“.

Kapitel 6 - Tauchpraxis

6.1 Begriffe- Terminologie

6.2 Tauchprofil

6.3 Tauchtabellen

6.4 Noaa Tauchtabelle

6.5 Bestimmung der korrekten Bleimenge

6.6 Briefing

6.7 Buddysystem & Bleicheck

6.8 Durchführung eines Tauchgangs

6.9 Druckausgleich

6.10 Handzeichen

6.11 Nach dem Tauchen


6.12 Sicherheitsregel

6.13 Tauchen mit Kindern


6 Tauchpraxis

Tauchen ist, wegen des Aufenthaltes in einem Medium, für das der Mensch nicht geschaffen ist, eine Sportart, die mit einem höheren Risiko behaftet ist als beispielsweise das Joggen oder das Radfahren. Aus diesem Grund gibt es eine Reihe von Regeln, die ausschließlich der Sicherheit dienen. Diese Regeln sollten dir in Fleisch und Blut übergehen und immer die grundlegende Vereinbarung zwischen dir und deinem Tauchpartner sein. Hälst du dich an diese Regeln, dann ist Tauchen eine sichere Sportart.

6.1 Begriffe - Terminologie

Damit wir im Weiteren unter den Begriffen das Gleiche verstehen, werden hier einige Begriffe aus dem Tauchsport kurz beschrieben und erklärt.

Abtauchphase: Die Zeit vom Verlassen der Oberfläche bis zum Erreichen der gewünschten Tauchtiefe.

Grundzeit: Die Zeit zwischen dem Verlassen der Oberfläche und der Einleitung des Aufstiegs.

Nullzeit: Die maximale Grundzeit, die das Auftauchen ohne verpflichtende Dekompressionsstopps erlaubt.

maximale Tauchtiefe: Der tiefste Punkt eines Tauchgangs, auch wenn nur eine kurze Zeit auf diesem tiefsten Punkt verbracht wird.

Auftauchphase: Die Zeit vom Verlassen der gewünschten Tiefe bis zum Erreichen der Oberfläche.

Aufstiegsgeschwindigkeit: Das Tempo zum Erreichen der Oberfläche, maximal 10 m/min.. Für die letzten 10 [m] empfehlen wir gar eine Auftauchgeschwindigkeit von maximal 6 m/min..

Sicherheitsstopp: Nach einem Tauchgang unter 10 m Tauchtiefe Aufstiegsstopp in 5 m für 3 - 5 min. Um deinem Körper zusätzliche Zeit zu geben um Stickstoff abzubauen.

Tauchzeit: Die Zeit zwischen dem Verlassen der Oberfläche und dem wieder Erreichen der Oberfläche.

Oberflächenpause: Die Zeit an der Oberfläche zwischen zwei Tauchgängen.

Wiederholungstauchgang: Ein Tauchgang innerhalb der zum Abbau der Reststickstoff-Sättigung vorheriger Tauchgänge nötigen Zeit. Nach 24 Stunden Oberflächenpause oder mehr spricht man nicht mehr von einem Wiederholungstauchgang.

Zeitzuschlag: Zeit, die auf einen reale Tauchzeit hinzugerechnet werden muss um einen weiteren Tauchgang zu berechnen. Dieser Faktor kommt aus noch vorhandenem Stickstoff in deinem Körper.

6.2 Tauchprofil

Das Tauchprofil beschreibt den Tauchgang in seinem zeitlichen Verlauf. Im Tauchprofil wird angegeben, zu welcher Zeit des Tauchgangs welche Tauchtiefe erreicht wird, wie lange die Grundzeit dauert, wie der Aufstieg inklusive des Sicherheitsstopps verläuft. Das Tauchprofil wird übersichtlich in einem Diagramm dargestellt, in dem auf der waagerechten Achse die geplante oder tatsächliche Tauchzeit und auf der senkrechten Achse die geplante oder tatsächliche Tauchtiefe dargestellt wird.

Ein tatsächliches Tauchprofil ist ungeeignet um es zu berechnen!

Daher wandeln wir das Tauchprofil zum Berechnen in ein eckiges Profil um.

6.3 Tauchtabellen

Die Tauchtabelle ermöglicht es dir, die Nullzeit für den ersten Tauchgang und nach einer Oberflächenpause die Nullzeit für weitere Tauchgänge zu bestimmen.

Es ist nicht möglich, die Reststickstoffsättigung nach einem Tauchgang zu schätzen oder genau zu beziffern. Die Tabelle kann dir aber zeigen, wie lange du bei einem weiteren Tauchgang auf der Wunschtiefe verbleiben darfst oder wie lange du Pause machen musst, um mit der Reststickstoffsättigung einen sicheren Wiederholungstauchgang mit deiner gewünschten Tauchzeit durchführen zu können. Stell dir vor, du möchtest wissen, wie lange es dauert, bis du nach einem alkoholischen Cocktail wieder frei von Alkohol bist und Auto fahren darfst.

Grundsätzlich kann man sagen, dass heutzutage fast niemand mehr im Sporttauchbereich die Tauchtabellen anwendet, weil unter

anderem aktuelle Tauchcomputer zuverlässig rechnen und deinen Tauchgang in kleinen Zeitabständen fortwährend neu berechnet. Trotzdem sollst du verstehen, wie solch ein Computer rechnet.

Multileveltauchen und Tauchcomputer

Alle Tauchtabellen gehen von der Situation eines Rechteck-Tauchprofils aus, weil sie eigentlich für den Berufstaucherbereich entwickelt wurden, also „Abtauchen bis Arbeitstiefe – Verbleiben auf dieser Tiefe – Austauchen“. Deine Tauchgänge als Sporttaucher werden dagegen eigentlich immer völlig anders aussehen. Du tauchst ab bis zum Riff, siehst es dir in der ersten Tiefe eine Weile an, gehst dann an diesem Riff tiefer, weil auch dort etwas zu sehen ist. Mit abnehmendem Luftvorrat wirst du dann wieder in flachere Bereiche tauchen und dir dort für viele Minuten etwas ansehen, bis du dann den endgültigen Aufstieg einleitest.

Derartige Tauchprofile, die weltweit typisch für Sporttaucher sind, werden als Multilevel-Tauchgänge bezeichnet. Die Tauchtabellen können dir für derartige Tauchgänge keine sicheren Informationen liefern. Du kannst ebenso nicht deine vielen Tiefenstufen beim Tauchgang und die zugehörigen Tauchzeiten in die Tabelle umsetzen, denn die dafür notwendige Mathematik ist im Kopf nicht lösbar. Es gibt auf dem Markt einige wenige manuell bedienbare und wasserfeste Hilfsmittel, um solche realistischen Tauchgänge annährernd zu berechnen, aber du benutzt schließlich zu Hause auch keinen Abakus für Rechenaufgaben, sondern einen Taschenrechner.

Weil auch programmierbare Taschenrechner unter Wasser nicht funktionieren, hat die Tauchausrüstungsindustrie schon seit vielen Jahren handliche Tauchcomputer entwickelt. In ihnen sind die komplizierten Sättigungs- und Entsättigungsformeln gespeichert, sie haben immer einen Drucksensor und eine eingebaute Uhr und können damit auch deinen Multileveltauchgang sicher berechnen – wenn du dich an wenige Regeln hältst (dazu später mehr).

Einige teurere Modelle geben dir sogar Daten zum Restdruck in deiner Tauchflasche, zur Resttauchzeit auf der aktuellen Tiefe. Alle Tauchcomputer speichern eine gewisse Zahl von Tauchgängen, falls du mal dein Logbuch nicht zur Hand hast. Und noch ein ganz großer Vorteil steckt in diesen kleinen Kisten: Dein gesamtes Tauchgangsprofil wird gespeichert und ist mittels PC oder mobilem Gerät auslesbar. Falls du also mal einen Tauchzwischenfall haben solltest und ein Tauchmediziner ist für dich zuständig, kann er deine Tauchprofile auslesen und fachkundig für deine korrekte Behandlung beurteilen. Der Tauchcomputer ist also fast so etwas wie der Flugschreiber bei Linienjets.

Ein eigener Tauchcomputer sollte gleich nach deiner eigenen ABC-Ausrüstung und deinem eigenen Atemregler an vorderer Stelle deiner Ausrüstungskäufe stehen! Du solltest ihn auf keinen Fall ausleihen, denn er speichert deine persönlichen Daten, außerdem musst du unbedingt mit all seinen Funktionen und Anzeigen vertraut sein.

Für einen Tauchcomputer kannst du mit Preisen zwischen etwas über 100 bis zu deutlich über 1000 Euro rechnen. Es gibt Tauchcomputer im Armbanduhrformat (prüfe da bitte selbst, ob du die Displayanzeigen halbwegs intuitiv binnen weniger Sekunden lesen kannst) und es gibt deutlich größere Geräte mit größerem Display. Achte darauf, dass du die Batterie selbst wechseln kannst und dass die Batterie ein weltweit erhältliches Standardmodell ist oder der eingebaute Akku eine ausreichende Kapazität hat. Der teuerste Tauchcomputer muss nicht auch für dich der Beste sein. Nicht nur Tauchtabellen, sondern auch die Rechenmodelle werden immer wieder korrigiert und verbessert. Nach dem aktuellen Stand der Forschung gilt u. a. das RGBM-Rechenmodell als sehr sicher, weil es schon lange vor der Bildung kritisch großer Stickstoffbläschen im Blut deinen Aufstieg plant.

Was für Tauchtabelle und für Tauchcomputer gleichermaßen gilt, musst du bei jedem Tauchgang wissen und berücksichtigen: Alle Sättigungsformeln operieren immer noch auf der Grundlage eines Rechteckprofils wie in der Berufs- und Marinetaucherei. Rauf – runter – rauf – runter wie ein JoJo kennen diese Formeln nicht, ein derartiges Tauchprofil musst du also ganz strikt vermeiden!

Zusammenfassung „Warum Tauchcomputer?

  • Exaktes Berechnen von Multileveltauchgängen,
  • Speicherung vieler Tauchgänge und Tauchgangsdaten,
  • Sehr sichere Berechnung bei Einhaltung weniger Rahmendaten,
  • Sekundengenaue Information über Sicherheitsverstöße wie zu schnelles Auftauchen.

Tauchgangsplanung

Eine einfache und ideale Version für den Sporttaucher ist die Noaa-Tauchtabelle. Mit ihr kann man schnell und einfach alle Werte zur Tauchgangsplanung ermitteln. Die Berechnung eines Tauchgangs ist von der Grundzeit und der Tauchtiefe abhängig. Wir gehen bei der Berechnung eines Tauchgangs immer von der maximalen Tauchtiefe, die erreicht wurde oder geplant ist aus und „tun so“, als würden wir die gesamte Grundzeit auf dieser maximalen Tauchtiefe verbringen. Dieses Vorgehen macht die Berechnung nicht nur leichter, dieses Vorgehen gibt uns ein Sicherheitspolster, weil wir in der Berechnung kritischere Werte zu Grunde legen als dies der Wahrheit entspricht.

6.4 NOAA Tauchtabelle

Starten wir mit unserer Tauchtabelle und einer kleinen Erklärung.

  • Tabelle 1- Wiederholungsgruppe,
  • Tabelle 2 - Oberflächenintervall,
  • Tabelle 3 - Tauchzeit für weitere Tauchgänge.

NOAA - National Oceanic and Atmospheric Administration ist eine von der Regierung unterstützte Institution. Ebenso gilt sie aber auch als Dachverband für alle zivilen Tauchverbände der USA.

Die NOAA Tabelle basiert auf der „U.S. NAVY AIR Decompression Table“

Tabelle 1- Wiederholungsgruppe

Starten wir mit der 1. Tabelle, unser Wiederholungsgruppen Tabelle (Chart1- dive times with end-of- dive group letter). Diese liefert dir Infomationen über die Nullzeit, also deine maximalen Tauchzeit, die du auf einer Tiefe zwischen 12 und 40 Metern verbringen darfst und deiner Wiederholungsgruppe der du nach dem Tauchgang angehörst. Deine Nullzeitgrenze findest du in den roten eingekreisten Zahlen.

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Auf der linken Seite findest du die Tiefe. Angegeben wird sie hier in msw (Metern) und fsw (Fuß). Wir beziehen uns in diesem Kapitel aber nur auf die Msw-Angaben. Gehen wir die Schritte zur Tabelle 1 einmal durch:

Wir planen einen Tauchgang auf 17 Metern über 26 Minuten:

  1. Wir nehmen unsere maximale geplante Tiefe. In diesem Fall ist diese auf 17 Metern. Da wir aber auf unserer Tabelle nicht jede Tiefe vertreten haben runden wir diese auf die nächst höhere, in unserem Fall 18,3 Meter, auf. Diese Zeile ist jetzt deine Arbeitszeile.
  2. In dieser Arbeitszeile gehen wir nun weiter, bis du deine Tauchzeit in Minuten findest. Auch hier gilt: Sollte deine Tauchzeit nicht angegeben sein, nimm wieder die nächsthöhere Zeit. Unsere Tauchzeit war 26 Minuten, diese Zeit finden wir nicht auf unserer Tabelle, also nehmen wir 28 Minuten.
  3. Wenn du nun deine Zeit gefunden hast gehe in der Spalte nach unten, bis zu den Buchstaben. Der Buchstabe in deiner Zeile ist dann deine Wiederholungsgruppe. In unserem Fall ist die Wiederholungsgruppe E.

Bei der Tauchtabelle gehen wir immer von der höheren Tiefe und Zeitwert aus, damit wir niemals mehr Stickstoff im Blut haben als wir beim weiteren Tauchgang annehmen. Darum gilt: Immer von einer höheren Aufsättigung ausgehen und sicher nach dem Tauchgang oder im Nächsten sein!

Tabelle 2- Oberflächenintervall

Eine Pause zwischen zwei Tauchgängen ist wichtig. Denn in der Oberflächenpause baut dein Körper den Reststickstoff, der sich vom vorherigen Tauchgang noch im Körper befindet, wieder ab. Das bedeutet je länger man nach einem Tauchgang pausiert, desto mehr Stickstoff wird vom Körper abgebaut. Das führt zu einer Veränderung unserer Wiederholungsgruppe, die führt zu einem kleineren Abzug für die Tauchzeit bei weiteren Tauchgängen.

Tabelle 2 besteht aus Kästchen, in denen du deine Oberflächenpause in Stunden und Minuten findest (hh:mm). Jedes Kästchen ist ein Zeitfenster von- bis. Die Zahlen gehen fließend ineinander über. Die untere Zahl ist immer die Mindestdauer und die obere Zahl ist die Maximaldauer des Oberflächenintervalls.

Wenn wir nun nach einer Pause von 1:46h die neue Wiederholungsgruppe bestimmen wollen, machen wir das so:

  1. Gehen wir von unserem letzten Beispiel aus. Dort war die Wiederholungsgruppe nach unserem Tauchgang Gruppe E. Von dieser Wiederholungsgruppe aus gehen wir in der selben Spalte hinunter zu den Oberflächenzeiten.
  2. Suche nun das Kästchen in dem du die Pausenzeit findest. In diesem Falle befindet sich unsere Pause in dem Kästchen mit den Zeiten von 1:45h bis 2:39h.
  3. Nun gehen wir in derselben Zeile nach links. Unsere neue Wiederholungsgruppe ist Gruppe C.

Wenn du dir die oberste Zeile der Tabelle 2 anschaust, wirst du erkennen, dass die obersten Zeiten immer recht unterschiedlich sind. In diesem Falle ist dies die Zeit, die notwendig ist, damit der Stickstoff wieder aus deinem Körper transportiert werden kann. Jedoch geht man bei Wiederholungstauchgängen von einer vollständigen Entsättigung von 24 Stunden aus. Das ist auch die Zeit, die notwendig ist, bis du wieder fliegen kannst. Also plane dies immer mit ein!

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Tabelle 3- Tauchzeiten für Wiederholungsgruppe

Anhand von Tabelle 3 kannst du deine Restnullzeit und deinen Zeitzuschlag für den nächsten Tauchgang ermitteln. Jede Spalte in dieser Tabelle steht für eine Tauchtiefe. Diese kannst du oben über der Tabelle ablesen. Die roten Zahlen stehen hier für die Angaben in Metern. Die Zeilen in der Tabelle stehen jeweils für eine der neuen Wiederholungsgruppen, die du schon mit Hilfe von Tabelle 2 ermittelt hast. In den einzelnen Kästchen findest du immer zwei Zahlen.

Die untere schwarze Zahl ist deine Restnullzeit. Also die Nullzeit die du beim zweiten Tauchgang maximal tauchen darfst. Die rote Zahl ist der Zeitzuschlag der dir aufgrund deines ersten Tauchgangs und der Oberflächenpause abgezogen wird.

Für jeden Tauchgang wird die gesamte Tabelle zweimal benutzt. Einmal benutzt du die Tabelle zur Planung. Hierbei spielt lediglich die Restnullzeit eine Rolle. Denn du kannst auf einen Blick diese sofort ablesen und deinen Tauchgang planen. Nach dem Tauchgang benutzt du sie um mithilfe deiner realen Tauchzeit und deinem Zeitzuschlag (die roten Zahlen) deine fiktive Tauchzeit zu bestimmen. Dies ist für alle Wiederholungstauchgänge nötig.

Starten wir zunächst damit, deine Restnullzeit zu ermitteln:

  1. Gehe nun in die Zeile mit der Wiederholungsgruppe die du bei Tabelle 2 bestimmt hast. In unserem Fall Gruppe E.
  2. Wenn wir nun unseren zweiten Tauchgang auf 14 Meter planen gehen wir nun in die Tiefen- Spalte von 15,2 Metern, gehen finden wir wieder unsere zwei Zeiten.
  3. Wenn wir nun in unserem Kästchen Schauen so ist die schwarze Zahl die 57. Somit ist unsere Restnullzeit 57 Minuten.

In der Wiederholungsgruppe E bei einer maximal Tiefe von 14 Metern ist unsere Restnullzeit also 57 Minuten. Wenn wir jetzt nach dem Tauchgang der auf 14 Metern für 21 Minuten war, die Wiederholungsgruppe für den nächsten

Tauchgang bestimmen wolllen gehen wir folgendermaßen vor:

  1. Suchen wir wieder anhand unserer Oberflächenpause vom ersten Tauchgang unsere Wiederholungsgruppe. In unserem Fall ist das die Wiederholungsgruppe E.
  2. Der Tauchgang hatte eine maximal Tiefe von 14 Metern. Schaut man nun wieder in die Tabelle, finden wir einen Zeitzuschlag von 35 Minuten.
  3. Gehen wir nun in der Spalte weiter nach oben, kommen wir oberhalb der Tiefenangaben zu den Linien die zurück zu Tabelle 1 führen.
  4. Nun gehen wir in derselben Tiefe wie in Tabelle 3 also bei 15,3 Metern und suchen unserer reale Tauchzeit, also 21 Minuten.
  5. Zu unserer realen Tauchzeit rechnen wir jetzt unseren Zeitzuschlag von 35 Minuten hinzu. Somit kommen wir dann auf eine fiktive Tauchzeit von 56 Minuten.
  6. Wenn wir nun in der Spalte nach unten gehen, finden wir die Wiederholungsgruppe H wieder.
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Wir erstellen unsere fiktive Tauchzeit um unsere Sättigung aus dem 1. Tauchgang und dem 2. Tauchgang zusammen zubringen und die daraus resultierende Aufsättigung für den 3. Tauchgang zu berechnen.

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Die Tauchtabelle wurde zur Planung von Nullzeit-Tauchgängen mit Pressluft entwickelt. Keine Planung von Deko-Tauchgängen!

Kein Tauchen in Bergseen!

Ein Sicherheits-Stopp von 3 min. auf 5 m ist immer erforderlich.

6.5 Bestimmung der korrekten Bleimenge

Das Blei beim Tauchen ist ein wichtiger Bestandteil der Ausrüstung. Es ist nötig, um dem bestehenden Auftrieb entgegenzuwirken und das Abtauchen zu ermöglichen. Andererseits ist das Blei auch eine Belastung, durch das unsere Schwimmlage verschlechtert und

damit ein erhöhter Kraftaufwand unter Wasser nötig wird. Daher heißt der Grundsatz: So viel wie nötig, aber so wenig, wie möglich.

Die Menge Blei, die du zum Tauchen mitnehmen musst, ist unteranderem von deiner Atemtechnik abhängig. Statt im normalen Rhythmus Einatmen - Ausatmen - Atempause atmen viele Taucher unter Wasser im Rhythmus Einatmen - Pause (Luft anhalten!) - Ausatmen und sofort wieder Einatmen und haben somit immer luftgefüllte Lungen. Die Luft in den Lungen muss durch zusätzliches Blei ausgeglichen werden. Daher ist die richtige Atmung für die korrekte Bleimenge grundlegend.

Beeinflusst wird die nötige Bleimenge aber auch von der Ausrüstung, die du trägst. Ein neuer Neoprenanzug hat mehr Auftrieb als ein Alter, genauso wie ein dicker Neoprenanzug mehr Auftrieb hat als ein Dünner. Die Wahl der Tauchflasche, hat ebenso Einfluss auf den Auftrieb. Schließlich hat auch die Art des Wassers Einfluss auf die nötige Bleimenge. Wie du weißt, hat Salzwasser einen größeren Auftrieb als Süßwasser. Du brauchst im Salzwasser also mehr Blei als im Süßwasser.

Aber wie stellst du nun die richtige Bleimenge für eine bestimmte Ausrüstungskonfiguration fest?

Gehe mit voller Ausrüstung ins Wasser, an eine Stelle, wo du nicht mehr stehen kannst. Behalte so viel Luft im Jacket, das du Auftrieb hast und schwimmst. Leere jetzt dein Jacket und atme normal ein. Mit der Luft in den Lungen und dem leeren Jacket solltest du noch so viel Aufrieb haben, dass auf Nasenhöhe treibst (wenn du jetzt absinkst, hast du zu viel Blei, du bist „überbleit“). Atme kräftig aus. Jetzt solltest du absinken. Gelingt dies, hast du die korrekte Bleimenge.

Denke daran, dass die korrekte Bleimenge von der Ausrüstung, mit der du tauchst, abhängig ist. Besonders auch das Material der Pressluftflasche muss berücksichtigt werden.

Wie du weißt, entwickeln Pressluftflaschen bei sinkendem Flaschendruck zunehmend Auftrieb. Eine fast leere 10-Liter-Pressluftflasche hat im Vergleich zum vollen Zustand (200 bar) ca. 2 kg mehr Auftrieb, der durch zusätzliches Blei ausgeglichen werden muss, damit du dich zum Ende des Tauchgangs unterwasser halten kannst. Beim Tauchen mit einer Pressluftflasche aus Aluminium ist zusätzliches Blei notwendig, da die Flasche im Verhältnis zu einer Stahlflasche größer ist und dadurch mehr Auftrieb hat.

Bei wechselnden Bedingungen oder Ausrüstungskonfigurationen musst du dein benötigtes Blei daher immer neu bestimmen. Der richtige Weg ist einen Bleicheck im Wasser. Da du aber möglichst schon vorher eine ungefähre Bleibestimmung machen möchtest, kannst du mit den folgenden Werten eine grobe Bleimenge vor dem Tauchgang bestimmen.

Hier eine Grobe übersicht bei Tauchen im Süßwasser:

  • Shorty = ca. 5% deines Körpergewichtes
  • Langanzug 5-7mm = ca. 10% deines Körpergewichtes
  • Weitere Planungsparameter sind:
  • Wechsel Süßwasser zu Salzwasser + 2 Kg
  • Aluflasche anstelle Stahlflasche + 2 Kg

Mit diesen Hilfen kannst du ungefähr deine Bleimenge vor kalkulieren. Probiere es mal aus und schaue, ob diese Werte für dich zutreffen. Bedenke, nicht alle Köper sind gleich und daher ist es nur eine grobe Kalkulation.

Hinweis: Wenn du mit deinem Tauchpartner einen Buddycheck machst, dann kannst du bei der Kontrolle des Bleis gleich überlegen, ob seine Bleimenge passen kann.

Wir empfehlen dir, die richtigen Bleimengen für die verschiedenen Ausrüstungskonfigurationen und die verschiedenen Bedingungen in deinem Logbuch zu notieren.

6.6 Briefing

Sicherheit beim Tauchen beginnt nicht erst im Wasser. Die ausführliche Besprechung eines geplanten Tauchgangs, das Briefing, mit allen Teilnehmern noch vor dem Anlegen der Tauchausrüstung ist zwingend erforderlich und kann durch nichts ersetzt werden. In einem Briefing wird besprochen

  • wer taucht alles mit, alle Teilnehmer benennen
  • die Beschreibung des Tauchplatzes (Name, maximale Tiefe, Bewuchs und Tiere, Sichtverhältnisse, Wassertemperatur, Wetterkonditionen, Besonderheiten und Gefahren)
  • die Planung des Tauchgangs (Einstieg, maximale Tauchtiefe, Tauchzeit, Tauchrichtung, Umkehrpunkt, Einteilung Buddyteams, Ausstieg)
  • geplante Übungen (falls vorgesehen, Ablauf)
  • Hand- bzw. Lichtzeichen
  • Hinweis auf Buddycheck, Erfahrung Buddy
  • Verhalten bei Zwischenfällen, im Notfall, verfügbare Hilfsmittel prüfen

Beachte: Einige der Briefingelemente kannst du bereits im Vorfeld erarbeiten, einige wie zum Beispiel Wetterkonditonen, Gefahren und Hilfsmittel kannst du erst direkt Vor Ort bestimmen.

6.7 Buddysystem und Buddycheck

Das Buddysystem, also das Tauchen mit mindestens einem Partner, beruht darauf, dass niemals alleine getaucht wird. Von allen Tauchverbänden wird das Buddysystem wegen millionenfacher Bewährung und seiner Vorteile empfohlen.

Der Buddy:

  • hilft beim An- und Ablegen der Tauchausrüstung
  • kontrolliert deine Ausrüstung (Buddycheck)
  • beruhigt und hilft bei Schwierigkeiten unter Wasser und zu zweit Tauchen macht einfach mehr Spaß
  • Mit zunehmender Erfahrung wächst zwar die Selbstständigkeit, auf das Buddysystem sollte dennoch niemals verzichtet werden.

Der Buddycheck ist einer der wichtigsten Sicherheitsmaßnahmen. Er bedeutet, dass die Tauchpartner jeweils bei dem Partner den korrekten Aufbau, den korrekten Sitz und die korrekte Funktion der Ausrüstung vor jedem Tauchgang kontrollieren.

Um die einzelnen Schritte des Buddychecks auch durchzuführen und nichts zu vergessen, haben sich Taucher eine Eselsbrücke gebaut. Die Eselsbrücke geht

COOLE TAUCHER BRAUCHEN SAUBERE LUFT OK?

C steht für Computer.

  • geht der Computer an?
  • Ist die Batterie noch voll genug?
  • Ist der richtige Sauerstoffanteil eingestellt?

Das T steht für das Tariersystem, also das Jacket (BCD) und gegebenenfalls den Trockenanzug.

  • ist das Jacket korrekt angelegt?
  • ist der Inflatorschlauch (bzw. sind die Inflatorschläuche) fest angeschlossen?
  • kann Luft in das Jacket, bzw. den Anzug eingelassen werden?
  • kann die in das Jacket, bzw. in den Anzug eingelassene Luft wieder abgelassen werden?
  • funktionieren alle Ablässe? Öffnen und Schließen sie richtig?
  • sind alle Instrumente zugänglich und keine Schläuche eingeklemmt?

Das B steht für Blei.

  • ist der Bleigurt korrekt angelegt (eng anliegend, mit rechts zu öffnen, keine Bänder darüber)?
  • sind alle Schnallen korrekt geschlossen?
  • sind die Bleitaschen gut gesichert? Wie können sie abgeworfen werden?
  • wie kann der Bleigurt im Notfall abgeworfen werden?
  • passt die Bleimenge?

Das S steht für Schnallen.

  • sind alle Schnallen korrekt (nicht beengend) geschlossen?
  • ist der Flaschengurt so fest angezogen, dass die Flasche festen Sitz hat?
  • sitzt die Flasche korrekt (nicht zu hoch, dass man mit dem Kopf anstößt, Fangschlaufe übergelegt)?
  • mit dem System des Buddys (für Notfälle) vertraut machen.

Das L steht für Luft.

  • wie hoch ist der Flaschendruck?
  • liefern Haupt- und Reserveregler Luft? (je zwei- bis dreimal aus jeder 2. Stufe atmen und dabei das Finimeter beobachten. Sinkt der angezeigte Flaschendruck bei dieser Überprüfung liegt ein Problem im System vor!)
  • ist das Flaschenventil bis zum Anschlag geöffnet und eine halbe Umdrehung zurück gedreht?
  • prüfe anschließend, ob deine ABC-Ausrüstung und evtl. weitere Ausrüstung bereit liegt und einsatzbereit ist.

Das OK steht für dein Ok- Zeichen

  • frage deinen Buddy nun ob es ihm gut geht und er nun bereit ist tauchen zu gehen.

Dieser Buddycheck ist vor jedem Tauchgang, also auch vor dem zweiten (dritten usw.) Tauchgang an einem Tag durchzuführen.

Zum einen dient es der Kontrolle ob dein Gerät wirklich richtig zusammengebaut ist. Zum zweiten lernt dein Buddy so aber auch deine Ausrüstung kennen und weiß wo er dich im Falle eines Problems unterstützen kann.

6.8 Durchführung eines Tauchgangs

Mache dich vor dem Tauchgang immer mit den örtlichen Begebenheiten vertraut. Dazu gehört zum einen zu wissen, welche Rettungseinrichtungen wo zur Verfügung stehen, aber auch, welche Besonderheiten das Gewässer aufweist. Sprich mit Tauchern, die das Gewässer und seine Besonderheiten kennen.

Nach dem Zusammenbau der Ausrüstung, dem Briefing und dem Buddycheck gehst du gemeinsam mit deinem Buddy oder der Gruppe ins Wasser. Wichtig ist dabei, dass dein Jacket aufgeblasen ist, damit du Auftrieb hast. Die verschiedenen Möglichkeiten des Einstiegs in das Wasser wirst du mit deinem Tauchlehrer üben.

Nach dem Abtauchen solltet ihr an den Bubblecheck denken und euch gegenseitig noch einmal versichern, dass die Ausrüstung des Partners einwandfrei funktioniert, an keiner Stelle Luft rausperlt und euch dies mit einem OK-Zeichen gegenseitig bestätigen.

Beginne frühzeitig mit dem Druckausgleich.

Achte auf deine Atmung und tariere dich aus.

Während des Tauchgangs musst du regelmäßig den Restdruck in deiner Pressluftflasche kontrollieren. Bleibe in der unmittlbaren Nähe deines Buddys. Diese „Nähe zum Buddy“ ist natürlich abhängig von den Sichtverhältnissen, der Tiefe und den Tauchbedingungen bzw. der Erfahrung deines Buddys unter Wasser. Sie sollte

jedoch nie weiter als eine Armlänge sein oder du solltest maximal 2 Sekunden benötigen um deinem Buddy Hilfe leisten zu können.

Spätestens dann, wenn der Erste in einer Gruppe beim vereinbarten Umkehrdruck ist, verlasst ihr gemeinsam die Tauchtiefe und kehrt um. Achtet beim Aufstieg auf die maximale Auftauchgeschwindigkeit von 10 m/min.. Für die letzten 10 m empfehlen wir gar eine Auftauchgeschwindigkeit von maximal 6 m/min..

Spätestens dann, wenn der erste (auch in einer Gruppe) nur noch einen Restdruck von 50 bar in seiner Pressluftflasche hat und der Tauchgang eine Tauchtiefe tiefer 10 m hatte, beginnen alle gemeinsam mit dem Sicherheitsstopp für 3 min. auf 5 m.

Nach dem Sicherheitsstopp tauchst du gemeinsam mit deinem Buddy bzw. in der Gruppe auf. Achte beim Auftauchen weiterhin auf die Auftauchgeschwindigkeit, aber auch auf Hindernisse, die sich gegebenenfalls an der Wasseroberfläche befinden können.

Gemeinsam mit deinem Buddy bzw. mit der Gruppe verlassen alle das Wasser. Auch für den Ausstieg aus dem Wasser gibt es verschiedene Verfahren (z.B. auf ein Boot, ans Ufer), die du mit deinem Tauchlehrer üben wirst.

Nach dem Ablegen der Ausrüstung, der Pflege der Ausrüstung, dem Debriefing und dem Schreiben des Logbuches ist der Tauchgang beendet.

6.9 Druckausgleich

Der hohe Umgebungsdruck im Wasser macht sich vor allem in den luftgefüllten Hohlräumen des Körpers bemerkbar. Um einen Tauchgang absolvieren zu können, musst du den Druck in diesen Hohlräumen dem sich verändernden Umgebungsdruck anpassen.

Die wichtigste Voraussetzung für deinen funktionierenden Druckausgleich ist deine Gesundheit. Wie wir bereits gezeigt haben, sind Lufteinschlüsse und Behinderungen des Luftflusses nicht nur hinderlich, sie können auch schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben.

Beim Auftauchen kannst du davon ausgehen, dass sich der Druck in den Körperhohlräumen von selbst an den sinkenden Umgebungsdruck anpasst. Immer vorausgesetzt, du bist gesund.

Beim Abtauchen musst du allerdings besonders dort, wo die Hohlräume durch elastische Membranen verschlossen sind, aktiv für die Anpassung an den Umgebungsdruck sorgen. Dies betrifft insbesondere das Ohr.

Um die Anpassung an den Umgebungsdruck aktiv auszuführen gibt es mehrere Verfahren. Wir werden hier nur die zwei gängigsten beschreiben.

6.9.1 Das Valsalva-Manöver

Das gängigste und am einfachsten auszuführende Manöver zum Druckausgleich ist das Valsalva-Manöver.

Entwickelt vom italienischen Arzt Antonio Maria Valsalva Ende des 17. / Anfang des 18. Jahrhunderts ist es das älteste Verfahren zum Druckausgleich im Mittel- und Innenohr. Um es durchzuführen verschließt du mit Daumen und Zeigefinger beide Nasenlöcher fest und versuchst, durch die Nase auszuatmen ohne die Wangen aufzublähen. Dadurch werden die Eustachischen Röhren, die Verbindungen zwischen Rachen und Mittelohren geöffnet und der Luftstrom zu den Mittelohren ermöglicht. Mit der Wahrnehmung zweier leichter „Blop“-Geräusche stellst du fest, dass sich die Trommelfelle nach außen gewölbt haben und der Druckausgleich gelungen ist.

6.9.2 Die Frenzel-Methode

Wie beim Valsalva-Manöver wird die Nase mit Daumen und Zeigefinger verschlossen und anschließend geschluckt. Durch die Aktivierung der Halsmuskulatur werden hierbei die Eustachischen Röhren geöffnet und für den Luftstrom freigegeben.

6.9.3 Andere Verfahren

Es gibt noch eine Reihe anderer Verfahren zur Durchführung des Druckausgleichs. Ihnen ist jedoch gemein, dass sie alle recht schwierig auszuführen sind und von sehr vielen Menschen, die die Methoden erlernt haben, leider nicht sicher beherrscht werden. Probiere die einzelnen Methoden zuerst einmal aus. Solltest du Fragen haben, so wende dich an deinen NSC- Instructor.

6.10 Handzeichen

Unter Wasser zu sprechen ist nur mit einer Vollgesichtsmaske und einer entsprechenden technischen Ausrüstung möglich. Dies macht Spaß und du solltest es bei Gelegenheit in deinem NSC Center einmal ausprobieren.

Um sich dennoch miteinander verständigen zu können, haben sich Taucher eine Reihe von Handzeichen ausgedacht. Viele dieser Zeichen verstehen alle Taucher. Es gibt aber regionale Abweichungen. Du kannst dir mit deinem Buddy oder mit deiner Tauchgruppe aber auch eigene Handzeichen ausdenken. Wichtig ist nur, dass dein Buddy und du und jeder in der Tauchgruppe unter allen Handzeichen das Gleiche verstehen. Deshalb werden die Handzeichen auch beim Briefing besprochen.

Im Folgenden werden wir die gebräuchlichen Handzeichen darstellen. Achte bei der Nutzung der Handzeichen darauf, dass du sie deutlich anzeigst. 

Ein Bild, das Text, Person, Mann, schwarz enthält.

Automatisch generierte Beschreibung Auftauchen!

Ein Bild, das Person, Mann, Brille enthält.

Automatisch generierte Beschreibung Alles ok?!

Ein Bild, das Person, schwarz, tragen, Maske enthält.

Automatisch generierte Beschreibung Abtauchen!

 Ein Bild, das Person, tragen, schwarz enthält.

Automatisch generierte Beschreibung Wie viel Luft hast du?

Ein Bild, das Person, Mann, darstellend, Taucheranzug enthält.

Automatisch generierte Beschreibung Eins (Zehn)

Ein Bild, das Person, Mann, schwarz, Brille enthält.

Automatisch generierte Beschreibung Fünfzig

 Ein Bild, das Person, Kleidung, Mann, tragen enthält.

Automatisch generierte Beschreibung Übungsabbruch

Ein Bild, das Person, Mann, tragen, schwarz enthält.

Automatisch generierte Beschreibung Halber Tank

Ein Bild, das Person, Mann, schwarz enthält.

Automatisch generierte Beschreibung Stopp!

Ein Bild, das Person, tragen, schwarz enthält.

Automatisch generierte Beschreibung Sicherheitsstopp!
Ein Bild, das Person, Mann, tragen, darstellend enthält.

Automatisch generierte Beschreibung Mach langsam!

Ein Bild, das Person, Mann, tragen, darstellend enthält.

Automatisch generierte Beschreibung Es stimmt etwas nicht!

Ein Bild, das Person, Mann, schwarz, Brille enthält.

Automatisch generierte Beschreibung Gefahr!

Ich habe keine Luft mehr!

Ein Bild, das Person, Mann, Brille enthält.

Automatisch generierte Beschreibung Boje schießen

Ein Bild, das Kleidung, schwarz enthält.

Automatisch generierte Beschreibung
Ein Bild, das Kleidung, Person enthält.

Automatisch generierte Beschreibung
Ein Bild, das Arm enthält.

Automatisch generierte Beschreibung

Alles OK! (Zeichen an der Oberfläche) Notfallsignal an der Wasseroberfläche.  Es gibt noch mehr Zeichen und auch du kannst eigene definieren. Sonst kannst du auch bei Kommunikationsproblemen eine Schreibtafel benutzen. Mit ihr kannst du nicht nur Signale geben, sondern auf detailreiche Fragen stellen. zu Kommunizieren hilft Sorgen und Stress zu verhindern.

Ein Bild, das Text enthält.

Automatisch generierte Beschreibung

Weitere Signale und Sicherheitseinrichtungen

Besonders bei Bootstauchgängen sind weitere Absprachen und Signale notwendig.

Das Briefing auf einem Boot sollte neben den eigentlichen Tauchgangsinformationen noch ein Rückholzeichen beinhalten. Dieses ist sehr wichtig, da bei einem Problem in der Gruppe, erst alle Taucher wieder an Bord sein müssen, bevor das Boot zum Beispiel ablegen kann um medizinische Betreuung aufsuchen zu können.

Dieses Signal kann ein permanentes Klopfen mit einem Stück Blei an die Leiter sein. Das Klopfen kann man gut und in weiter Entfernung unter Wasser hören, wie du schon weiter vorne gelernt hat. Solltet ihr ein solches Zeichen hören, taucht ihr im Team sofort kontrolliert auf und schaut was vom Boot für Signale gegeben werden. Auch üblich ist der Einsatz einer Rückholflagge, die für die Taucher das sofortige zurückkehren an Bord signalisiert.

Rückholerflagge

Ein Bild, das Mann enthält.

Automatisch generierte Beschreibung Abholzeichen -> ich schaffe es nicht zurück zum Boot, aber es ist alles in Ordnung

amerikanische internationale Taucherflagge

Taucherflagge Alpha Flagge

Bei einem Bootstauchgang sollte als zusätzliche Sicherheitseinrichtung unter Wasser auf 5 Meter eine Saftybar gesetzt sein. An dieser Safetybar, kann man entspannt seinen Sicherheitsstopp ableisten und hat im Falle eines Problem noch notwendige Ausrüstung dabei:

  • Eine Tauchflasche mit komplettem Atemregler - falls die Luft zu knapp oder Tauchzeiten überschritten wurden
  • einen Bleigurt - falls zu wenig Blei mitgenommen wurde oder etwas verloren wurde
  • eine Signalboje (am besten eine Orange und eine Gelbe) und eine Schreibtafel, auf der man etwas notieren kann und ggf. mit einer Boje an die Oberfläche senden kann um dem Bootspersonal eine Information zukommen zu lassen.

Solltet ihr unter Wasser mal ein Problem haben, so ist das Notsignal ein vierfaches Signal gefolgt von einer Pause. Wenn ihr mal Hilfe leisten wollt, dann achtet vorrangig immer auf eure eigene Sicherheit. Am besten ist es immer einen Profi zur Hilfe zu holen.

Solltest du mal an der Oberfläche um Unterstützung rufen wollen, eignet sich eine Trillerpfeife wesentlich besser dazu, da sie besser zu hören ist und Energie spart. Auch ist der Einsatz eines Spiegels als Signalmittel sehr effektiv.

6.11 Nach dem Tauchgang

Viele Taucher fühlen sich nach einem Tauchgang müde und abgeschlafft. Dies kommt durch den körperlichen Einsatz den du während deines Tauchgangs leistest. Der Reststickstoff im Körper unterstützt dieses.

Daher sollte nach einem Tauchgang zunächst einmal Ruhe einkehren. In jedem Fall solltest du deine Tauchausrüstung ablegen, gegebenenfalls die nasse Kleidung gegen Trockene tauschen.

Vermeide körperliche Anstrengung und wärm dich wieder auf.

Durch einen Reflex des Körpers führt zu einer Konzentration des Blutkreislaufes auf den Körperkern und das Gehirn, mit der Folge, dass die Nieren dem Körper vermehrt Wasser entziehen und als Urin ausscheiden. Dieser Flüssigkeitsverlust und das Einatmen der sehr trockenen Pressluft während des Tauchgangs, welche in den Lungen angefeuchtet wird und beim Ausatmen in das Wasser abgegeben wird, muss dringend ausgeglichen werden. Trinken, vor allem Wasser, ist für jeden Taucher an der Oberfläche oberstes Gebot. Manche Tauchbasen empfehlen, nach jedem Tauchgang mindestens 1,5 l Wasser zu trinken, zusätzlich zu dem ohnehin nötigen Flüssigkeitsbedarf. Erwiesenermaßen ist die Mehrzahl aller Tauchunfälle die Folge einer Dehydration, einem Mangel an

Flüssigkeit im Körper. Ob du auch Nahrung zu dir nehmen willst, liegt in deinem Ermessen.

In jedem Fall sollte es nach jedem Tauchgang eine Kurzauswertung, ein Debriefing, geben. Hier sollte angesprochen werden, was gut und was schlecht gelaufen ist, welche Verbesserungen vorgenommen werden können und wie zukünftige Tauchgänge verbessert werden können. Hier kannst du auch ansprechen, was Du beim Tauchgang beobachtet hast und was evtl. auch verändert werden kann.

Wie du weißt, dauert der Prozess der Entsättigung deines Körpergewebes vom Stickstoff (N2) bis zu 24 Stunden, eine vollständige Entsättigung kann sogar bis zu 48 Stunden, also zwei Tage dauern. Daher solltest du aus Sicherheitsgründen nach dem letzten Tauchgang innerhalb von 24 Stunden nicht fliegen. Ebenso darfst du nach einem Tauchtag keine Touren in hoch gelegene Gegenden unternehmen. Wir empfehlen nach einem Tauchtag auf maximal 600 m über den Meeresspiegel aufzusteigen und Bergtouren über 2400 m frühestens 24 Stunden nach dem letzten Tauchgang zu unternehmen.

Genaue Information gibt dir dein Tauchcomputer oder deine Tauchtabelle.

6.12 Sicherheitsregeln

Die Sicherheitsregeln zum Tauchen haben wir in den einzelnen Abschnitten bereits erwähnt und erläutert. Hier fassen wir alle Sicherheitsregeln noch einmal zu einer Übersicht zusammen. Es ist uns wichtig, dass dir die Sicherheitsregeln immer bewusst sind.

  • Tauche nie allein!
  • Achte immer auf deine Aufstiegsgeschwindigkeit!
  • Führe immer einen Sicherheitsstopp durch!
  • Tauche nicht, wenn du dich nicht wohlfühlst. Jeder Taucher hat das Recht, einen Tauchgang ohne Begründung und ohne Sanktion abzusagen oder abzubrechen.
  • Plane deinen Tauchgang und tauche deinen Plan!
  • Vor jedem Tauchgang – Briefing und Buddycheck!
  • Atme ständig und halte nie die Luft an!
  • Tauche konservativ. Unternimm nur Tauchgänge, die deinem Kenntnisstand entsprechen. Dies gilt besonders für Tief-, Wrack- und Höhlentauchgänge. Hierfür brauchst du eine besondere Ausbildung, die du bei deinem Tauchlehrer absolvieren kannst.
  • Tauche ruhig und genieße die Unterwasserwelt. Tauchen ist kein Hochleistungssport!
  • Schütze die Unterwasserwelt. Als Taucher bist du nur Gast im Wasser. Fasse nichts an. Nimm nichts mit und hinterlasse nichts!
  • Vermeide Dekompressionstauchgänge!
  • Atme deine Pressluftflasche niemals ganz leer 50 bar sollten immer in der Flasche verbleiben!
  • Nach jedem Tauchgang ausreichend trinken!
  • Hinterlasse bei Angehörigen und Freunden, wo du zum Tauchen hingehst!
  • Probiere neue Ausrüstungsgegenstände immer erst in einer sicheren Umgebung aus (am besten im Schwimmbad).

6.13 Tauchen mit Kindern

Für Kinder bietet der Tauchsport einzigartige Erlebnismöglichkeiten.

Kinder sind jedoch keine kleinen Erwachsenen. Ihr Körperbau, ihre Körperfunktionen und ihr Verhalten folgen eigenen Regeln. Im Tauchsport stehen dabei alle, die das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, unter besonderem Schutz.

Körperliche und funktionelle Besonderheiten des kindlichen Körpers haben darüber hinaus besondere Sicherheitsmaßnahmen zur Folge. Unterschiede zum Erwachsenen bestehen im Wesentlichen im Bau und in der Funktion der Lungen und der Atemwege, in der körperlichen Reaktion auf den Druck, in einer größeren Kälteempfindlichkeit und in einer häufiger auftretenden Erschwerung des Druckausgleichs.

Zu beachten ist auch die höhere Infektionsanfälligkeit von Kindern. Infektionen jeder Art beim Kind müssen - wie bei Erwachsenen auch - den Verzicht auf das Tauchen zur Folge haben.

Insgesamt ergeben sich für das Tauchen mit Kindern aus Sicherheitsgründen folgende zusätzliche dringende Empfehlungen:

  • Tauchzeit sollte auf 30 Minuten begrenzt werden
  • Tiefenbegrenzung je nach Alter (siehe allgemeiner Standard)
  • maximal ein Tauchgang pro Tag
  • keine Kaltwassertauchgänge (Wassertemperatur nicht unter 14 °C)
  • Verlangsamung der Auftauchgeschwindigkeit auf 6 m/min.
  • Sicherheitsstopp 3 min auf 5m
  • Nullzeitgrenze zu maximal 80% ausnutzen

Kapitel 7 - Tauchmedizin

7. Körper und Funktionen

7.1 Herz & Blutkreislauf

7.2 Lunge & Atmung

7.3 Nasennebenhöhlen

7.4 Stoffwechsel

7.5 Der Mensch

7.6 Tauchen mit Beeinträchtigung


7. Körperbau und Funktion

Auch hier gilt wieder, dass der Mensch für das Leben in der Atmosphäre entwickelt ist. Wasser als das den Körper umgebende Medium beim Tauchen ist nicht der artgerechte Aufenthaltsort des Menschen.

In diesem Zusammenhang ist das Verständnis für den Bau und die Funktion des menschlichen Körpers insbesondere unter den Bedingungen unter Wasser von zentraler Bedeutung für die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen und -Vorschriften.

7.1 Herz und Blutkreislauf

Der Blutkreislauf ist das Transportsystem für alle Stoffe, die zur Lebenserhaltung im Körper bewegt werden müssen. Das Herz ist der Motor des Blutkreislaufs.

Grundsätzlich besteht der Kreislauf aus zwei voneinander unabhängigen Teilen, dem Lungenkreislauf und dem Körperkreislauf.

Im Lungenkreislauf wird Kohlendioxid (CO2), das bei der Arbeit in den Körperzellen entsteht, an die Lungen zur Ab Atmung abgegeben.

Sauerstoff (O2) wird aus den Lungen in das Blut zum Transport in die Körperzellen abgegeben, um diese permanent zu versorgen.

Im Körperkreislauf werden der Sauerstoff (O2) und alle Nährstoffe, die die Körperzellen für ihre Arbeit brauchen, zu diesen Zellen transportiert, alle durch die Arbeit entstehenden Abfallprodukte werden von den Körperzellen in den Körperkreislauf abgegeben und zur Entsorgung transportiert. Der Teil des Kreislaufes, in dem die Nährstoffe vom Herzen zu den Körperzellen transportiert werden, bezeichnen die Mediziner als arteriellen Blutkreislauf. Den Teil des Kreislaufs, in dem die Abfallstoffe aus den Körperzellen zum Herzen transportiert werden, nennen sie den venösen Blutkreislauf. 

7.2 Lungen und Atmung

Die Lungen des Menschen befinden sich im Brustkorb und füllen diesen fast komplett aus. Die Lungen sind über die Bronchien mit der Luftröhre verbunden. In den kleinsten Gefäßen der Lungen, den Alveolen (Lungenbläschen), findet der Gasaustausch mit dem Blut statt. Hier gelangt der Sauerstoff (O2) aus der eingeatmeten Luft in das Blut und Kohlendioxid (CO2) aus dem Blut in die auszuatmende Luft.

Der Reiz zum Atmen kann willentlich nur begrenzt beeinflusst werden. Dieser Reiz wird im Wesentlichen durch den CO2-Partialdruck im arteriellen Blut gesteuert. Steigt der CO2-Partialdruck im arteriellen Blutkreislauf über einen bestimmten Wert (allgemein wird der Wert von 80 mbar ppCO2 angenommen) kann der Atemreiz nicht mehr unterdrückt werden.

Der CO2-Partialdruck im arteriellen Blut kann dann ansteigen, wenn das im Körper produzierte CO2 die Menge CO2 übersteigt, die abgeatmet werden kann, beispielweise bei schwerer Arbeit. Hierauf reagiert der Körper normalerweise mit einer schnelleren Atmung. Der CO2-Partialdruck im arteriellen Blut kann aber auch dadurch ansteigen, dass das Ausatmen und damit das Abatmen des CO2 willentlich unterbleibt, beispielsweise beim Luftanhalten oder beim Tauchen ohne Gerät.

Wenn du deine Atmung bewusst beobachtest, wirst du feststellen, dass deine Atmung ausatemorientiert ist. Ausatemorientiert heißt, dass du nach dem Einatmen direkt wieder ausatmest und anschließend eine mehr oder weniger lange Atempause einsetzt. Diesen Atemrhythmus solltest du auch beim Tauchen beibehalten. Achte darauf.

7.2.1 Atemminutenvolumen und Luftverbrauch

Das Atemminutenvolumen (AMV) gibt an, wie viel Luft (in Litern) pro Minute eingeatmet wird. Die Kenntnis des AMV ist für den Taucher wichtig, da hiermit in der Tauchgangsplanung berechnet werden kann, wie lange der Luftvorrat für einen Tauchgang in einer bestimmten Tiefe unter Beachtung der Sicherheitsrichtlinien ausreicht.

Zur Berechnung des AMV benötigst du die Atemfrequenz (Anzahl der Atemzüge pro Minute) und das Atemzugvolumen (Volumen der eingeatmeten Luft bei einem Atemzug). Die Atemfrequenz liegt bei einem gesunden, erwachsenen Menschen durchschnittlich bei 15 Atemzügen pro Minute, das Atemzugvolumen beträgt in Ruhe ca. 500 - 600 Milliliter (ml). Das durchschnittliche AMV eines gesunden, erwachsenen Menschen beträgt an der Oberfläche und in Ruhe somit 15 (Atemzüge/Minute) x 500/600 (ml/Atemzug) = 7,5 – 9,0 l/min.

Für die Berechnung des Luftverbrauchs beim Tauchen musst du jedoch den Umgebungsdruck in der Tiefe mit berücksichtigen, da die Luftmenge, die verbraucht wird, mit zunehmendem Umgebungsdruck größer wird (Gesetz von Boyle-Mariotte). Die gesamte Luftmenge, die während eines Tauchgangs verbraucht wird, kannst du berechnen, indem du das Flaschenvolumen (in Liter) mit dem Verbrauch (in bar) multiplizierst.

Luftverbrauch = Flaschenvolumen [l] x (Flaschendruck Beginn – Flaschendruck Ende) [bar]

Damit hast du also den gesamten Luftverbrauch während eines Tauchgangs ausgerechnet. Um das AMV beim Tauchen nun zu berechnen, musst du den gesamten Luftverbrauch mit dem Umgebungsdruck deiner durchschnittlichen Tiefe und der Tauchzeit in Beziehung setzen. Somit kannst du das AMV beim Tauchen berechnen mit:

AMV = Luftverbrauch / (Umgebungsdruck (Ø Tiefe) x Tauchzeit)

Ein Beispiel: Das Volumen deiner Tauchflasche beträgt 12 Liter. Vor Beginn des Tauchgangs zeigt dein Finimeter 200 bar, zum Ende 60 bar. Dein Tauchgang hat eine durchschnittstiefe von 8,5 Metern und dauerte 35 Minuten. Wie hoch ist dein AMV?

12 l x (200 – 60) bar / (1,85 bar x 35 min) = 1680 barl / 64,75 barmin = 25,94 l/min

Das AMV unter Wasser ist – bedingt durch den Umgebungsdruck und den damit zusammenhängenden Volumenveränderungen der Atemluft – größer als an der Oberfläche. Bedenke, dass dein Luftverbrauch unter Wasser zusätzlich noch von vielen anderen Faktoren wie beispielsweise von der Strömung, von den Temperaturen unter Wasser und unter Umständen von schlecht sitzender Ausrüstung beeinflusst werden kann. Plane deinen Luftverbrauch unter Wasser daher konservativ.

Ein Bild, das Text, Wasser, Wasserfahrzeug, Segelschiff enthält.

Automatisch generierte Beschreibung

Im Folgenden wollen wir auf drei wichtige Phänomene eingehen, die die Atmung betreffen und die für den Taucher von besonderer Bedeutung sind, die Hyperventilation, das Essoufflément und das Air-Trapping.

7.2.2 Hyperventilation

Bei der Hyperventilation handelt es sich um den - gut gemeinten - Versuch der verstärkten Lungenbelüftung, vor allem vor Zeit- und Streckentauchversuchen ohne Gerät. Erreicht wird die verstärkte Lungenbelüftung durch ein mehrfaches schnelles und tiefes Ein- und Ausatmen.

Der Effekt der willentlichen Hyperventilation ist jedoch nicht eine Erhöhung des O2-Gehaltes in den Lungen und im Blut (das angestrebte Ziel), sondern eine Absenkung des CO2-Partialdrucks im arteriellen Blut.

Die Absenkung des CO2-Partialdrucks im arteriellen Blut hat jedoch Einfluss auf den Atemreiz. Wie du weißt, steuert der CO2-Partialdruck im arteriellen Blut im Wesentlichen den Atemreiz, die Absenkung bewirkt also eine Verzögerung des Atemreizes. Da jedoch weiterhin Sauerstoff (O2) verbraucht wird, der O2-Partialdruck im arteriellen Blut also sinkt, besteht die Gefahr, dass der O2-Mangel zu einer plötzlichen Bewusstlosigkeit führt, bevor der Atemreiz wieder einsetzt. Diese Bewusstlosigkeit setzt bei einem bestimmten Sauerstoff-Partialdruck (ppO2) im arteriellen Blut (allgemein wird der Wert von 40 mbar ppO2 angenommen) ohne vorherige Symptome und völlig ohne Vorwarnung ein.

Dieser sogenannte Schwimmbad-Blackout bedeutet akute Lebensgefahr. Dem Taucher muss von Außen geholfen werden.

Tauchen ohne Gerät (Apnoe) sollte daher niemals durch willentliche Hyperventilation vorbereitet werden. Zwei bis drei tiefe Atemzüge vor dem Tauchgang reichen völlig aus.

7.2.3 Essoufflément - Außer Atem kommen

Der Begriff Essoufflément kommt - wie es die Schreibweise verrät - aus dem Französischen und heißt wörtlich übersetzt „außer Atem kommen“ bzw. „Atemlosigkeit“. Grundlage des Essoufflément ist eine CO2-Vergiftung durch eine unkontrollierte Atmung. In einem sich verstärkenden Kreislauf äußert es sich zunächst in einer flacher und schneller werdenden Atmung, die zu einem schleichenden Anstieg des CO2-Partialdrucks (ppCO2) im arteriellen Blut führt. Der steigende CO2-Partialdruck wiederum hat eine weitere Steigerung des Atemreizes zur Folge und sorgt dafür, dass die Atmung noch schneller und flacher wird.

Das Essoufflément tritt vor allem bei Tauchgängen in großer Tiefe und bei gleichzeitiger körperlicher Anstrengung auf. Dies hängt

damit zusammen, dass die Atemarbeit durch den Umgebungsdruck auf die Atemorgane bereits erschwert ist - das Aufblähen der Lungen braucht mehr Kraft - und gleichzeitig dichtere Atemluft - entsprechend dem Gesetz von Boyle-Mariotte – in die Lungen eingesogen werden muss.

Ein Essoufflément ist ein ernst zu nehmender Zwischenfall (auf andere mögliche Zwischenfälle beim Tauchen gehen wir später noch ein). Der Tauchpartner muss dem Betroffenen sofort helfen. Es ist dringend erforderlich, unter Beachtung der Auftauchgeschwindigkeit, höher zu steigen. Dabei muss der Tauchpartner verhindern, dass der Betroffene zu schnell aufsteigt. Schon während des Aufstiegs werden die Symptome nachlassen und schließlich ganz verschwinden.

Durch eine gute Fitness kann jeder Taucher dem Auftreten eines Essoufflément vorbeugen. Die Vermeidung körperlicher Anstrengung in großer Tiefe mindert ebenso die Gefahr eines Essoufflément. Rauchen wird allgemein als Risikofaktor für das Auftreten eines Essoufflément angesehen.

7.2.4 Air Trapping

Der Begriff ist eine Zusammensetzung aus den englischen Wörtern air (= Luft) und trapping (= fangen) und bedeutet, dass die Luft aus den Lungen nicht abgeatmet werden kann, sondern in den Lungen gefangen bleibt. Ein air-trapping wird begünstigt durch alle Formen der Atemwegserkrankungen (Erkältung, Bronchitis, Asthma u.ä.) aber auch durch Allergien (z.B. Heuschnupfen), die die Atmung beeinträchtigen.

Für den Taucher kann ein auftretendes air-trapping fatale Folgen haben. Wenn eingeatmete Luft in der Aufstiegsphase nicht aus den Lungen entweichen kann, kommt es unweigerlich zu einer Lungenüberdehnung und einem Barotrauma der Lungen (hierauf gehen wir im Weiteren noch ein).

Die Gesundheit der Atemwege ist für jeden Taucher lebenswichtig. Es sollte für jeden Taucher selbstverständlich sein, bei jedweder Art der Atemwegserkrankungen auf das Tauchen zu verzichten. Dazu gehört auch, dass Taucher, die Medikamente zur Atemwegsbehandlung einnehmen, auf das Tauchen verzichten. Starkes Rauchen ist ein bedeutender Risikofaktor für das Auftreten eines air-trapping.

7.3 Nasennebenhöhlen

Bei den Nasennebenhöhlen handelt es sich um vier jeweils paarig vorliegende, luftgefüllte Hohlräume, die dem Atmungsapparat der Nase zugeordnet werden. Alle Nasennebenhöhlen sind mit einer Schleimhaut ausgestattet und damit auch Entzündungsanfällig. Entzündungen der Nasennebenhöhlen können wegen der engen Zugänge zu Verschlüssen dieser Zugänge führen mit der Folge, dass beim Tauchen Druckunterschiede verbunden mit starken Schmerzen auftreten können.

Das Tauchen sollte bei einer Entzündung der Nasennebenhöhlen, vor allem aber auch bei einer abklingenden Entzündung und beim Einsatz schleimlösend und abschwellend wirkender Medikamente (z.B.Nasenspray) unterbleiben.

Ein Bild, das Text enthält.

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7.4 Stoffwechsel

Alle Lebewesen sind auf einen möglichst störungsfrei laufenden Stoffwechsel angewiesen. Der Stoffwechsel ist lebensnotwendig, da die Aufrechterhaltung der Lebensfunktionen die ständige Zufuhr neuer Energie erfordert. Zum Stoffwechsel gehören neben der Atmung alle Vorgänge der Nahrungsaufnahme und -verarbeitung bis hin zur Ausscheidung der Rest- bzw. Abfallprodukte. Grundsätzlich wird unterschieden zwischen dem anabolen Stoffwechsel, bei dem körpereigene Substanzen aufgebaut werden, und dem katabolen Stoffwechsel, bei dem durch den Abbau von Körpersubstanzen Energie gewonnen wird. Normalerweise laufen beide Prozesse ständig und gleichzeitig nebeneinander ab.

Viele Taucher behaupten, da sie beim Tauchen sehr viel Energie verbrauchen, dass sie durch das Tauchen sogar abnehmen. Beobachtern von außen erscheint diese Behauptung wegen der doch eher gemäßigten Bewegungen als übertrieben.

Tatsächlich ist es jedoch so, dass der Energiebedarf beim Tauchen, vor allem durch den Wärmeverlust des Körpers im Wasser und die druckbedingte erhöhte Atemarbeit, enorm ist. Vergleichbar ist der Energiebedarf beim Tauchen mit dem eines mittelschnellen Ausdauerlaufs. Der Wärme- und Energiebedarf des Körpers kann nur durch einen erhöhten katabolen Stoffwechsel bereitgestellt werden, also einen höheren Verbrauch von Nährstoffen. Da viele Taucher jedoch nach dem Tauchen geradezu einen Heißhunger, vor allem nach Süßem, verspüren und diesem Heißhunger in aller Regel auch nachgeben, ist eine spürbare und nachhaltige Gewichtsabnahme durch das Tauchen eher die Ausnahme.

7.5 Der Mensch

Mit dem Eintauchen deines Körpers in das Wasser begibst du dich in eine Umgebung, für die du nicht geschaffen bist. Nur mit technischer Hilfe bist du in der Lage in diesem fremden Milieu zu überleben. Gleichzeitig verursacht das Eintauchen in dieses fremde Milieu körperliche Reaktionen, erfordert von dir aber auch besonderes Verhalten.

Die Kenntnis der wesentlichen körperlichen Reaktionen und Verhaltensweisen ist für jeden Taucher von besonderer Bedeutung.

7.5.1 Tauchreflex

Mitte des 19. Jahrhunderts entdeckte der französische Physiologe Paul Bert, dass sich der Herzschlag beim Eintauchen des Kopfes ins Wasser verlangsamt. Gleichzeitig kommt die Atmung zumindest vorübergehend zum Stillstand, der Blutkreislauf wird auf die lebenswichtigen Organe im Körperkern und das Gehirn konzentriert (engl.: bloodshift = Blutverlagerung). Paul Bert entdeckte dieses reflexartige Verhalten zuerst bei Enten. Mittlerweile weiß man, dass alle warmblütigen Lebewesen, also auch der Mensch, diesen Schutzreflex mehr oder weniger ausgeprägt haben.

Der Reflex der Blutkreislaufkonzentration auf den Körperkern und das Gehirn hat u.a. zur Folge, dass während des Tauchgangs über die Nieren vermehrt Flüssigkeit aus dem Körper als Urin ausgeschieden wird. Dieser Flüssigkeitsverlust muss durch Trinken nach dem Tauchgang wieder ausgeglichen werden.

7.5.2 Wasser- Nasen- Reflex

Der Wasser-Nase-Reflex bewirkt, dass die Atmung eingestellt wird, sobald Wasser in die Nase eindringt. Der Wasser-Nase-Reflex ist nicht bei allen Menschen gleich stark ausgeprägt, er fällt jedoch umso heftiger aus, je kälter das Wasser ist.

Dieser Schutzreflex vor dem Ertrinken ist für dich als Taucher nicht nur hinderlich; du musst den Reflex unterdrücken können. Dringt nämlich Wasser in deine Maske ein oder tauchst du ganz ohne Maske, musst du in der Lage sein, durch den Mund weiter zu atmen. Gut trainierte Taucher können in der Situation ohne Maske durch den Mund ein- und durch die Nase wieder ausatmen. Beherrscht du den Wasser-Nase-Reflex nicht kann es passieren, dass du - nachdem du eine Zeit lang nicht mehr geatmet hast - durch die Nase wieder einatmest und damit eine ordentliche Ladung Wasser einatmest.

Im Abschnitt Tauchpraxis werden wir dir hilfreiche Tipps geben, wie du mit deinem Tauchlehrer Übungen dazu durchführen kannst, falls dein Wasser-Nase-Reflex ausgeprägter sein sollte.

7.5.3 Stickstoff (N2) Aufsättigung und Entsättigung

Wie du aus der Erläuterung des Gesetzes von Henry weißt, nimmt dein Körper entsprechend den steigenden Partialdrücken der Bestandteile der Atemluft beim Tauchen vermehrt diese Gase auf. Besondere Bedeutung hat dabei die Aufnahme von Stickstoff (N2).

Der Stickstoff (N2) in der Atemluft ist für den Menschen ein Füllgas oder Inertgas. Der Stickstoff (N2) wird von deinem Körper durch die Atmung zwar aufgenommen, er nimmt jedoch am Stoffwechsel deines Körpers nicht teil. Da die erhöhte Menge Stickstoff (N2) aus Kapazitätsgründen jedoch auch nicht sofort wieder ausgeatmet werden kann, wird er beim Tauchen vermehrt in deinem Blut und deinem Körper gelöst und abgelagert. Diese Aufsättigung des Blutes und des Körpergewebes mit Stickstoff (N2) geschieht so lange du dich in der Tiefe aufhältst, also so lange der Umgebungsdruck gleichbleibend ist oder gar steigt.

Die Aufsättigung deines Körpergewebes mit Stickstoff (N2) geschieht jedoch nicht gleichmäßig. In Abhängigkeit von der Stärke der Durchblutung gibt es Körpergewebe, das sich sehr schnell aufsättigt (z.B. die Nieren) und welches, das sich deutlich langsamer aufsättigt (z.B. die Knochen).

Sinkt nun der Umgebungsdruck - wenn du auftauchst - löst sich der Stickstoff (N2) wieder aus deinem Blut und deinem Körpergewebe, es setzt die Entsättigung ein. Hier gilt analog, dass stark durchblutetes Gewebe schneller und weniger stark durchblutetes Gewebe langsamer entsättigt wird. In letzter Konsequenz heißt das auch, dass die Körpergewebe, die langsam entsättigt werden, sich im Entsättigungsprozess zuerst einmal „hinten anstellen“ müssen. Das heißt aber auch, dass der Entsättigungsprozess mit dem Erreichen der Wasseroberfläche nach dem Tauchgang noch lange nicht abgeschlossen ist und unter Umständen noch bis zu 24 Stunden, eine vollständige Entsättigung im Extremfall sogar bis zu 48 Stunden, also zwei Tage dauern kann.

7.6 Tauchen mit Beeinträchtigungen

Nicht jeder Mensch ist gesund. Manche Mediziner behaupten sogar, es gäbe keine gesunden Menschen, Menschen seien entweder krank oder schlecht untersucht.

Das, was für alle Menschen zutrifft, trifft natürlich auch auf die Gemeinschaft der Taucher zu. Auch unter den Tauchern gibt es gesundheitliche Beeinträchtigungen, die beachtet werden müssen.

Tauchst du mit einem Buddy mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen ist es zunächst einmal wichtig, dass du davon weißt. Die besonderen Sicherheitsvorkehrungen, die für Taucher mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen gelten, gelten dann selbstverständlich auch für dich.

7.6.1 Tauchen mit Rechts Links Shunt (PFO)

Ein Rechts-Links-Shunt oder offenes Foramen ovale ist - bei den Betroffenen - ein Überbleibsel aus der Zeit im Mutterleib. Da das Kind im Bauch der Mutter durch das Blut der Mutter mit Sauerstoff versorgt wird, wird der Lungenkreislauf beim Fötus nicht benötigt. Durch ein Loch zwischen dem linken und dem rechten Vorhof des Herzens wird der Lungenkreislauf umgangen, der Blutkreislauf wird „kurzgeschlossen“. Dieses Loch schließt sich normalerweise nach der Geburt vollständig oder zumindest so weit, dass kein venöses Blut in den arteriellen Kreislauf gelangen kann. Bei 25 - 30% der Bevölkerung bleibt der Verschluss des Lochs jedoch unvollständig, sie haben ein offenes Foramen ovale (PFO = engl.: patent Foramen ovale).

Gehen wir davon aus, dass Taucher zur normalen Bevölkerung gehören, müssen wir auch davon ausgehen, dass 25 - 30% der Taucher ein offenes Foramen ovale haben und dies im Normalfall völlig unproblematisch ist.

Problematisch wird es, wenn unter bestimmten Bedingungen (zweiter Tauchgang tiefer als der erste, starkes Pressen beim Druckausgleich nach Valsalva) venöses Blut und mit ihm Mikroblasen durch das offene Foramen ovale in den arteriellen Kreislauf gelangen können. Betroffene Taucher können nach einem völlig normal verlaufenen Tauchgang Anzeichen einer Dekompressionskrankheit zeigen.

Ein bekanntes offenes Foramen ovale bedeutet keinen Ausschluss vom Tauchen. Der Betroffene muss jedoch die Auftauchphase deutlich verlängern, langsamer auftauchen und durch die Verdoppelung des Sicherheitsstopps der Möglichkeit einer Dekompressionskrankheit vorbeugen.

7.6.2 Tauchen mit Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)

Diabetiker ist nicht gleich Diabetiker. Um Risiken bzw. Sicherheitsvorkehrungen für den tauchenden Diabetiker abzuschätzen ist zunächst von Bedeutung, um welche Art von Diabetes es sich handelt. Unterschieden wird grundsätzlich zwischen dem jugendlichen Diabetes (Typ I) und dem Alterszucker (Typ II).

Der Typ-II-Diabetiker ist - sofern die Zuckererkrankungen nicht bereits Schäden an Herz, Nieren oder Gliedmaßen verursacht hat - zwar tauchtauglich, sollte seine Tauchtauglichkeit aber enger ärztlich kontrollieren lassen.

Anders sieht es beim Typ-I-Diabetiker aus. Da dieser Personenkreis die Krankheit nur durch Insulinspritzen kontrollieren kann, besteht hier ein größeres Risiko einer aufkommenden Unterzuckerung. Grundvoraussetzung für das Tauchen eines Typ-I-Diabetikers ist es, dass er im Umgang mit seiner Krankheit sehr gut geschult sein muss und er die Warnzeichen einer aufkommenden Unterzuckerung frühzeitig erkennen kann. Der Betroffene muss also erkennen können, ob ein Tauchgang auf Grund einer aufkommenden Unterzuckerung gegebenenfalls abgebrochen werden muss.

Neben der engen Blutzuckerkontrolle des Diabetikers vor jedem Tauchgang und die Kenntnis über eventuelle Abbruchkriterien gelten für den Tauchgang folgende Empfehlungen

  1. Tauchzeit maximal 30 min, Tauchtiefe maximal 20 m
  2. kontrolliertes Auftauchen jederzeit möglich (nur Nullzeittauchgänge, keine Wracks, keine Höhlen)
  3. Vermeidung großer Anstrengungen, keine Strömungstauchgänge, keine Nachttauchgänge
  4. Buddy muss über Krankheit aufgeklärt sein und über Notfallmaßnahmen Bescheid wissen
  5. Handzeichen für aufkommende Unterzuckerung vereinbaren
  6. Keine Deko Tauchgänge

7.6.3 Tauchen mit Bluthochdruck (Hyptertonie)

Ein bestehender Bluthochdruck ist nicht per se ein Problem für die Tauchtauglichkeit. Medikamentös gut eingestellte Patienten mit einem Bluthochdruck können meist ohne Probleme tauchen. Wir empfehlen jedoch, dass der Taucher mit einem Bluthochdruck seine Tauchtauglichkeit in kürzeren Abständen, möglichst jedes Jahr, ärztlich überprüfen lässt.