
Inhaltsverzeichnis
Einstieg in das Thema
Tauchen ist etwas ganz Besonderes und führt dich in eine komplett andere Welt, voller bunter Farben, vielen Pflanzen und toller Lebewesen. Es ermöglicht dir, dem Alltag zu entfliehen und ein fantastisches Abenteuer zu erleben. Neue, fremde Orte warten auf dich.
Nun hast du schon die ersten Schritte als OWD gemacht und vielleicht auch bereits die ein oder andere Besonderheit unter Wasser finden können. Sei es die wundervolle Flora, die uns Unterwasser begeistert, oder das ein oder andere versunkene Schiff, das mystisch im Wasser liegt und darauf gewartet hat, dass du es entdeckst. Dein NSC AOWD ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zum erfahrenen Taucher und er erlaubt, dir in weitere Regionen des Wassers vorzudringen. Denn in diesem Kurs erlernst du die wichtigsten Grundlagen aus 5 Specialties. Zwei dieser Specialties sind vom Thema her verpflichtend und können nicht anders belegt werden. Diese findest du hier auch in diesem Buch. Die drei übrigen Spezialgebiete kannst du frei wählen. Am besten schaust du, was dein Center dir anbieten kann, oder du schaust hier in der Kursübersicht nach.

Grundsätzlich können alle Specialties genutzt werden, um daraus Theorie und einen Abenteuertauchgang zum AOWD zu machen. (Siehe Teil III)
Nicht möglich ist dies jedoch für die Spezialgebiete:
- Eis
- Self Reliant
- Apnoe
- alle Non-Diving Specialties (Tauchkurse, die keine Tauchgänge erfordern). Ausnahme ist Nitrox, da hier ein Tauchgang optional ist.
In deinem AOWD-Kurs vertiefst du vieles, was in deinem OWD gelernt hast und erweiterst dein Wissen und deine Erfahrung in neuen Gebieten. Ziel ist es, dass du nach dem Kurs in der Lage bist, anspruchsvollere Tauchgänge zu machen, und bis zu einer Tiefe von 30 Metern sicher tauchen kannst. Natürlich kannst du anstatt der AOWD Tauchgänge (diese sind immer ein kleiner Ausschnitt aus einem Specialty) auch einzelne Spezialgebiete als vollständige Kurs machen. Dadurch können dann auch weitere Brevets erreicht werden, wie der Advanced Open Water Extended. Dieser enthält die Spezialkurse Deep Diving, Advanced Navigation und Dive Group Specialist. Für den AOWD benötigst du aber lediglich einzelne Tauchgänge. Nebenbei erlernst du viele neue Fähigkeiten, die dir in deinem Tauchleben mehr Sicherheit und Ruhe bringen.
TEIL I
Grundlagen
In deiner OWD-Ausbildung hast du bereits viel gelernt. Um jetzt im AOWD weiterzumachen, solltest du jedoch schauen, ob du die Grundlagen für die weiterführenden Kurse beherrschst. Dazu haben wir hier einige Fragen zusammengestellt. Sei ehrlich und versuche, sie ohne Hilfe zu beantworten, denn nur so kannst du herausfinden, ob du bereit bist für neue Aufgaben.
15 Fragen (Link auf Fragenkatalog)
Nun musst du selbst entscheiden, wie sicher du dich mit diesen Fragen gefühlt hast. Wenn du ohne Raten und ohne zu viel Zweifel die richtigen Antworten gegeben hast, kannst du das Kapitel hier überspringen. Solltest du dir aber bei manchen Themen nicht sicher gewesen sein, solltest du auf jeden Fall das Kapitel „Grundlagen“ durcharbeiten.
Wissen kann Fehler verhindern!
Starten wir noch mal mit der Wiederholung einzelner wichtiger Themen. In diesem Buch werden die Inhalte nur recht kurz wiederholt, solltest du für einige Sachverhalte mehr Informationen benötigen oder Hilfe brauchen, dann frag in deinem NSC-Center deinen Tauchlehrer.
Ausrüstung:
Deine Ausrüstung ist für dich eines der wichtigsten Dinge und auch ihre Beherrschung ist notwendig. Wir werden hier nicht alle Ausrüstungsteile noch einmal besprechen, sondern nur die wichtigsten, die du für das Weitere benötigst. Sollten im Verlauf noch weitere Ausrüstungsgegenstände hinzukommen, so wirst du diese in dem jeweiligen Specialty erklärt bekommen.
Anzüge:
Wie du sicherlich auch schon in deinen bisherigen Tauchgängen gemerkt hast, ist unser Tauchanzug ein wesentlicher Bestandteil, von dem abhängt, ob wir Spaß am Tauchen haben oder nicht. Die Auswahl deines Tauchanzuges hängt maßgeblich von der Temperatur ab.

- Shorty/ 3mm-Anzug: 28 °C und wärmer
- 5mm-Neoprenanzug: 27°C-20 °C
- 7mm-Neoprenanzug: 19–12 °C
- Trockentauchanzug: 11 °C und kälter
Diese Auflistung ist jedoch nur eine grobe Richtlinie. Durch deine gemachten Tauchgänge hast du schon die Erfahrung, ob dir im Wasser eher schnell kalt wird oder eher weniger. Dies bedeutet, dass du deinen Anzug nach der niedrigsten Temperatur deines Tauchgangs aussuchen musst. Beachte, dass es in der Tiefe meist viel kälter ist, als in den oberen Regionen Gerade im Sommer sind unsere heimischen Seen auch an der Wasseroberfläche recht warm und wir können bei 21 °C theoretisch mit einem 5mm-Anzug tauchen. Bei einem Tauchgang auf eine Tiefe von 18 m, ist es nur noch 14 °C warm ist. Hier wäre die richtige Wahl der 7mm-Anzug. Das solltest du in deiner Planung nicht vergessen.
An diese Erfahrung kannst du nun alles Weitere anpassen. Wenn du noch Fragen hast oder dir noch nicht sicher bist, steht dir dein NSC-Tauchlehrer zur Seite und berät dich bei der Wahl des richtigen Anzugs.
Tipp: Wenn du dich dafür interessierst, im Winter auch in kälteren Gewässern tauchen zu gehen, schau doch mal in unserem Trockentauchbuch vorbei. Hier erfährst du alles zum Trockentauchen, den Techniken und Ausrüstungsgegenständen.
Atemregler:
Unser Atemregler ist wohl der wesentliche Bestandteil bei unserer Tauchausrüstung. Denn dieser ermöglicht es uns, Unterwasser kontinuierlich zu atmen und somit die unglaubliche Unterwasserwelt zu erkunden.

Erinner dich noch mal, aus welchen Teilen dein Atemregler bestand und was genau ihre Aufgaben war.
Die 1. Stufe, welche an der Pressluftflasche befestigt wird, ist eigentlich nichts anderes als ein Druckminderer, der die Aufgabe hat, den sehr hohen Flaschendruck auf einen Mitteldruck zu reduzieren (9-11 Bar über Umgebungsdruck). Die 2. Stufe reduziert den Mitteldruck auf den Umgebungsdruck in jeder Tiefe. Diese Kombination aus zwei Druckreduzierungen hat sich als alltagstauglich und extrem zuverlässig erwiesen. An der 2. Stufe befindet sich ein Mundstück, damit man das Gerät im Mund sicher halten und atmen kann.
Achte bei der Montage des Atemreglers auf die gute Zugänglichkeit aller Komponenten nicht nur für dich, sondern auch für deinen Partner. Im Notfall musst du als auch er immer schnell Zugriff haben. Die sekundäre 2. Stufe (Oktopus) sollte von gleicher Qualität wie die primäre sein, damit im Stressfall das Atemgas immer leicht und in ausreichender Menge geatmet werden kann. Sie muss immer leicht erreichbar und gut sichtbar sein, da in einer Ohne-Luft-Situation die Zeit knapp ist. (Immer im Dreieck zwischen Kinn und Beckenknochen, möglichst gelbe Signalfarbe)
Bei Kaltwasserkonfigurationen der Atemregler (zwei getrennte 1. Stufen) unbedingt auf die Verteilung der Systeme achten. Solltest du eine erste Stufe zudrehen müssen, so musst du über das zweite System alle Funktion auch abbilden können (Atmung, Tarierung, Luftüberwachung). Achte auch darauf, dass die Schläuche sich nicht gegenseitig behindern oder zu kurz sind. Kaltwasser sind Temperaturen unter 10° Celsius, ein Temperaturbereich, den man nicht nur im Winter, sondern auch schnell in etwas tieferen Bereichen in heimischen Seen erreicht.
In Stresssituationen, insbesondere wenn zwei Taucher an einem System atmen, wird von den Atemreglern besonders viel Leistung abverlangt, schaue deshalb schon bei Anschaffung auf hohe Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit der Systeme. Beachte auch, in welchen Tauchumgebungen du die Atemregler einsetzen möchtest und wähle dann eine entsprechende Lösung.
Konstruktive Unterschiede können maßgeblich den Komfort des Atmens beeinflussen. Deshalb ist es wichtig, dass du dich auch damit auseinandersetzt. Wichtige Aspekte der Atemregler werden dir noch mal im Specialty „Tieftauchen“ (Deep Diver) erklärt.
Tauchcomputer:
Ein Tauchcomputer ist ein speziell entwickeltes elektronisches Gerät, das über alle wichtigen Parameter eines Tauchgangs ständig informiert. Alle Tauchcomputer zeigen ständig die aktuelle Tauchtiefe, die Tauchzeit und die verbleibende Nullzeit an. Zusätzlich sind weitere Funktionen (z. B. Wassertemperatur, durchschnittliche Tauchtiefe) und die Möglichkeit zur Kontrolle der Aufstiegsgeschwindigkeit und eventueller Dekompressionsstopps integriert.
Der Tauchcomputer ist der perfekte Begleiter bei allen Tauchgängen und unterstützt uns alle Parameter des Tauchgangs zu überwachen.
Grundsätzlich unterschieden werden Uhren- oder Armmodelle und Konsolenmodelle sowie luftintegrierte und nicht luftintegrierte Tauchcomputer.


Luftintegrierte Computer sind entweder über einen Schlauch oder einen Sender mit der ersten Stufe verbunden. Während eines Tauchgangs wird dadurch die Informationen zum Restdruck der Pressluftflasche an den Computer übermittelt.
Die meisten Tauchcomputer arbeiten immer mit einem fest eingespeicherten Algorithmus. Dieser Algorithmus ist zwar in der Regel sehr präzise aufgebaut, orientiert sich jedoch an dem „Durchschnittstaucher“. Der Tauchcomputer kann deine persönlichen Eigenschaften bei seinen Berechnungen also nicht berücksichtigen. Die neuesten Modelle können weitere persönliche Parameter beachten (Herzfrequenz, Luftverbrauch, Temperatur, Grad persönlicher Einschränkungen (Handicapeinstellung)).
Du solltest deinen Computer nicht verleihen. Jeder Tauchcomputer speichert die letzten Tauchgänge und orientiert sich bei der Berechnung jedes neuen Tauchgangs an diesen gespeicherten Werten.
Dein Tauchcomputer bietet dir neben einer längeren Nullzeit, als bei der Tauchgangsberechnung mit einer Tabelle, auch mehr Sicherheit. Denn dieser kontrolliert selbstständig deine Nullzeit, deine Höhe, Aufstiegsgeschwindigkeiten und deine Sicherheitsstopps. Der Tauchcomputer unterstützt dich bei der Überwachung aller tauchgangrelevanten Parameter, indem er sich akustisch, visuell oder durch Vibrationen bemerkbar macht, wenn kritische Werte erreicht werden. Vorteilhaft sind auch Computer mit Farbdisplay, da hier kritische Werte durch Signalfarben deutlich hervorgehoben werden.
Tauchphysik:
Erinnere dich noch einmal, was du alles in der OWD Physik gelernt hast. Grundlegend beschäftigen wir uns zunächst mit Luft. Luft, die wir einatmen, erwärmen, abkühlen und Luft, die durch ihr Eigengewicht einen Druck ausübt.
Der Druck ist eine physikalische Einheit und kann als die Kraft, die auf eine bestimmte Fläche wirkt, beschrieben werden. Gemessen und angegeben wird der Druck in Bar. (Metrisches System)
Ein Bar entspricht dabei ungefähr dem Druck, den ein 1 kg schwerer Körper auf die Fläche von 1 cm² ausübt. In der Physik wird der Druck mit dem Buchstaben p (p = engl.: pressure) bezeichnet.
Auf Meereshöhe beträgt der Luftdruck ca. 1 bar. Der Luftdruck nimmt in Abhängigkeit von der Höhe über dem Meeresspiegel pro 1000 m ungefähr um 0,1 bar ab. (Diese Angabe ist vereinfacht, jedoch für unsere Belange aber hinreichend genau.)
Der Wasserdruck verändert sich wegen des größeren Gewichts des Wassers schneller als der Luftdruck. Eine Wassersäule von 10 m Höhe verursacht einen Druck von 1 bar. Das bedeutet, dass der Wasserdruck alle 10 m Wassertiefe um 1 bar zunimmt.
Der Taucher im Wasser ist zum einen dem Wasserdruck, zum anderen aber auch dem Luftdruck ausgesetzt. Die Summe aus Luft- und Wasserdruck entspricht dem Umgebungsdruck, dem der Taucher ausgesetzt ist.

Gesetz von Boyle- Mariotte:
Das Gesetz von Boyle-Mariotte besagt, dass sich der Rauminhalt (Volumen) eines Gases in entgegengesetztem Maße verändert, wie sich der Druck auf das Gas verändert. Steigt der Druck, verringert sich das Volumen, verringert sich der Druck, nimmt das Volumen zu. Das Gesetz gilt nur bei gleichbleibender Temperatur des Gases und wenn sich das Gas in einer elastischen Hülle befindet.
Ein Beispiel:
Wir füllen einen Luftballon (elastische Hülle) an der Oberfläche mit 16 Liter Luft und knoten ihn zu. Diesen Luftballon nehmen wir von der Oberfläche aus (Umgebungsdruck = 1 Bar) mit unter Wasser. In 10 Meter Wassertiefe (Umgebungsdruck = 2 Bar) beträgt das Volumen des Ballons nur noch 8 Liter, in 20 Meter Tiefe (Umgebungsdruck = 3 Bar) nur noch 5,3 Liter usw.
Tauchen wir mit dem Luftballon nun wieder zur Oberfläche, so beträgt das Volumen des Ballons auf 10 Metern wieder 8 Liter, an der Oberfläche wieder 16 Liter.

Gesetz von Dalton:
Das Gesetz besagt, dass der Gesamtdruck eines Gasgemisches – wie unserer Atemluft – der Summe der Teildrücke (Partialdrücke) der einzelnen Gase ist. In der Physik wird der Partialdruck mit pp (pp = engl: partial pressure) bezeichnet.
Auch hier wieder ein Beispiel: Wie du weißt, setzt sich die Luft in unserer Atmosphäre aus Stickstoff, Sauerstoff und einigen weiteren Gasen zusammen. Der Luftdruck in Meereshöhe ist gleich ein Bar. Entsprechend seinem Volumenanteil an der Luft der Atmosphäre beträgt der Stickstoff-Partialdruck (ppN2) auf Meereshöhe 0,78 Bar, der Sauerstoff-Partialdruck (ppO₂) auf Meereshöhe 0,21 Bar und der Partialdruck der übrigen Gase zusammen 0,01 Bar.
Wie du aus dem Gesetz von Boyle-Mariotte bereits weißt, steigt der Druck der Atemluft beim Tauchen. Damit steigen auch die Partialdrücke der Gase der Atemluft. Für den Taucher sind die Teildrücke der Gase in unserer Atemluft von Bedeutung, da sowohl der Stickstoff (N2) als auch der Sauerstoff (O₂) bei höheren Partialdrücken, also in der Tiefe, unerwünschte Auswirkungen auf den menschlichen Körper haben. Stickstoff (N2) wirkt bei höherem Partialdruck – angenommen wird ein ppN2 größer als 3,2 Bar – narkotisierend, Sauerstoff (O₂) wirkt ab einem ppO₂ von 1,6 Bar sogar toxisch für das zentrale Nervensystem. Daher sollten Tauchgänge mit einem höheren Partialdruck als 1,4 Bar ppO2 nicht gemacht werden. Genaures lernst du im Nitrox 32 Sup oder Nitrox 40 Kurs.
Gesetz von Henry:
Wie du sicherlich weißt, besteht der menschliche Körper zum größten Teil, nämlich zu 70 %, aus Wasser. Das Gesetz von Henry beschreibt die Löslichkeit von Gasen in Flüssigkeiten in Abhängigkeit vom Druck des Gases außerhalb der Flüssigkeit. Die Gasmenge in einer Flüssigkeit verändert sich im gleichen Umfang, wie sich der Partialdruck des Gases außerhalb der Flüssigkeit verändert. Mit steigendem Druck steigt die Gasmenge, die sich in der Flüssigkeit löst, mit fallendem Druck muss sich das Gas aus der Flüssigkeit wieder lösen.
In der Folge treten die Gase der Einatemluft verstärkt in das Blut über, es kommt zu einer Aufsättigung des Blutes und letztlich auch des Körpergewebes mit den Gasen.
Fatal ist hier insbesondere der Stickstoff (N2), der im Blut und im Körpergewebe physikalisch gelöst wird. Die Verminderung des Umgebungsdrucks beim Auftauchen führt letztlich auch dazu, dass zuvor gelöster Stickstoff aus dem Körpergewebe wieder freigegeben wird, über die Blutbahnen zu den Lungen transportiert wird und letztlich wieder abgeatmet werden muss. Ein zu schneller Abfall des Umgebungsdrucks (durch zu schnelles Auftauchen) führt letztlich dazu, dass sich im Blut Stickstoffblasen bilden. Eine Dekompressionskrankheit ist die Folge.

Gesetz von Gay-Lussac:
Das Gesetz von Gay-Lussac, sagt aus, dass der Druck idealer Gase bei gleichbleibendem Volumen (hier unsere Tauchflasche) und gleichbleibender Stoffmenge direkt proportional zur Temperatur ist. Bei einer Erwärmung des Gases erhöht sich also der Druck und bei einer Abkühlung wird er geringer.
Bedeutung hat dieses Gesetz im Zusammenhang mit den sich verändernden Temperaturen der Pressluftflasche. Beim Füllen der Flasche oder bei der Lagerung in einem warmen Kofferraum wird das Atemgas in der Pressluftflasche warm und dadurch erhöht sich der Druck in der Flasche. Durch die eine Erhöhung der Temperatur die Gasmoleküle in schnellere Bewegung versetzt und sie mit höherer kinetischer Energie an die Wände des Behälters stoßen lässt. Umgekehrt verringert sich der Druck Atemgases bei der Abkühlung, beispielsweise beim Eintauchen in kaltes Wasser. Zu sehen sind diese Druckveränderungen an deinem Druckmanometer, dem Finimeter. Im Extremfall – beispielsweise bei der Lagerung einer vollgefüllten Druckluft- bzw. Pressluftflasche in der prallen Sonne – kann es sogar so weit kommen, dass sich das Atemgas so weit ausdehnt, dass Dichtungen an der Flasche zerstört werden und das Atemgas entweichen kann.
Die Gasgesetze sind zwar einzeln entwickelt, meist bilden jedoch zwei oder mehrere Gesetze zusammen die Grundlage für die Beurteilung der physikalischen Grundlagen bestimmter Situationen beim Tauchen. Dies hängt damit zusammen, dass die Gesetze korrekt nur für ideale Gase[1] gelten. Für ein Gasgemisch wie unsere Atemluft gelten die Gesetze nur mit einer gewissen, für unsere Belange jedoch vernachlässigbaren Genauigkeit. Zum Zweiten hat eine Veränderung in der Regel Auswirkungen auf mehrere andere Aspekte.

Das Element Wasser
Wasser ist ein Grundbaustein allen Lebens auf der Erde. Ohne Wasser kann kein Lebewesen auf der Erde bestehen. Über 70 % der Erdoberfläche ist mit Wasser bedeckt. Wasser ist nicht nur ein lebensnotwendiges Element, es ist auch ein Element mit unschätzbarem Wert für die Lebens- und Freizeitgestaltung. Wir lernen schwimmen und tauchen, wir fahren zum Meer oder an einen See, um uns zu erholen, und wir verbringen unsere Freizeit am und im Wasser. Wir kennen Wasser in seiner flüssigen Form, in seiner festen Form als Eis und in seiner gasförmigen Form als Wasserdampf. Mehr als 95 % des auf der Erde vorkommenden Wassers ist Salzwasser und verteilt sich auf die großen Weltmeere.
Eigenschaften des Wassers
Die Eigenschaften des Wassers sind sehr stark von der Temperatur und vom Druck abhängig. Unter normalen Bedingungen siedet Wasser bei 100 °C (wird zu Wasserdampf) und erstarrt bei 0 °C (wird zu Eis).
Wasser hat im Vergleich zu anderen Flüssigkeiten und vor allem auch im Vergleich zur Luft eine sehr hohe Wärmeleitfähigkeit. Durch Konvektion, den Wärmeaustausch durch Berührung, kann Wasser sehr schnell Wärmeenergie aufnehmen (wenn der im Wasser befindliche Körper wärmer ist als das umgebende Wasser) oder abgeben (wenn der im Wasser befindliche Körper kälter ist als umgebende Wasser). Wasser ist in seinem reinen Zustand geschmacks- und geruchlos.
Bedingt durch die größere Dichte des Wassers im Vergleich zur Luft wird das Licht beim Übergang von der Luft zum Wasser (vom gasförmigen zum flüssigen Medium) gebrochen, dadurch erscheint sie größer und näher. Zusätzlich werden die Farben des Lichts im Wasser absorbiert, je tiefer du tauchst, desto grauer wirkt deine Umgebung.
Reines Wasser besitzt einen hohen elektrischen Widerstand, ist kaum leitend. Im Wasser gelöste Salze und Säuren erhöhen die elektrische Leitfähigkeit jedoch um ein Vielfaches.
Die Schallgeschwindigkeit im Wasser beträgt im Durchschnitt ca. 1435 m/sec. und ist damit ungefähr viermal (4) schneller als in der Luft (Schallgeschwindigkeit in der Luft: ca. 330 m/sec.).
Salzwasser, also das Wasser der Meere, hat eine höhere Dichte als Süßwasser und gibt damit mehr Auftrieb (darauf gehen wir im weiteren Verlauf noch ein). Das Salzwasser erzeugt mithin einen um ca. 3 % höheren Druck. Diesen höheren Druck berücksichtigen moderne Tauchcomputer mit der entsprechenden Einstellung bei der Berechnung der Tauchgangsdaten. Für die Tauchgangsberechnung mit Tabellen (auch hierauf gehen wir im weiteren Verlauf noch ein) kann dieser erhöhte Druck vernachlässigt werden.
Wahrnehmung im und unter Wasser
Die Eigenschaften des Wassers führen letztlich auch dazu, dass dich deine an die Luft angepasste Wahrnehmung „in die Irre führt“. Besonders das Sehen und das Hören ist im Wasser anders, als du es von deinem Aufenthalt an der Luft gewöhnt bist.
Sehen
Das menschliche Auge ist für das scharfe Sehen unter Wasser nicht gebaut. Sicherlich hast du beim Tauchen ohne Tauchmaske schon bemerkt, dass du dann verschwommen siehst. Das liegt an der stärkeren Brechung des Lichts im Wasser. Mit dem Aufsetzen der Tauchmaske hast du einen luftgefüllten Raum vor deinen Augen, in dem das Licht so gebrochen wird, dass im Auge wieder scharfe Bilder entstehen können.
Mit dem Aufsetzen der Tauchmaske können wir zwar wieder scharf sehen, dennoch führen die physikalischen Eigenschaften des Wassers zu einigen Besonderheiten des Sehens.

Die erste Besonderheit ist, dass du alle Gegenstände um ein Drittel größer und um ein Viertel näher wahrnimmst, als sie tatsächlich sind.
33% größer & 25% näher
Du wirst es schnell merken, wenn du nach einem Gegenstand oder deinem Buddy greifen möchtest und dich plötzlich wunderst, dass deine Arme zu kurz sind. Ebenso solltest du den mit weit auseinandergerissenen Armen vorgenommenen Größendarstellungen der gesehenen Fische anderer Taucher mit Skepsis begegnen.
Die zweite Besonderheit des Sehens unter Wasser betrifft das Sehen von Farben. Wie du weißt, setzt sich unser Licht aus mehreren Farben zusammen, die erst im Zusammenspiel unser weißes Tageslicht ergeben. Diese Spektralfarben des Lichts - die Spektralfarben des Lichts sind übrigens bei einem Regenbogen sichtbar - haben unterschiedliche physikalische Eigenschaften, die dazu führen, dass die Farben des Lichts in unterschiedlichen Tiefen vom Wasser absorbiert, „verschluckt“ werden. Das rote Licht wird bereits in einer Tiefe von 6 - 7 m absorbiert, das grüne Licht bei ca. 30 m Wassertiefe. Darunter erscheint alles nur noch blau.
Um die Farben der Gegenstände und Lebewesen richtig zu sehen, solltest du immer eine Lampe dabei haben. Mit ihrer Hilfe kann man die absorbierten Farben wieder sichtbar machen.

Hören

Da die Schallgeschwindigkeit unter Wasser mehr als viermal so hoch als in der Luft ist, werden Geräusche sehr weit transportiert. Auch sehr weit entfernte Geräuschquellen kann der Taucher also wahrnehmen.
An der Luft bist du aber auch dazu in der Lage, Geräuschquellen zu orten, also zu bestimmen, aus welcher Richtung und – mit einer gewissen Unsicherheit – aus welcher Entfernung ein Geräusch kommt. Diese Fähigkeit beruht darauf, dass Geräusche mit einem minimalen Zeitunterschied an den Ohren und ihren Sinnesnerven ankommen. Das Gehirn ist in der Lage, diese minimalen Zeitunterschiede zu verarbeiten und daraus Richtung und Stärke der Geräuschquelle zu berechnen.
Durch die deutlich höhere Schallgeschwindigkeit im Wasser kommen die Geräusche mit zu geringen Zeitunterschieden an den Ohren an und du bist nicht mehr in der Lage, Richtung und Entfernung einer Schallquelle gut zu orten.
Dies hat für dich zur Folge, dass du immer nachschauen musst, woher gehörte Geräusche kommen. Die Geräuschquelle kann weit weg und unbedenklich sein, sie kann aber auch ganz in der Nähe liegen und eine potenzielle Gefährdung darstellen. Denk nur an einen laufenden Schiffsmotor.
Medizin:
7.2 Lungen und Atmung

Die Lungen des Menschen befinden sich im Brustkorb und füllen diesen fast komplett aus. Die Lungen sind über die Bronchien mit der Luftröhre verbunden. In den kleinsten Gefäßen der Lungen, den Alveolen (Lungenbläschen), findet der Gasaustausch mit dem Blut statt. Hier gelangt der Sauerstoff (O2) aus der eingeatmeten Luft in das Blut und Kohlendioxid (CO2) aus dem Blut in die auszuatmende Luft.
Der Reiz zum Atmen kann willentlich nur begrenzt beeinflusst werden. Dieser Reiz wird im Wesentlichen durch den CO2-Partialdruck im arteriellen Blut gesteuert. Steigt der CO2-Partialdruck im arteriellen Blutkreislauf über einen bestimmten Wert (allgemein wird der Wert von 80 mbar ppCO2 angenommen), dann kann der Atemreiz nicht mehr unterdrückt werden.

Der CO2-Partialdruck im arteriellen Blut kann dann ansteigen, wenn das im Körper produzierte CO2 die Menge CO2 übersteigt, die abgeatmet werden kann, beispielsweise bei schwerer Arbeit. Hierauf reagiert der Körper normalerweise mit einer schnelleren Atmung. Der CO2-Partialdruck im arteriellen Blut kann aber auch dadurch ansteigen, dass das Ausatmen und damit das Abatmen des CO2 willentlich unterbleibt, beispielsweise beim Luftanhalten oder beim Tauchen ohne Gerät.
Wenn du deine Atmung bewusst beobachtest, wirst du feststellen, dass deine Atmung ausatemorientiert ist. Ausatemorientiert heißt, dass du nach dem Einatmen direkt wieder ausatmest und anschließend eine mehr oder weniger lange Atempause einsetzt. Diesen Atemrhythmus solltest du auch beim Tauchen beibehalten. Achte darauf.
Atemminutenvolumen und Luftverbrauch
Das Atemminutenvolumen (AMV) gibt an, wie viel Luft (in Litern) pro Minute eingeatmet wird. Die Kenntnis des AMV ist für den Taucher wichtig, da hiermit in der Tauchgangsplanung berechnet werden kann, wie lange der Luftvorrat für einen Tauchgang in einer bestimmten Tiefe, unter Beachtung der Sicherheitsrichtlinien, ausreicht.
Zur Berechnung eines allgemeinen AMV an der Oberfläche benötigst du die Atemfrequenz (Anzahl der Atemzüge pro Minute) und das Atemzugvolumen (Volumen der eingeatmeten Luft bei einem Atemzug). Die Atemfrequenz liegt bei einem gesunden, erwachsenen Menschen durchschnittlich bei 15 Atemzügen pro Minute, das Atemzugvolumen beträgt in Ruhe ca. 500 - 600 Milliliter (ml). Das durchschnittliche AMV eines gesunden, erwachsenen Menschen beträgt an der Oberfläche und in Ruhe somit
15 (Atemzüge/Minute) x 500/600 (ml/Atemzug) = 7,5 – 9,0 l/min.
Für die Berechnung des Luftverbrauchs beim Tauchen musst du jedoch den Umgebungsdruck in der Tiefe mit berücksichtigen, da die Luftmenge, die verbraucht wird, mit zunehmendem Umgebungsdruck größer wird (Gesetz von Boyle-Mariotte). Die gesamte Luftmenge, die während eines Tauchgangs verbraucht wird, kannst du berechnen, indem du das Flaschenvolumen (in Liter) mit dem Verbrauch (in Bar) multiplizierst.
Luftverbrauch =
Flaschenvolumen [l] x (Flaschendruck Beginn – Flaschendruck Ende) [Bar]
Damit hast du also den gesamten Luftverbrauch während eines Tauchgangs ausgerechnet. Um das AMV beim Tauchen nun zu berechnen, musst du den gesamten Luftverbrauch mit dem Umgebungsdruck deiner durchschnittlichen Tiefe und der Tauchzeit in Beziehung setzen. Somit kannst du das AMV beim Tauchen berechnen mit:
AMV = Luftverbrauch / (Umgebungsdruck (Ø Tiefe) x Tauchzeit)
Ein Beispiel: Das Volumen deiner Tauchflasche beträgt 12 Liter. Vor Beginn des Tauchgangs zeigt dein Finimeter 200 Bar, zum Ende 60 Bar. Dein Tauchgang hat eine Durchschnittstiefe von 8,5 Metern und dauerte 35 Minuten. Wie hoch ist dein AMV?
12 l x (200 – 60) bar / (1,85 bar x 35 min)
= 1680 barl / 64,75 barmin
= 25,94 l/min
Das AMV unter Wasser ist – bedingt durch den Umgebungsdruck und den damit zusammenhängenden Volumenveränderungen der Atemluft – größer als an der Oberfläche. Bedenke, dass dein Luftverbrauch unter Wasser zusätzlich noch von vielen anderen Faktoren wie von der Strömung, von den Temperaturen unter Wasser und unter Umständen von schlecht sitzender Ausrüstung beeinflusst werden kann. Plane deinen Luftverbrauch unter Wasser daher konservativ.
Probleme unter Wasser
Im Folgenden möchten wir auf drei wichtige Phänomene eingehen, die die Atmung betreffen und die für den Taucher von besonderer Bedeutung sind, die Hyperventilation, das Essoufflément und das Air-Trapping.
Hyperventilation
Die Hyperventilation beschreibt eine übermäßige Belüftung („Ventilation“) der Lunge. Der Atemreiz wird durch den Kohlendioxid (CO₂) Gehalt in der Lunge ausgelöst. Durch das Spülen der Lunge (mehrmaliges tiefes Atmen) wird, der vorhanden CO₂ Gehalt auf ein Minimum reduziert und dadurch können wir den Atemreiz hinauszögern, allerdings im ungünstigsten Fall so lange, bis nicht mehr genug Sauerstoff vorhanden ist. Das führt zur Bewusstlosigkeit und ohne rechtzeitige Hilfe zum Ertrinken.
Essoufflément – außer Atem kommen
Der Begriff Essoufflément kommt – wie es die Schreibweise verrät – aus dem Französischen und heißt wörtlich übersetzt „außer Atem kommen“ oder „Atemlosigkeit“. Grundlage des Essoufflément ist eine CO2-Vergiftung durch eine unkontrollierte Atmung. In einem sich verstärkenden Kreislauf äußert es sich zunächst in einer flacher und schneller werdenden Atmung, die zu einem schleichenden Anstieg des CO₂-Partialdrucks (ppCO₂) im arteriellen Blut führt. Der steigende CO₂-Partialdruck wiederum hat eine weitere Steigerung des Atemreizes zur Folge und sorgt dafür, dass die Atmung noch schneller und flacher wird.
Das Essoufflément tritt vorwiegend bei Tauchgängen in großer Tiefe und bei gleichzeitiger körperlicher Anstrengung auf. Dies hängt damit zusammen, dass die Atemarbeit durch den Umgebungsdruck auf die Atemorgane bereits erschwert ist. Das Aufblähen der Lungen benötigt mehr Kraft und gleichzeitig dichtere Atemluft, entsprechend dem Gesetz von Boyle-Mariotte, welches in die Lungen eingesogen werden muss.
Ein Essoufflément ist ein ernst zu nehmender Zwischenfall (auf andere mögliche Zwischenfälle beim Tauchen gehen wir später noch ein). Der Tauchpartner muss dem Betroffenen sofort helfen. Es ist dringend erforderlich, unter Beachtung der Auftauchgeschwindigkeit höher zu steigen. Dabei muss der Tauchpartner verhindern, dass der Betroffene zu schnell aufsteigt. Schon während des Aufstiegs werden die Symptome nachlassen und schließlich ganz verschwinden.
Durch eine gute Fitness kann jeder Taucher dem Auftreten eines Essoufflément vorbeugen. Die Vermeidung körperlicher Anstrengung in großer Tiefe mindert ebenso die Gefahr eines Essoufflément. Rauchen wird allgemein als Risikofaktor für das Auftreten eines Essoufflément angesehen.
Air-Trapping
Der Begriff ist eine Zusammensetzung aus den englischen Wörtern air (= Luft) und trapping (= fangen) und bedeutet, dass die Luft aus den Lungen nicht abgeatmet werden kann, sondern in den Lungen gefangen bleibt. Ein Air-Trapping wird begünstigt durch alle Formen der Atemwegserkrankungen (Erkältung, Bronchitis, Asthma u. ä.), aber auch durch Allergien (z. B. Heuschnupfen), die die Atmung beeinträchtigen.
Für den Taucher kann ein auftretendes Air-Trapping fatale Folgen haben. Wenn eingeatmete Luft in der Aufstiegsphase nicht aus den Lungen entweichen kann, kommt es unweigerlich zu einer Lungenüberdehnung und einem Barotrauma der Lungen (hierauf gehen wir im Weiteren noch ein).
Die Gesundheit der Atemwege ist für jeden Taucher lebenswichtig. Es sollte für jeden Taucher selbstverständlich sein, bei jedweder Art der Atemwegserkrankungen auf das Tauchen zu verzichten. Dazu gehört auch, dass Taucher, die Medikamente zur Atemwegsbehandlung einnehmen, auf das Tauchen verzichten. Starkes Rauchen ist ein bedeutender Risikofaktor für das Auftreten eines Air-Trapping.
Nasennebenhöhlen
Bei den Nasennebenhöhlen handelt es sich um vier jeweils paarig vorliegende, luftgefüllte Hohlräume, die dem Atmungsapparat der Nase zugeordnet werden. Alle Nasennebenhöhlen sind mit einer Schleimhaut ausgestattet und damit auch entzündungsanfällig. Entzündungen der Nasennebenhöhlen können wegen der engen Zugänge zu Verschlüssen dieser Zugänge führen, mit der Folge, dass beim Tauchen Druckunterschiede verbunden mit starken Schmerzen auftreten können.
Das Tauchen sollte bei einer Entzündung der Nasennebenhöhlen, oder auch bei einer abklingenden Entzündung und beim Einsatz schleimlösend und abschwellend wirkender Medikamente (z. B. Nasenspray) unterbleiben.
Das Ohr
Das Ohr, genauer gesagt das Hör- und Gleichgewichtsorgan gehört zu den feinsten und verletzlichsten Strukturen im menschlichen Körpers.
Deshalb liegt es gut geschützt in der Schädelbasis. Sowohl das Hörorgan als auch das Gleichgewichtsorgan haben unterschiedliche Funktionen. Das Gehör hat die Aufgabe, Schallreize aufzunehmen, wohingegen das Gleichgewichtsorgan verschiedene Körperlagen und Bewegungen registriert. Alle Informationen werden über einen gemeinsamen Leitungsstrang zum Hirnnerv weitergeleitet und an das zentrale Nervensystem übermittelt. Generell wichtig ist immer, dass das Ohr ein sehr empfindliches Organ ist. Deshalb ist es auch wichtig, dass du rechtzeitig und korrekt deinen Druckausgleich machst. Hierdurch kannst du viele Probleme mit deinen Ohren vermeiden.


Außenohr
Zum Außenohr gehören die Ohrmuschel und der äußere Gehörgang. Dieser äußere Gehörgang geht von der Ohrmuschel bis hin zum Trommelfell. Er enthält Drüsen, die für die Ohrenschmalzproduktion notwendig sind.
Das Reinigen des Gehörganges mit Wattestäbchen ist gefährlich. Hierbei wird oftmals Ohrenschmalz eher weiter in das Ohr geschoben als herausgeholt. Zudem kann es leicht zu einer Verletzung des äußeren Gehörganges bzw. des Trommelfells kommen, wenn man zu sehr stochert. Es reicht vollkommen den Eingang, des äußeren Gehörganges und die Ohrmuschel sauber zu halten. Für alles andere sollte das ein HNO-Arzt machen, damit nichts beschädigt wird.
Mittelohr
Das Mittelohr liegt in einer kleinen luftgefüllten Knochenhöhle im Felsenbein. Der Hauptteil wird als Paukenhöhle bezeichnet. In der Paukenhöhle endet die Ohrtrompete bzw. die eustatische Röhre, die die Verbindung zwischen Mittelohr und oberen Rachenraum darstellt. Ihre Hauptaufgabe ist der Druckausgleich zwischen Mittelohr und dem Umgebungsdruck. Wie du sicherlich schon weißt, kannst du den Druckausgleich durch Schlucken oder Gähnen herbeiführen. Ebenso eignen sich einige anderen Manöver. Sollte das Trommelfell nicht mehr dicht sein, so kommt es zu starken Druckschwankungen, die das Innenohr stark beeinflussen.
Innenohr
Das Innenohr ist Sitz von Sinnesrezeptoren, die für das Gehör und für das Gleichgewicht verantwortlich sind. Diese Rezeptoren liegen in einem aufwendigen Hohlraumsystem. Es besteht aus drei Abschnitten. Vorhof, Bogengänge und Schnecke. Im Vorhof und in den Bogengängen liegen die Sinnesrezeptoren des Gleichgewichtsorgans (Gleichgewichtssinn). Die Schnecke enthält hingegen die Sinnesrezeptoren für das Gehör.
Der Gleichgewichtssinn, auch Lage oder Drehsinn genannt, ist zusammen mit den Augen und der Tiefensensibilität wichtig für die Orientierung. Ebenso sind sie auch verantwortlich für die aufrechte Haltung des Körpers und des Kopfes. Wird im Ohr dieser Sinn gestört, ist es für uns unter Umständen nicht möglich, unsere Orientierung zu halten. Ggf. haben wir dann an Probleme, gerade zu gehen.
Barotraumen und ihre möglichen Folgen
Ein Barotrauma ist eine durch die Änderung des Umgebungsdrucks verursachte Verletzung eines gasgefüllten Hohlraumes oder dessen Hülle. Die Änderung des Umgebungsdrucks verursacht – sofern er nicht ausgeglichen werden kann – Volumenänderungen des Gases in dem Hohlraum (Gesetz von Boyle-Mariotte).
Veränderungen des Umgebungsdrucks kommen es beim Tauchen in der Abtauch- und in der Auftauchphase vor.
Barotraumen in der Abtauchphase mit kritischen Folgen sind nicht häufig, da der Druckausgleich entweder automatisch erfolgt (Lungen) oder ein Misslingen des aktiven Druckausgleichs (Ohr) in der Regel zum Abbruch des Tauchgangs führt.
In der Auftauchphase entstehen Barotraumen dadurch, dass Luft aus einem Hohlraum im Körper nicht entweichen kann (Air-trappings) und sich dann durch die Druckveränderungen beim Auftauchen (Gesetz von Boyle-Mariotte) in dem Hohlraum ausdehnt.
In der Auftauchphase entstehende Barotraumen haben aus zwei Gründen deutlich schwerwiegendere Folgen. Zum einen kann die Ursache des Air-trapping häufig nicht behoben werden, zum zweiten kann der Aufenthalt unter Wasser aufgrund des begrenzten Luftvorrates nicht unendlich ausgedehnt werden.
Einem Barotrauma vorbeugen kannst du dadurch, dass du deinen Gesundheitszustand jederzeit (selbst-)kritisch überprüfst und beurteilst und im Zweifelsfall auf einen Tauchgang verzichtest. Dazu gehört auch, dass du auf Medikamente verzichten musst, die abschwellende Wirkung auf die Schleimhäute haben (z. B. Nasenspray). Deren Wirkung kann im Laufe eines Tauchgangs nachlassen, wodurch im Folgenden auch ein Druckausgleich verhindert werden kann.
Barotrauma der Lunge
Ursache eines Barotraumas der Lungen ist immer, dass die sich beim Aufstieg ausdehnende Luft aus den Lungen nicht abströmen kann. Schon ein Druckunterschied von 0,1 Bar, entsprechend einem Aufstieg von 1 m ohne Druckausgleich, kann zu einer Überdehnung der Lungen führen.

Ein Barotrauma der Lungen führt zu einer Rissverletzung an den Atemorganen und ist immer ein ernst zu nehmender Unfall. In Abhängigkeit vom Ort des Auftretens der Verletzung und der Schwere des Barotraumas kommt es zu unterschiedlichen Verletzungsfolgen. Kann nach einem Lungenriss Luft in den Pleuraspalt eindringen, kommt es zu einem Pneumothorax: Einströmende Luft in die Brusthöhle verursacht ein mediastinales und/oder ein subkutanes Emphysem. Kommt es zu einer Verletzung der Lungenbläschen, so dass die sich ausdehnende Luft in den arteriellen Blutkreislauf gelangt, entsteht eine arterielle Gasembolie.
Pneumothorax
Der Pleuraspalt ist ein mit Flüssigkeit gefüllter, dünner Spalt zwischen dem inneren und dem äußeren Brustfell. Gleichzeitig besteht im Pleuraspalt ein Unterdruck. Der Unterdruck sorgt dafür, dass die Lungen aufgebläht bleiben, die Flüssigkeit im Pleuraspalt sorgt dafür, dass die Lungen und das Brustfell bei der Bewegung des Brustkorbs nicht aneinander reiben.
Gelangt nun Luft wegen eines Lungenrisses in den Pleuraspalt, geht der Zusammenhalt des inneren und äußeren Brustfells verloren. Die Lungen folgen nicht mehr den Bewegungen des Brustkorbs und ein oder beide Lungenflügel fallen ganz oder teilweise in sich zusammen. In der Folge entwickelt der Betroffene Atemnot und starke Schmerzen in der Brust. In schweren Fällen kann es zu erheblichen Kreislaufproblemen mit beschleunigtem Herzschlag und zu einem Lungenversagen kommen.
Mediastinales und subkutanes Emphysem
Emphyseme bezeichnet einen Zustand, bei dem sich mehr Luft an einer Körperstelle befindet, als dies unter normalen Bedingungen der Fall ist. Dies kann überall im Körper auftreten.
Ein mediastinales Emphysem – Luftansammlung im Mittelfellraum des Brustkorbs – entsteht, wenn die Rissverletzung durch das Barotrauma der Atemwege nicht die Lungen selbst, sondern die Bronchien betrifft. Die einströmende Luft verursacht beim Betroffenen vorwiegend Schmerzen in der Herzgegend. Ein mediastinales Emphysem tritt häufig zusammen mit einem Pneumothorax auf.
Bei einem subkutanen Emphysem (subkutan = unter der Haut) befindet sich die Luftansammlung direkt unter der Haut, in der Regel im Bereich der Schultern, dem Nacken oder des Halses. Erkennbar ist das subkutane Emphysem häufig an einer Blase unter der Haut. Befindet sich das subkutane Emphysem in der Nähe der Luftröhre, sind Probleme bei der Atmung die Folge.
Arterielle Gasembolie (AGE)
Unter einer Embolie versteht man den teilweisen oder vollständigen Verschluss eines Blutgefäßes. Findet die Embolie im Blutkreislauf statt und wird sie von einem Gas ausgelöst, so ist die arterielle Gasembolie.
Bei der Entstehung der AGE verursacht das Barotrauma in den Lungen das Platzen der kleinsten Lungenbläschen, der Alveolen. In der Folge kommt es durch den hohen Druck in den Lungen dazu, dass Luft durch die geplatzten Alveolen in den arteriellen Blutkreislauf gepresst wird. Diese in den arteriellen Blutkreislauf eingespeiste Luft bildet Blasen, die durch das Blut weiter transportiert werden. In den sich verengenden Blutgefäßen können die Luftblasen stecken bleiben und führen zum Verschluss.
Der Betroffene kann Sprach-, Seh- und Gleichgewichtsstörungen entwickeln, aber auch schwere Symptome wie Lähmungen und Herz-/Kreislaufprobleme bis hin zum Herz-Kreislauf-Stillstand erfahren.
Eine AGE ist ein schwerwiegendes und lebensbedrohendes Problem.
Barotrauma der Nasennebenhöhlen und Ohren
Wie bereits beschrieben, sind die Nasennebenhöhlen starre, durch enge, ebenfalls knöcherne Verbindungsgänge mit dem Nasen-Rachen-Raum verbundene Hohlräume im Kopf. Sie sind mit Schleimhäuten überzogen. Durch eine infektionsbedingte Schwellung der Schleimhäute sowohl im Nase-Rachen-Raum als auch den Nasennebenhöhlen kann ihre Belüftung behindert werden. Ein Barotrauma der Nasennebenhöhlen ist bei gesunden Schleimhäuten ausgeschlossen, also nur möglich, wenn der Betroffene – wider besseres Wissen – trotz einer Infektion einen Tauchgang unternimmt. Beim Barotrauma des Ohres muss zwischen dem Barotrauma des Außen-, des Mittel- und des Innenohres unterschieden werden.
Das Barotrauma des Außenohres ist unter normalen Umständen nicht möglich, da sich das Außenohr normalerweise mit Wasser füllt. Entzündungen, Ohrenstöpsel oder eine zu eng sitzende Kopfhaube können jedoch die Flutung des Außenohres verhindern und im Außenohr befindliche Luft einschließen. Schwellungen und Einblutungen im Gehörgang und in schweren Fällen der Einriss des Trommelfells können die Folge sein.
Um ein Barotrauma des Außenohres zu verhindern und um einen besseren Druckausgleich zu garantieren, solltest du zu Beginn des Tauchganges deine Kopfhaube kurz mit Wasser fluten. So kann Wasser in das Außenohr gelangen und du kannst einem Problem vorbeugen.
Das Barotrauma des Mittelohres wird verursacht durch eine Belüftungsstörung der Eustachischen Röhre (offene Verbindung zwischen Mittelohr und Rachenraum) und kann sowohl in der Abtauch- als auch in der Auftauchphase zu einem sehr schmerzhaften Riss des Trommelfells führen.
Das Barotrauma des Innenohrs ist die deutlich schwerwiegendste Form, da das Innenohr das eigentliche Hörorgan ist. Im Innenohr werden die Schallimpulse in Nervenimpulse umgewandelt, die an das Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet werden können.
Zu einem Barotrauma des Innenohres kann es sowohl in der Abtauch- als auch in der Auftauchphase kommen. In der Abtauchphase ist es möglich, dass ein zu heftiger, aktiver Druckausgleich (Valsalva-Manöver) zu einer Schädigung des Innenohres führt. In der Auftauchphase ist ein Barotrauma des Innenohres die Folge eines Air-trappings im Mittelohr, das wiederum durch eine behinderte Belüftung der Eustachischen Röhre hervorgerufen wird. Hörverlust und ein Tinnitus (Ohrgeräusche), sowie mehr oder weniger heftiger Drehschwindel sind die typischen Symptome. Der Betroffene klagt auch häufig über das Gefühl, Flüssigkeit im Ohr zu haben.
Dem Barotrauma des Ohres kann vorgebeugt werden, indem der aktive Druckausgleich direkt nach dem Abtauchen begonnen und ständig wiederholt wird. Bei Problemen mit dem Druckausgleich solltest du wie bereits beschrieben zunächst in der Tiefe verharren, gegebenenfalls wieder etwas aufsteigen und den Druckausgleich erneut versuchen. Sollte der Druckausgleich nicht gelingen, muss der Tauchgang abgebrochen werden.
Im Zusammenhang mit der möglichen Blockierung der Eustachischen Röhre und der Infektionen der Schleimhäute ist die (selbst-)kritische Prüfung und Beurteilung des eigenen Gesundheitszustandes vor jedem Tauchgang entscheidend. Auf die Verwendung abschwellend wirkender Medikamente (z. B. Nasenspray) sollte grundsätzlich verzichtet werden.
Dekompressionskrankheiten (DCS)
Aus dem Gesetz von Henry weißt du, dass der Aufenthalt unter Druck dazu führt, dass eine erhöhte Menge Atemgas im Blut und vor allem auch im Gewebe gelöst wird. In Abhängigkeit vom bestehenden Umgebungsdruck, der Aufenthaltsdauer und der Zusammensetzung des Atemgases, aber auch der Art des Gewebes, in dem das Gas abgelagert wird, entsteht die Aufsättigung unterschiedlich schnell. Für die Entstehung einer Dekompressionskrankheit (DCS = engl.: decompression sickness) ist ausschließlich die Aufsättigung mit Stickstoff (N2) von Bedeutung, da der Stickstoff als Füll- oder Inertgas am Stoffwechsel des Körpers nicht beteiligt ist.
Bei jeder Tiefenreduzierung ergibt sich, durch den sinkenden Umgebungsdruck, in den Geweben eine Übersättigung mit Stickstoff. Durch einen langsamen Aufstieg, besonders ab einer Tiefe von 10 Metern bis zur Oberfläche, und dem Einhalten von Sicherheitsstopps, wird der Übersättigung entgegengewirkt. Wird der Übersättigung nicht Einhalt geboten, so tritt der Stickstoff aus dem Gewebe aus und bildet in anderem Körpergewebe oder im Blut Gasblasen. Kleinere Mengen kleiner Gasblasen treten bei jedem Tauchgang auf und werden vom Körper gut toleriert.
Zu viele Gasblasen oder große Gasblasen können jedoch das Gewebe schädigen, im Blut können die Gasblasen zu Embolien führen.

In keinem Fall darf die Auftauchgeschwindigkeit von 10 m/min. überschritten werden –
für die letzten 10 m des Auftauchens ist die Auftauchgeschwindigkeit maximal 6 m/min.
Die Einhaltung der Sicherheitsstopps nach Tauchgängen, die in einer Tiefe unterhalb von 10 m stattgefunden haben, sollte dir in der Auftauchphase zur Pflicht werden. Grundvoraussetzung ist die Einhaltung der Nullzeiten. Deine Nullzeit wird dir beim Tauchen durch Tabellen oder Tauchcomputer vorgegeben.
Ein Risikofaktor für das Auftreten einer DCS ist es auch, wenn mehrere Tauchgänge hintereinander durchgeführt werden (Wiederholungstauchgänge), die Wiederholungstauchgänge in großen Tiefen durchgeführt werden und die Oberflächenpausen kurz sind. Wie du weißt, besteht auch nach einem Tauchgang, bei dem alle Sicherheitsregeln beachtet wurden, eine Reststickstoffsättigung im Körper, die sich an der Oberfläche erst langsam abbaut. Mit einem (oder mehreren) Wiederholungstauchgang/-tauchgängen wird also zu der bestehenden Reststickstoffsättigung weiterer Stickstoff aufgenommen.
In Abhängigkeit von der Schwere der DCS wird zwischen Typ I bis Typ III unterschieden. Bei der DCS Typ I stehen Schmerzen und Beschwerden in der Haut und in den Gelenken im Vordergrund. Bei der DSC Typ II kommt es zusätzlich zu schweren, zum Teil lebensbedrohlichen Beschwerden. Typ III beschreibt die Langzeitschäden bei Tauchern nach solchen Unfällen.
DCS Typ I und Typ II
Wie du weißt, treten die Symptome einer Verletzung auf der Basis eines Lungen-Barotraumas sofort auf.
Dies ist bei der DSC Typ I nicht der Fall. In drei von vier Fällen treten die ersten Symptome erst im Verlauf der ersten Stunde nach dem letzten Tauchgang auf, möglich ist es jedoch auch, dass erste Symptome erst nach 24 Stunden auftreten. Typische Symptome der DSC Typ I sind Hautverfärbungen und mehr oder weniger stark juckende Hautveränderungen (Taucherflöhe), Schmerzen in den großen Gelenken und muskelkaterähnliche Bewegungsschmerzen.
Bei der DCS Typ II kommt es – neben allen Symptomen, die bei der DCS Typ I auftreten – zu erheblichen starken Beschwerden, die zum Teil lebensbedrohend sind. Es können auch das Zentralnervensystem, das Herz und die Lungen betroffen sein. Häufig auftretende Symptome sind:
- Lähmungen,
- Seh- und Hörverlust
- Bewusstlosigkeit
- Atem- und Herz-Kreislauf-Stillstand.
Unter einer DSC Typ III Erkrankung werden Langzeitschäden bei Tauchern zusammengefasst. Als Berufserkrankungen sind derzeit anerkannt:
- die aseptische Knochennekrose
- Hörschädigungen
- Netzhautschäden
- sowie neurologische Folgeschäden, nicht behobene DCS
- Typ II
Daraus folgt: Je weniger Stickstoff wir zu uns nehmen, desto geringer ist das Risiko an einer Dekompressionskrankheit zu erkranken. Neben konservativen Tauchtechniken kann dazu auch das Tauchen mit einem Atemgas mit weniger Stickstoff in der Gasmischung erheblich beitragen. Frage dazu deinen Tauchlehrer nach dem Spezialkurs Nitrox 32 SUP oder Nitrox 40.
Symptome Deco-Unfall…

... verschwende keine Zeit!
Erste-Hilfe-Maßnahmen:
- Gabe von reinem Sauerstoff (wichtigste Maßnahme)
- Bei Bewusstlosigkeit Überwachung der Vitalfunktionen,
- stabile Seitenlage
- HLW bei aussetzender Vitalfunktion, Beatmung möglichst unter Gabe von reinem Sauerstoff, gegebenenfalls Einsatz AED.
- Kälteschutz
- Bei Bewusstsein Flüssigkeitszufuhr
- Einleitung der Druckkammerbehandlung mit hyperbarem Sauerstoff
Verhalten nach Tauchunfällen
Um bei einem Tauchunfall besser vorbereitet zu sein, hilft eine Planung. Je schwieriger oder anspruchsvoller ein Tauchgang wird, desto mehr Vorbereitung erfordert er.
Dazu gehört vorab mindestens die Klärung folgender Fragen:
- Wie kann Hilfe gerufen werden? (Handy (Netz?), Funk, Festnetztelefon u. ä.)
- Wo ist der nächste Arzt, nächstes Krankenhaus?
- Gibt es einen Notfallkoffer, eine Sauerstoffflasche?
- Wie erreichen Helfer den Tauchplatz?
- Welche weiteren Hilfsmittel stehen zur Verfügung
Solltet ihr mit einem Unfall konfrontiert werden, dann muss schnell und zielgerichtet gerettet werden.
Da sich die Symptome der meisten Tauchunfälle für den Laien kaum unterscheiden lassen, sind die Ersthelfermaßnahmen auch identisch.
Die wichtigste Maßnahme ist die Überprüfung der Vitalfunktionen (Herz-Kreislauf-Funktion und Atmung) und die entsprechende Reaktion. Dies ist der Grund, weshalb du in Erster Hilfe ausgebildet sein und deine Kenntnisse kontinuierlich auffrischen solltest.
Wenn möglich, sollte auf jeden Fall 100%-iger Sauerstoff (O2) bis zum Eintreffen der Rettungskräfte gegeben werden. Wenn der Verletzte ansprechbar ist, solltest du ihn auf jeden Fall zum Trinken auffordern und ihn beruhigen.
Neben der Notversorgung des Unfallopfers ist die Anforderung professioneller Hilfe zwingend erforderlich. Hierbei ist es auch dringend notwendig, die Rettungskräfte bei der Anforderung darauf hinzuweisen, dass es sich um einen Tauchunfall handelt. Ferner muss die Ausrüstung des Verunfallten sichergestellt werden. Die Ausrüstung hilft dabei, die Unfallursache herauszufinden. Der Tauchcomputer ist für den behandelnden Arzt eine wichtige Informationsquelle.
Optimal ist es, die Erste Hilfe /AED /O2 Ausbildung bei deinem Tauchlehrer zu belegen, um situationsbedingt optimal helfen zu können.

Wahrscheinlich benötigst du die Kenntnisse nie, aber lieber zu gut als zu schlecht vorbereitet zu sein.
Ein Tauchunfall, besonders wenn auch eine Behandlung in einer Druckkammer nötig wird, bedeutet im In- als auch im Ausland eine außerordentliche finanzielle Belastung. Krankenversicherungen übernehmen diese Kosten häufig nicht. Wir empfehlen dir daher, eine spezielle Taucherunfallversicherung abzuschließen.
Mögliche Zwischenfälle während eines Tauchgangs
Zwischenfälle während eines Tauchgangs sind trotz gründlicher Vorbereitung und trotz Beachtung aller Sicherheitsregeln niemals ganz auszuschließen.
Treten Probleme unter Wasser auf, so sollten diese auch unter Wasser gelöst werden. Dazu ist es besonders wichtig, Ruhe zu bewahren, gilt es:

Neben dem Essoufflément, worauf wir in Kapitel 7 eingehen, möchten wir an dieser Stelle auf mögliche Situationen und die richtige Reaktion eingehen.
Tiefenrausch
Bei allen Problemen, die deinen Tauchpartner betreffen, ist die erste Maßnahme der Blickkontakt zu deinem Tauchpartner. Schau deinem Tauchpartner in die Augen, stelle gegebenenfalls physischen Kontakt her. Dein Tauchpartner wird dadurch wahrscheinlich schon Ruhe gewinnen und verstehen, dass er nicht allein ist.
Der Tiefenrausch wird auch als Gas-Narkose bezeichnet. Letztlich beruht der Tiefenrausch darauf, dass die Gase (vorrangig Stickstoff (N2)) die Funktion der Nervenzellen im Zentralnervensystem beeinflussen und narkotisierend wirken.
Wie du aus dem Gesetz von Dalton weißt, steigen mit zunehmendem Umgebungsdruck auch die Partialdrücke der an unserer Atemluft beteiligten Gase. Allgemein wird davon ausgegangen, dass der Stickstoff ab einem Partialdruck (ppN2) von 3,2 bar die narkotisierende Wirkung entfaltet. Dies entspricht beim Tauchen mit Pressluft einer Tauchtiefe von ca. 30 m.
Das Fatale eines Tiefenrauschs ist, dass es für die möglichen Symptome keine eindeutigen Regeln gibt. Sie reichen von euphorischem Verhalten über Halluzinationen bis hin zu panikartigen Reaktionen. Möglich sind aber auch Verwirrung und Wahrnehmungsstörungen. Möglich ist aber auch, dass du keine Symptome bemerkst. Die Symptome des Tiefenrausches können auch schon in geringeren Tauchtiefen auftreten und bei ein und derselben Person an verschiedenen Tagen unterschiedlich sein können. Behalte deinen Tauchpartner immer im Auge und überprüfe dessen Reaktionen. Abhilfe schafft das, unter Beachtung der Auftauchregeln, Verlassen der Tiefe. Schon während des Aufstiegs werden die Symptome verschwinden.
Bestimmung der korrekten Bleimenge
Das Blei beim Tauchen ist ein wichtiger Bestandteil der Ausrüstung. Es ist nötig, um dem zu großem Auftrieb entgegenzuwirken und das Abtauchen zu ermöglichen. Andererseits ist das Blei auch eine Belastung, durch das unsere Schwimmlage verschlechtert und damit ein erhöhter Kraftaufwand unter Wasser nötig wird. Daher heißt der Grundsatz: So viel wie nötig, aber so wenig wie möglich.
Beeinflusst wird die nötige Bleimenge aber auch von der Ausrüstung, die du trägst. Ein neuer Neoprenanzug hat mehr Auftrieb als ein alter, genauso wie ein dicker Neoprenanzug mehr Auftrieb hat als ein dünner.
Denke daran, dass die korrekte Bleimenge von der Ausrüstung, mit der du tauchst, abhängig ist. Besonders auch das Material der Pressluftflasche muss berücksichtigt werden. Beim Tauchen mit einer Pressluftflasche aus Aluminium ist zusätzliches Blei notwendig, da die Flasche im Verhältnis zu einer Stahlflasche größer ist und dadurch mehr Auftrieb hat.
Solltest du eine Tauchflasche mit einem anderen Volumen nutzen, so ist auch hier das Bleigewicht anzupassen.
|
Inhalt |
Material |
Druck Max. |
Eigengewicht |
Auftrieb (Süßwasser/gefüllt) |
|---|---|---|---|---|
|
5 Liter |
Stahl |
232 bar |
5,7 kg |
-1,21 kg |
|
8 Liter |
Stahl |
232 bar |
9,75 |
-2,80 kg |
|
10 Liter |
Stahl |
232 bar |
11,2 kg |
-2,64 kg |
|
10 Liter |
Stahl |
300 bar |
15 kg |
-6,79 kg |
|
12 Liter kurz |
Stahl |
232 bar |
15,4 kg |
-4,87 |
|
12 Liter lang |
Stahl |
232 bar |
13,0 kg |
-2,78 |
|
10 Liter |
Aluminium |
200 bar |
12,4 kg |
-0,29 |
|
11,1 Liter (80 CUF) |
Aluminium |
207 bar |
14,3 kg |
-0,75 kg |
|
12 Liter |
Aluminium |
200 bar |
16,5 kg |
-1,37 kg |
(Zahlen können je nach Hersteller und Fertigungsverfahren variieren)
Die Wahl der Tauchflasche hat ebenso Einfluss auf den Auftrieb. Schließlich hat auch die Art des Wassers Einfluss auf die nötige Bleimenge. Wie du weißt, hat Salzwasser einen größeren Auftrieb als Süßwasser. Du benötigst im Salzwasser also mehr Blei als im Süßwasser.
Aber wie stellst du nun die richtige Bleimenge für eine bestimmte Ausrüstungskonfiguration fest?
An einer Stelle, die zum Stehen zu tief ist, führst du einen Bleicheck durch. Dazu sollte deine Flasche 50 Bar Restinhalt haben. Leere dein Jacket und atme normal ein und halte den Atemzug an. Zu deiner Sicherheit behalte immer den Atemregler im Mund und den Inflator in deiner Hand. Mit der Luft in den Lungen, ohne Bewegung von Flossen und Händen und dem leeren Jacket solltest du noch so viel Auftrieb haben, dass du auf Nasenhöhe treibst (wenn du jetzt absinkst, hast du zu viel Blei, du bist „überbleit“). Gelingt dies, hast du die korrekte Bleimenge. Wenn du den Bleicheck am Anfang deinen Tauchgangs gemacht hast, so bedenke, wenn deine Tauchflasche bei dem Bleicheck voll ist, verbrauchst du während des Tauchgangs Luft. Diese Luft wiegt je Liter 1,2 Gramm und du sollst am Ende des Tauchgangs immer noch genug Abtrieb haben, um nicht unkontrolliert aufzusteigen. Füge also z. B. im Falle einer 10 Liter Flasche, die am Ende noch 50 Bar haben soll, 2 KG Blei hinzu. (Startdruck 200 bar = 1500 Liter Luft x 1,2 Gramm = 1,8 KG)
Bei wechselnden Bedingungen oder Ausrüstungskonfigurationen musst du dein benötigtes Blei daher immer neu bestimmen. Der richtige Weg ist einen Bleicheck im Wasser. Da du aber möglichst schon vorher eine ungefähre Bleibestimmung machen möchtest, kannst du mit den folgenden Werten eine grobe Bleimenge vor dem Tauchgang bestimmen.
Hier eine grobe Übersicht bei Tauchen im Süßwasser:
- Shorty = ca. 5 % deines Körpergewichtes
- Langanzug 5–7 mm = ca. 10 % deines Körpergewichtes
Weitere Planungsparameter sind:
- Wechsel Süßwasser zu Salzwasser + 2 Kg
- Aluflasche anstelle Stahlflasche + 2 Kg
Mit diesen Hilfen kannst du ungefähr deine Bleimenge vor dem Tauchgang kalkulieren. Probiere es mal aus und schaue, ob diese Werte für dich zutreffen. Bedenke, nicht alle Körper sind gleich und daher ist es nur eine grobe Kalkulation.
Hinweis:
Die Menge Blei, die du zum Tauchen mitnehmen musst, ist unter anderem von deiner Atemtechnik abhängig. Statt im normalen Rhythmus Einatmen – Ausatmen – Atempause atmen viele Taucher unter Wasser im Rhythmus Einatmen - Pause (Luft anhalten!) – Ausatmen und sofort wieder Einatmen und haben somit immer luftgefüllte Lungen. Die Luft in den Lungen muss durch zusätzliches Blei ausgeglichen werden. Daher ist die richtige Atmung für die korrekte Bleimenge grundlegend. Hinweis: Wir wollen beim Tauchen nicht mit der Einatem-orientierten Technik wegen einer Gefahr der Lungenüberdehnung arbeiten.
Notiere dir deine richtigen Bleimengen für die verschiedenen Ausrüstungskonfigurationen und die verschiedenen Bedingungen in deinem Logbuch.
Briefing
Sicherheit beim Tauchen beginnt nicht erst im Wasser. Die ausführliche Besprechung eines geplanten Tauchgangs, das Briefing, mit allen Teilnehmern noch vor dem Anlegen der Tauchausrüstung und dem Buddycheck ist zwingend erforderlich und kann durch nichts ersetzt werden.
In einem Briefing wird besprochen:
- wer taucht alles mit, alle Teilnehmer benennen
- die Beschreibung des Tauchplatzes (Name, maximale Tiefe, Bewuchs und Tiere, Sichtverhältnisse,
- Wassertemperatur, Wetterkonditionen, Besonderheiten und Gefahren
- die Planung des Tauchgangs (Einstieg, maximale Tauchtiefe, Tauchzeit, Tauchrichtung, Umkehrpunkt, Einteilung Buddyteams, Ausstieg)
- geplante Übungen (falls vorgesehen, Ablauf)
- Hand- oder Lichtzeichen
- Hinweis auf Buddycheck, Erfahrung Buddy
- Verhalten bei Zwischenfällen, Notfall
- verfügbare Hilfsmittel prüfen
- Signale (z. B. auch Rückholezeichen)
Beachte: Einige der Briefingelemente kannst du bereits im Vorfeld erarbeiten, andere wie Wetterkonditionen, Gefahren und Hilfsmittel kannst du erst direkt vor Ort bestimmen.
Buddysystem und Buddycheck
Das Buddysystem, also das Tauchen mit mindestens einem Partner, beruht darauf, dass niemals allein getaucht wird. Von allen Tauchverbänden wird das Buddysystem wegen millionenfacher Bewährung und seiner Vorteile empfohlen.
Der Buddy:
- hilft beim An- und Ablegen der Tauchausrüstung
- kontrolliert deine Ausrüstung (Buddycheck)
- beruhigt und hilft bei Schwierigkeiten unter Wasser
- steht mit einer kompletten Ausrüstung unter Wasser im Notfall bereit um zu helfen
und
zu zweit Tauchen macht einfach mehr Spaß.
Mit zunehmender Erfahrung wächst zwar die Selbstständigkeit, auf das Buddysystem sollte dennoch niemals verzichtet werden.
Der Buddycheck ist einer der wichtigsten Sicherheitsmaßnahmen. Er bedeutet, dass die Tauchpartner jeweils bei dem Partner den korrekten Aufbau, den korrekten Sitz und die korrekte Funktion der Ausrüstung vor jedem Tauchgang kontrollieren.
Um die einzelnen Schritte des Buddychecks auch durchzuführen und nichts zu vergessen, haben sich Taucher eine Eselsbrücke gebaut. Die Eselsbrücke geht
COOLE TAUCHER BRAUCHEN SAUBERE LUFT OK?
C steht für Computer.
- Geht der Computer an?
- Ist die Batterie noch voll genug?
- Ist der richtige Sauerstoffanteil eingestellt?
Das T steht für das Tariersystem, also das Jacket (BCD) und gegebenenfalls den Trockenanzug.
- Ist das Jacket korrekt angelegt?
- Ist der Inflatorschlauch (bzw. sind die Inflatorschläuche) fest angeschlossen?
- Funktionieren die Einlässe? Kann Luft in das Jacket, bzw. den Trockentauchanzug eingelassen werden? Öffnen und schließen sie richtig?
- Funktionieren alle Ablässe? Öffnen und schließen sie richtig?
- Sind alle Instrumente zugänglich und keine Schläuche eingeklemmt?
Vertraut machen mit dem System des Buddys, insbesondere mit seinem Inflator (auch die Befüllung mit der Lunge)
Das B steht für Blei.
- Ist der Bleigurt korrekt angelegt (eng anliegend, keine Bänder darüber)?
- Sind alle Schnallen korrekt geschlossen?
- Sind die Bleitaschen gut gesichert? Wie können sie abgeworfen werden?
- Wie kann der Bleigurt im Notfall abgeworfen werden?
- Passt die Bleimenge?
Das S steht für Schnallen.
- Sind alle Schnallen korrekt geschlossen?
- Ist der Flaschengurt so fest angezogen, dass die Flasche einen festen Sitz hat?
- Sitzt die Flasche korrekt (nicht zu hoch, dass man mit dem Kopf anstößt, Fangschlaufe über gelegt)?
- Mit den Verschlüssen des Buddys (für Notfälle) vertraut machen.
Das L steht für Luft.
- Ist das Flaschenventil bis zum Anschlag geöffnet und eine halbe Umdrehung zurückgedreht?
- Wie hoch ist der Flaschendruck?
- Liefern Haupt- und Reserveregler Luft?
(je zwei- bis dreimal aus jeder 2. Stufe atmen und dabei das Finimeter beobachten. Sinkt der angezeigte Flaschendruck bei dieser Überprüfung, liegt ein Problem im System vor!)
Das OK steht für dein „Ok-“ Zeichen
- Frage deinen Buddy nun, ob es ihm gut geht und er nun bereit ist, tauchen zu gehen.
- Prüfe anschließend, ob deine ABC-Ausrüstung und evtl. weitere Ausrüstung bereitliegt und einsatzbereit ist.
Dieser Buddycheck ist vor jedem Tauchgang, also auch vor dem zweiten (dritten …) Tauchgang an einem Tag, durchzuführen.
Zum einen dient es der Kontrolle, ob dein Tauchgerät wirklich richtig zusammengebaut und funktionsbereit ist. Zum Zweiten lernt dein Buddy so deine Ausrüstung kennen und weiß, wo und wie er dich im Falle eines Problems unterstützen kann.
Handzeichen
Unter Wasser zu sprechen, ist nur mit einer Vollgesichtsmaske und einer entsprechenden technischen Ausrüstung möglich. Dies macht Spaß und du solltest es bei Gelegenheit in deinem NSC Center einmal ausprobieren.
Um sich auch ohne Vollgesichtsmasten mit Kommunikationslösungen miteinander verständigen zu können, haben sich Taucher eine Reihe von Handzeichen ausgedacht. Viele dieser Zeichen verstehen alle Taucher. Es gibt aber regionale Abweichungen. Du kannst dir mit deinem Buddy oder mit deiner Tauchgruppe aber auch eigene Handzeichen definieren. Wichtig ist nur, dass dein Buddy , du und jeder in der Tauchgruppe unter allen Handzeichen das Gleiche verstehen. Deshalb werden die Handzeichen auch beim Briefing besprochen.
Im Folgenden werden wir die gebräuchlichen Handzeichen
darstellen. Achte bei der Nutzung der Handzeichen darauf, dass du sie deutlich anzeigst.


Es gibt noch viel mehr Zeichen und auch du kannst eigene definieren.

Des Weiteren kannst du bei Kommunikationsproblemen auch eine Schreibtafel benutzen. Mit ihr kannst du nicht nur Signale geben, sondern auf detailreiche Fragen stellen. Zu kommunizieren hilft Sorgen und Stress zu verhindern.
Weitere Signale und Sicherheitseinrichtungen
Besonders bei Bootstauchgängen sind weitere Absprachen und Signale notwendig.
Das Briefing auf einem Boot sollte neben den eigentlichen Tauchgangsinformationen noch ein Rückholzeichen beinhalten. Dieses ist essenziell, da bei einem Problem in der Gruppe, erst alle Taucher wieder an Bord sein müssen, bevor das Boot zum Beispiel ablegen kann, um medizinische Betreuung aufsuchen zu können.
Dieses Signal kann ein permanentes Klopfen mit einem Stück Blei an die Leiter sein. Das Klopfen kann man gut und in weiter Entfernung unter Wasser hören, wie du schon weiter vorn gelernt hast. Solltet ihr ein solches Zeichen hören, taucht ihr im Team sofort kontrolliert auf und schaut, welche Signale vom Boot gegeben werden. Auch üblich ist der Einsatz einer Rückholflagge, die für die Taucher das sofortige Zurückkehren an Bord signalisiert.
Rückholflagge

Abholzeichen
Ich schaffe es nicht zurück zum Boot, aber es ist alles in Ordnung


- Amerikanische internationale Taucherflagge
2. Taucherflagge Alpha Flagge
Bei einem Bootstauchgang sollte als zusätzliche Sicherheitseinrichtung unter Wasser auf 5 Meter eine Safetybar gesetzt sein. An dieser Safetybar kann man entspannt seinen Sicherheitsstopp ableisten und hat im Falle eines Problems noch notwendige Ausrüstung dabei: (Beispiel einer optimalen Ausstattung)
- Eine Tauchflasche mit komplettem Atemregler – falls die Luft zu knapp für Sicherheits- oder Dekostopps ist
- einen Bleigurt – falls zu wenig Blei mitgenommen oder etwas verloren wurde und somit am Ende des Tauchgangs zu viel Auftrieb vorhanden ist
- eine Signalboje (am besten eine Orange und eine Gelbe) und
- eine Schreibtafel, auf der man etwas notieren und ggf. mit einer Boje an die Oberfläche senden kann, um dem Bootspersonal eine Information zukommen zu lassen.
Solltet ihr unter Wasser mal ein Problem haben, so ist das Notsignal ein vierfaches Signal, gefolgt von einer Pause.
Wenn ihr Hilfe leisten wollt, dann achtet vorrangig immer auf eure eigene Sicherheit. Am besten ist es, immer einen Profi zur Hilfe zu holen.
Solltest du an der Oberfläche um Unterstützung rufen wollen, eignet sich eine Trillerpfeife wesentlich besser als lautes Rufen, da sie besser zu hören ist und Energie spart. Auch ist der Einsatz eines Spiegels als Signalmittel sehr effektiv.
TEIL II
Die speziellen Tauchgänge des AOWD
Der NSC AOWD besteht aus fünf (5) Tauchgängen aus verschiedenen Spezialgebieten. Zwei Gebiete davon vorgegeben und sind Pflicht:
- Navigation und
- Tieftauchen
Die anderen 3 Gebiete kannst du dir aus dem umfangreichen Programm des NSC aussuchen.
Hast du schon Spezialkurse vor Beginn deines AOWD gemacht, so kannst du diese anrechnen lassen. Besprich dies mit deinem NSC Tauchlehrer.
In Teil II dieses Buches sind die beiden Pflichtkurse aufgeführt. Das Lehrmaterial zu den Kursen ist als komplettes Specialty geschrieben und du wirst im Kurs nur den Teil machen, der für das Erreichen des AOWD notwendig ist. Da der Schritt zum kompletten Specialty gar nicht so groß ist und fast jeder an weitergehend Informationen interessiert ist, bieten wir dir mehr Grundlagen.
Die weiteren Specialties sind als eigenständige Manuals verfügbar.
Prüfe dich selbst, ob du auch die Leistung des kompletten Specialty erbringen könntest und wenn du nicht nur reinschnuppern möchtest in ein besonderes Gebiet, dann kannst du dir den ersten Tauchgang zum erlagen des Specialty anrechnen lassen. Sprich mit einem NSC Center über die Verknüpfungen der einzelnen Kurse.
Mit durchgeführten Specialties bekundest du nicht nur, dass du dich für Weiterbildungen im Tauchen interessiert, sondern auch, dass du ein hoch motivierter und erfahrender Taucher bist. Nebenbei schaffst du Voraussetzungen, um weitere Kursstufen zu erreichen.
Unter anderem den:
AOWD Extended und als Ziel des Sporttauchens den Master Diver[2].
Diese beiden Kurse sind hochwertige und anerkannter Level, der deine breite Erfahrung und Wissen im Tauchen untermauert. Andere Taucher werden dich gerne als Buddy bei ihrem Tauchgang dabei haben.
Tieftauchen
- Einstieg in das Thema
Tieftauchen ist der wohl mit größten Herausforderungen und Abenteuer, die wir im Sporttaucherleben erleben können. Es ist ein Reiz, ins Blaue abzusinken, bis man kleinere Konturen des Bodens erkennen kann. Würde man einen Beginner, einen erfahrenen Taucher und einen gestandenen Tieftaucher an einen Tisch setzen, würde man ein breit gefächertes Bild bekommen. Der Beginner würde aufgeregte Fragen stellen, wäre neugierig, was ihn in der Tiefe erwartet. Der erfahrene Taucher würde, mit der gleichen Begeisterung, die ein oder andere Geschichte erzählen, wie er es empfunden hat, in die Tiefe zu sinken, ohne den Grund zu sehen. Der gestandene Tieftaucher würde vom Respekt vor der Tiefe erzählen, da er vielleicht auch schon die ein oder andere schwierige Situation in der Tiefe erleben musste. All das gehört mit zum Tieftauchen dazu. Das aufregende Erlebnis, der Reiz, einfach in die Tiefe zu fallen und zu warten, bis man etwas vom Boden oder zum Beispiel von der Steilwand erkennen kann. Aber es gehört auch der Respekt vor der Sache dazu und das Wissen, dass die Tiefe auch Gefahren beinhalten kann. Bisher bist du als Open Water Diver an eine maximale Tiefe von 18 Metern gebunden. Doch ist dir bestimmt jetzt auch schon aufgefallen, dass manche Attraktionen (Wracks, Korallengärten usw.) tiefer sind und du dir diese somit noch nicht anschauen konntest. Auf deinem Weg zum NSC Advanced Open Water Diver (AOWD) oder auch zum NSC 2** Taucher ist Tieftauchen ein Thema, was behandelt werden muss, da sich mit dem Erhalt der Brevets die maximale Tauchtiefe auf 30 Meter erhöht. Jedoch solltest du beachten, dass bei deinen Tauchgängen, dieselben Bedingungen wie zu deiner Ausbildung herrschen müssen, um einen Tieftauchgang sicher durchzuführen.
In diesem Kapitel möchten wir euch an die Faszination des Tieftauchens heranführen und Werkzeuge an die Hand geben, mit denen ihr für eure neuen Abenteuer bestens gerüstet seid.
Kursüberblick
Tiefe ist etwas, was jeder Mensch unterschiedlich wahrnimmt. Deshalb besteht dieser Kurs aus unterschiedlichen Stufen, damit du langsam an das Tieftauchen herangebracht wirst.
In der Theorie wirst du alle wichtigen Aspekte des Tieftauchens besprechen und du wirst lernen, worauf du beim Tieftauchen achten musst.
In der Praxis wirst du dann das Erlernte umsetzen. Der erste Tauchgang in der AOWD Ausbildung wird noch kein Tieftauchgang sein. Bei einem der weiteren Tauchgänge wirst du dann zusammen mit deinem NSC-Instructor die Tiefe erkunden und einige Übungen durchführen.

Was ist Tieftauchen?
Tiefe ist, wie alles, etwas sehr Subjektives. Es stellt den ein oder anderen vor eine größere Herausforderung. Bisher konntest du als OWD oder 1-Stern-Taucher die Unterwasserwelt bis zu einer Tiefe von 18 m zu erkunden. Nach deinem Advanced Open Water Diver Kurs kannst du eine Tiefe bis zu 30 m erreichen. Diese Grenze ist die optimale Grenze (Verhältnis zwischen Risiken und Erlebnis ist noch gut ausgewogen) für Sporttaucher. Machst du nun auch noch das Specialty “Tieftauchen”, kannst du sogar bis 40 Metern tief tauchen. 40 Meter sind die absolute Sporttauchgrenze. Das bedeutet, solltest du danach tiefer tauchen wollen, so gehst du danach in das technische Tauchen über, was eine völlig separate Ausbildung bedeutet. Tieftauchen ist das Vordringen in ein Areal, wo nicht alles hinkommt, z. B. das Sonnenlicht. Deshalb ist es in diesen Tiefen dunkler als in einer Tiefe von 10 Metern. Jedes Tiefe Tauchen birg auch mehr Risiken.
Zudem ist es auch abhängig davon, wo du tauchen gehst. Die Helligkeit im Roten Meer ist natürlich nicht damit zu vergleichen, als wenn du in einen heimischen See springst und dort den gleichen Tieftauchgang machst.
Für die Helligkeit spielt auch eine große Rolle, wie die der Untergrund des Gewässers beschaffen ist. Dunkle Untergründe wie Lehm oder Schlick absorbieren das Licht stärker als helle, wie sandiger Boden in der Karibik. Darum sind heimische See in der Regel viel dunkler als das Meer.
Einen großen Einfluss auf die Sichtweite haben auch die Flora und Fauna, besonders in nährstoffreichen Wassern kann die Sicht stark vermindert sein, da diese viel Algen, Bakterien, Sediment und Plankton enthalten. Ein zu hoher Anteil von Lebewesen im Wasser sorgt durch deren Exkremente ebenso für eine verminderte Sicht. Einspülungen nach Regen oder durch Flüsse befördern zusätzlich große Mengen an Pollen und Schmutzpartikeln in das Wasser.
Neben den Jahreszeiten hat auch die Grundbeschaffenheit einen wesentlichen Einfluss auf die Sichtweite. Ein Kreideabbau ist sehr viel klarer als evtl. ein Kalkabbau, da diese Gesteine unterschiedliche Filtereigenschaften haben. In einem Moorsee möchtest du erst gar nicht versuchen zu tauchen, dort sind Sichtweiten von 10 cm wahrscheinlicher als eine Sichtweite von einem Meter.

- Warum gehen wir tieftauchen,
Warum möchtest du tieftauchen? Das meiste kannst du in der Tiefe zwischen 0-15m Metern sehen. Hier kannst du eine Farbvielfalt und eine Fischvielfalt sehen wie nirgendwo anders. Das können wir auch sogar noch recht einfach, da wir nur unsere Standardausrüstung brauchen.

Aber da ist noch mehr! Denn tiefer erwartet dich vielleicht nicht mehr diese Farbvielfalt, aber dich erwarten andere wunderschöne Sachen, die nur darauf warten, dass du sie entdeckst. Verschiedene Wracks oder Höhlen können in diesen Tiefen ein toller Tauchspot sein und dich dazu bewegen, neue Sachen zu entdecken und sich immer weiter zu bilden.
Ab einer Tief von 30m ist alles nur noch blau/grün. Denn in dieser Tiefe wird so viel Licht absorbiert, dass wirklich strahlende Farben wie rot oder gelb nur noch mit einer zusätzlichen Lichtquelle wieder erkennbar sind. Was dir klar sein sollte, ist, dass je tiefer du tauchst, die Anforderungen auch größer sind. Der Weg an die Wasseroberfläche dauert länger, in der Tiefe ist es kälter und du solltest auch auf unvorhergesehene Probleme reagieren können. Wir tauchen nicht “einfach mal so” tiefer. Für einen tieferen Tauchgang muss es einen guten Grund geben. Damit wenig Probleme bei deinem Tauchgang auftreten, gibt es einige Dinge, die du beachten kannst. Starten wir mit deiner Ausrüstung.
Ausrüstungen
Um unser Hobby sicher auch in der Tiefe ausüben zu können, müssen wir unsere Ausrüstung dementsprechend aussuchen. Die Anforderungen, die unsere Ausrüstung erfüllen muss, sind je nach Spezialgebiet oftmals etwas unterschiedlich. Natürlich gilt für alle Ausrüstungsteile, dass diese immer in einem guten Zustand sein müssen und dass sie in regelmäßigen Abständen gewartet wurden. Wenn du dir nicht sicher bist, in welchen Abständen deine Ausrüstung gewartet werden muss, schau in der Bedienungsanleitung des jeweiligen Ausrüstungsteils nach, frage einfach deinen NSC-Tauchlehrer oder kläre alle Fragen in deinem NSC-Center.
Beginnen wir mit den einzelnen Ausrüstungsteilen.
Atemregler
Der Atemregler ist eines der Grundausrüstungsteile. Seine Aufgabe ist es den Taucher, in jeder Tiefe und unter allen Bedingungen bei geringst möglichen Atemarbeit und maximalen Atemkomfort mit dem nötigen Atemgas zu versorgen.
Wenn du schaust, was es alles für Atemregler gibt, wirst du sowohl in der Ausstattung als auch im Preis ganz unterschiedliche Angebote finden. Doch was ist für dich als zukünftigen Tieftaucher wichtig?
Beschäftigen wir uns zuerst mit der DIN EN 250. Diese Norm sollte auf jeden Fall von deinem neuen Atemregler erfüllt werden. In dieser Norm ist festgeschrieben, was dein Atemregler erfüllen muss. Z. B. welcher Gasdurchsatz gegeben sein muss und unter welchen Bedingungen er im Falle eines Notfalls abblasen darf und wie viel Luft er im Falle einer Doppelversorgung fördern können muss. Da sich Normen aber ändern können, können sich auch Ansprüche an den Atemregler ändern.
Zusätzlich gibt es neben der DIN EN 250 auch noch US Navy Normen (1987). Diese sind in ihren Anforderungen noch strenger als die DIN EN 250. Generell wird die Navy Norm aber nur von sehr wenigen Herstellern offiziell erfüllt.
Solltest du ganz genau wissen wollen, was in der DIN EN 250 oder in der Navy Norm geschrieben ist, so solltest du dir diese aktuell beschaffen. Im Laufe der Zeit hat sich allerdings die DIN EN 250 durchgesetzt. Wenn du dich für einen neuen Atemregler entscheidest, so kannst du dich an dieser Norm orientieren. Ein Regler der diese Anforderungen erfüllt ist mit Sicherheit ein guter Begleiter für deine zukünftigen Tauchgänge. Für weitere Fragen zu einzelnen Atemreglern wende dich an dein NSC-Center.
Auf deiner Suche nach dem richtigen Atemregler wird sich jedoch mehrere Fragen stellen anstatt DIN EN 250 ja oder nein. Lass uns nun etwas tiefer in das Thema Atemregler einsteigen. Wenn dir jedoch das noch nicht ausreicht, solltest du dich in deinem Center oder bei deinem Tauchlehrer für das Specialty “Equipment“ eintragen. Hier werden ganz detailliert Atemregler oder auch Jackets behandelt.
Die ersten Stufen unterscheiden sich in ihrer Mechanik. Man spricht hier von Kolben- und Membran-gesteuerten 1. Stufen. Jedoch sind sie nicht zwangsläufig so unterschiedlich, wie du vermutest. Denn das Grundprinzip ist bei beiden gleich: Auf einer Seite wirkt der Hochdruck der Flasche und dem entgegenwirkt der Umgebungsdruck und die jeweilige Federkraft. Atmet der Taucher, so sorgt das Kräfteverhältnis dafür, dass das Ventil vom Ventilsitz abhebt und Luft strömen kann.
Einer der Hauptunterschiede zwischen kolben- und membrangesteuerten 1. Stufen: Bei einem kolbengesteuerten Model werden die Kräfte über einen Kolben auf die Ventilstange und das Ventil übertragen und bei einer Membrangesteuerten über eine Membran.
Zweiter signifikanter Unterschied ist, dass bei einem membrangesteuerten Regler keine beweglichen Teile mit Wasser in Kontakt kommen. Sie können somit deutlich sensibler gesteuert werden und sind dadurch bei richtiger Wartung und Handhabung nahezu korrosionsfrei. Zudem bieten sie einen sehr hohen Schutz vor Vereisung und sind damit besonders für kalte Gewässer geeignet.
Kolbengesteuerte Atemregler sind in ihrer Bauform etwas simpler. Dadurch, dass sie eine Wasserkammer dort haben, wo auch bewegliche Teile arbeiten, sind sie etwas anfälliger für Verschmutzung und Vereisung, weswegen eine regelmäßige und gute Wartung notwendig ist. Sie gelten aber dennoch als robust, leistungsfähig und zuverlässig.
Doch damit können wir das Thema Atemregler noch nicht abschließen. Jede dieser zwei Baugruppen gibt es noch in zwei weiteren Varianten. Nämlich in den Ausführungen “kompensiert” oder “nicht-kompensiert”. Anstatt dem Wort “kompensiert” wird auch häufig das Wort “balanciert” oder “unbalanciert” verwendet. Diese sind Äquivalent zu verwenden.
Kompensiert heißt so viel wie ausgeglichen. Das Ausgleichen bezieht sich auf die Kräfte, die in der ersten Stufe herrschen. Das heißt, wir haben den Flaschendruck z.B. mit 200 Bar, die in der ersten Stufe auf den Mitteldruck reduziert werden. Das sind dann ca. 10 Bar. Damit die Luft nicht permanent strömt, muss die Gegenkraft der Feder wirken und das Ventil auf den Dichtsitz drücken.
Bei einer unkompensierten 1. Stufe wirkt der Umgebungsdruck auf den Kolben oder den Ventilstift und zwar gegen ihre Bewegungsrichtung.
Stellen wir uns das einmal am Beispiel der kolbengesteuerten 1. Stufe vor.
Der Flaschendruck drückt von unten nach oben und der Federdruck von rechts nach links. Also wirken sie gegeneinander. Nun wirkt der Umgebungsdruck von oben und unten auf den Kolben. Er beeinflusst die Atemarbeit, konkret auf das Öffnen und Schließen des Ventils. Das ist wichtig für dich zu wissen, denn bei fallendem Flaschendruck ändert sich der Mitteldruck. Somit verändert sich auch der Atemwiderstand und wird etwas schwergängiger.
Bei einem kompensierten Atemregler wirkt ebenso der Umgebungsdruck, doch nicht gegen die anderen Kräfte. Diese werden so umgeleitet, dass sie in der Bewegungsrichtung des Kolbens mitarbeiten kann. Die Kräfte gleichen sich aus.
Machen wir uns das Ganze an einem Alltagsbeispiel klar. Stell dir eine Badewanne vor, aus der du den Stöpsel ziehen möchtest. Dies wäre ein Vorgang, der nicht kompensiert wäre. Denn das Wasser drückt sowohl seitlich gegen den Stöpsel als auch von oben auf ihn. Von unten ist aber der “Sog”, der den Stöpsel festhält. Wenn wir nun den Stöpsel ziehen wollen, benötigen wir eine gewisse Kraft, um den Wasserdruck zu überwinden.

Haben wir nun eine Duschtasse, wo der Wasserdruck nur seitlich gegen den Stöpsel drückt und nicht von oben auf den Stöpsel, ist es der gleiche Kraftaufwand, wie wenn ich kein Wasser in der Duschtasse habe.

Das gleiche Prinzip verwendet die Kompensation und die Nicht_ompensation in deinem Atemregler.
Doch nicht nur die Einhaltung der Normen ist für deinen Atemregler ist wichtig. Generell solltest du dir auch immer um deine Konfiguration und um die Regelungen vor Ort gedanken machen. Tatsächlich gibt es je nach Ort, wo du Tauchen gehst, verschiedene Regelungen, welche du vor deinem Tauchgang bedenken solltest.
Gehst du zum Beispiel in einen See in dem Temperaturen unter 10°C gehen, sprechen wir vom Kaltwassertauchen. Hierzu solltest du beachten, dass es notwendig sein kann, dass du mit zwei separaten 1. Stufen tauchst. Hierzu ist es wichtig, dass du deine Ausrüstung so konfigurierst, dass sie redundant ist. Das bedeutet, dass du zu jeder Zeit einen Ersatz hast.
Finimeter

Das Finimeter ist auch ein wichtiger Bestandteil deiner Ausrüstung. Hier kannst du ablesen, wie viel Luft in deiner Flasche ist. Bestimmt hast du schon festgestellt, dass es Finimeter in verschiedenen Arten gibt. Zum einen gibt es 200 bar taugliche Finimeter und 300 bar taugliche Finimeter. Das Finimeter ist mit einem Hochdruckschlauch an der 1. Stufe befestigt. Das Finimeter wird üblicherweise bei der Revision deines Atemreglers auf Richtigkeit und Dichtigkeit geprüft.
Wie bei allen Gegenständen unserer Ausrüstung können Probleme und Komplikationen auftreten. Deshalb ist nicht nur eine regelmäßige Wartung wichtig, sondern dass du vor jedem Tauchgang deine Ausrüstung und auch dein Finimeter prüfst. Die häufigsten Komplikationen sind:
- falsches Anzeigen
- kaputter oder defekter Schlauch
- mäßiges ansteigen der Nadel
- defekter Swivel
- Verschmutzungen (auch Salzreste) im Schlauch
Vieler dieser Defekte kannst du bereits vor dem Tauchgang erkennen. Mit einem defekten Finimeter ist dein Tauchgang sofort abzubrechen. Auch bei einer falschen Anzeige solltest du den Tauchgang nicht beginnen, da du nicht genau weißt, um wie viel dein Finimeter falsch geht und ob andere Defekte vorhanden sind. Deshalb sind Tauchgänge mit defekter Ausrüstung nicht durchzuführen.
Anzüge
Auch bei der Wahl deines Anzuges gibt es beim Tieftauchen etwas zu beachten. Wie du sicherlich auch schon weißt, leitet Wasser die Wärme ca. 23-mal schneller vom Körper weg als Luft.

Für unsere kleinen Physiker: Natürlich kannst du die Wärmeleitfähigkeit berechnen. Wärmeleitfähigkeit λ (Watt pro Meter * Kelvin)
Wasser 0,5984 W/m K (20 °C) Luft 0,0262 W/m K. Der Wert kann natürlich bei unterschiedlicher Temperatur und Luftfeuchte schwanken, daraus folgt λ =22,84
Deshalb ist es wichtig, dass du dich mit der Temperatur in dem geplanten Tauchgewässer auseinandersetzt. Wie du an der Temperaturkurve sehen kannst, können sich Temperaturen schnell ändern, je tiefer man geht. Du hast sicherlich selbst schon im Sommer gemerkt, dass du an der Oberfläche ganz warmes Wasser hattest. Dann bist du auf 5 Meter getaucht und es war schon 2°C kälter.

Wenn wir uns jetzt einmal anschauen, dass wir an der Wasseroberfläche eine Temperatur von 21,5°C haben, könnten wir dort ohne Probleme mit einem 5mm Anzug tauchen. Gehen wir jedoch jetzt in eine Tiefe von 30m, so sieht die Situation im 5mm-Anzug etwas frostig aus. Hier wäre es angebracht, mindestens einen 7mm-Anzug plus Eisweste zu tragen oder sogar schon einen Trockentauchanzug. Denn gerade die Unterkühlung kann beim Tieftauchen zu weitreichenden Problemen führen. Diese können unter anderem:
- Tiefe
- Unterkühlung,
- Tiefenrausch
- ein höheres Risiko für eine Dekompressionskrankheit sein.
Auf diese Problematik gehen erneut im Probleme & Rettung ein. Wichtig und bei der Wahl deines Anzuges ist auf jeden Fall zu bedenken, dass Neoprenanzüge sowohl halbtrocken und trocken an Isolierfähigkeit verlieren, je tiefer wir tauchen. Vielleicht weißt du auch schon warum. Neopren wird aus geschäumten Gummi (Elastomer) hergestellt. Dadurch entstehen gasgefüllten Hohlräume im Gummi. Dieses führt dann zu einer guten Wärmeisolierung beim Tauchen. Wenn du dich jetzt jedoch an das Gesetz von Boyle Mariotte erinnerst, weißt du, dass sich Neopren, eben wegen dieser gasgefüllten Hohlräume, komprimieren kann und aufgrund der kleiner werdenden Hohlräume der Anzug an Isolierung verliert. Dies passiert bei halbtrockenen und Trockentauchanzügen aus Neopren gleichermaßen. Daher werden beim Tieftauchen auch hauptsächlich Konstantvolumenanzüge wie Trilaminattrockentauchanzüge verwendet. Diese haben keine eigene Isoliereigenschaft. Die Isolierung bzw. Wärmeerhaltung wird hier nur aufgrund von Unterziehern und Luft/Gas gewährleistet. Wenn du hier mehr wissen möchtest, belege doch das Specialty Trockentauchen in deinem NSC Center. Denn da erfährst du alles Weitere zu diesem Thema.
Jacket
Dein Jacket ist ebenfalls ein sehr wichtiger Bestandteil deiner Ausrüstung, welchen du gezielt überprüfen solltest, wenn du Tieftauchgänge machen möchtest. Zum einen solltest du darauf achten, dass dein Jacket auch die richtige Passform hat. Diese ist zum einen wichtig für das Wohlbefinden und für eine gute Tarierung, zum anderen aber dafür, dass du ein ausreichendes Auftriebsvolumen hast.
Falls es zu Auftriebsproblemen kommt, dann liegt das in den meisten Fällen an Jackets, in denen das Blei fest verbaut wurde zum Beispiel bei einem Doppelgerät. ADV-ackets werden oft zu Anfang gekauft und sind in den meisten Fällen auf einen normalen Neopren – Anzug mit 5 oder 7 mm angepasst. Ziehst du aber dickere oder mehr Anzüge an, da es kälter ist, oder arbeitest sogar mit einem Trockentauchanzug, so kann sich die Passform deines Jackets verändert haben. Es kann sein, dass es nun zu klein ist und sich nicht genug Luft in die Blase deines Jackets lässt. Vielleicht kannst du dich damit unter normalen Bedingungen noch selbst wieder nach oben bringen, allerdings wird der Auftrieb in einem Fall, in dem du deinen Buddy mit positivem Auftrieb unterstützen musst, nicht mehr ausreichen.
Ebenso kannst du mit deinem fest verbauten Blei in eine Notsituation kommen. Hier hättest du keine Möglichkeit, dein Blei abzuwerfen. Hierzu musst du dir eine Alternative überlegen, wie du im Zweifel zusätzlichen Auftrieb herstellen kannst. Das kannst du im Zweifel mit einem kleinen Hebesack oder einer Boje machen. Lass dich hierzu am besten von deinem Tauchlehrer in deinem NSC-Center beraten und probiere es mit ihm gemeinsam aus.
Was du in jedem Fall vor deinem Tauchgang machen solltest, ist ein Bleicheck. Zusätzliches Blei führt in der Regel zu Unwohlsein und zu einer schlechten Tarierung. In Bezug auf das Tieftauchen ist eine Überbleiung jedoch ein großes Risiko, da wir hier unter Umständen unseren Volumen so verringern, dass unser Jacket dieses nicht ausgleichen kann. Bedenke, dass du in der Tiefe viel mehr Luftvolumen benötigst, um Auftrieb zu erzeugen. Erst auf dem Weg nach oben wird die benötigte Luft weniger. Schau hier bei Fragen noch einmal in das Wiederholungskapitel Physik - Boyle Marriotte rein.
Boje
Bojen haben in ihrer Art mehrere Funktionen und mehrerlei Bedeutung.
Wie du sicherlich noch aus deinem Open-Water-Diver-Kurs weißt, gibt es in der Hauptsache gelbe und orange Bojen. Ihre Farben haben eine unterschiedliche Bedeutung.
Die orange Boje ist deine Safty-Stopp-Boje. Sie wird hauptsächlich zur Signalgebung “Hier sind Taucher” verwendet. Dies kann beim Auftauchen im “freien Gewässer” wie dem Meer lebenswichtig sein, denn ein Boot kann dich sonst gar nicht erkennen. Sie ist aber auch sehr hilfreich, um die Tiefe zu halten beim Sicherheitsstopp. Wenn du sie geschossen hast, kannst du dich auf 5 Meter für deine 3 min ganz bequem hinlegen und diesen sicher abtauchen. In dieser Zeit hätte dein Boot die Möglichkeit, zu dir zu kommen und dich aufzusammeln. Orange Bojen sind also ein Sicherheitsaspekt, welchen ich immer beim Tauchen mitführen sollte, um zu signalisieren, dass du dort bist und damit du sicherer auftauchen kannst.
Gelbe Bojen hingegen sind Bojen, die nur im Notfall geschossen werden. Sie signalisieren, dass ein Taucher akut Hilfe benötigt. In der Regel sind gelbe Bojen mit einer Tasche oder Ösen ausgestattet, damit sie Nachrichten an die Wasseroberfläche transportieren können. Hiermit kann der Taucher sein Problem erklären. Diese werden in der Regel verwendet, wenn es zu einem Gasdefizit gekommen ist. Zum Beispiel durch einen Ausfall oder einen abblasenden Automaten nicht genügend Atemgas zur Verfügung steht, um den Tauchgang sicher zu beenden. Ursprünglich kommt diese Regelung aus dem technischen Tauchen. Hier werden auch sogenannte Deko-Tauchgänge gemacht, in denen es nicht ohne Weiteres möglich ist, den Tauchgang abzubrechen, da die Nullzeit des Tauchgangs überschritten wurden. Hier müssen dann extra Deko-Stopps gemacht werden, um die zusätzliche Stickstoffanreicherung wieder abbauen zu können. Nicht jeder Taucher kennt die Farben und deren Bedeutung. Deshalb solltest du, wenn du kannst, schauen, ob es sich wirklich um einen Notfall handelt. Aber im Zweifel solltest du besser einmal zu viel den Notruf alarmieren als einmal zu wenig.
Bojen unterscheiden sich aber nicht nur in den Farben, denn auch ihre Eigenschaften sind unterschiedlich. Teilen wir Bojen zunächst erst einmal ganz grob in drei Kategorien ein:
- geschlossene Bojen

- halbgeschlossene Bojen
- offene Bojen

Geschlossene Bojen sind meistens die kleinsten Bojen. Sie bestehen aus einem vollständig geschlossenen System, welches über das OPR-Ventil mit Luft befüllt werden kann. Dies kann entweder über den Inflatorschlauch gemacht werden oder du kannst es einfach mit deiner eingeatmeten Luft machen, indem du sie in die Boje ausatmest. Zusätzlich befindet sich an deiner Boje ein Auslassventil, worüber die Luft hinterher wieder ausgelassen werden kann.

Halbgeschlossene Bojen sind die am häufigsten verwendeten Bojen. Sie haben unten eine Öffnung, über die sich diese Art von Boje mit dem Atemregler und der Luftdusche befüllen lässt. Die Luft wird über den sogenannten Entenschnabel eingefüllt, kann aber nicht mehr über diesen Weg entweichen. Wie du dir sicher schon gedacht hast, ist sie deshalb halbgeschlossen. Auch hier kannst du die Boje wieder über den Schnellablass entleeren. Natürlich kannst du die Boje auch über das OPR-Ventil befüllen. Diese Bojen können auch gut aus einer tieferen Tiefe geschossen werden, da sie ein größeres Volumen haben als halbgeschlossene Bojen. Zusätzlich hast du im Falle eines Notfalls ein Auftriebsmittel dabei, womit du dich über Wasser auch bemerkbar machen kannst. Dadurch, dass die Boje keine Luft verliert, kannst du damit auch auf die Wasseroberfläche schlagen, um auf dich aufmerksam zu machen. Ebenso gibt es da auch die Möglichkeit, dass du dich auf die Boje drauflegen kannst.

Das Schießen dieser Bojen bedarf jedoch auch etwas Übung, da du zusätzlichen Auftrieb zum Zeitpunkt des Schießen hast. Lass dich deshalb am besten von deinem Tauchlehrer bei den ersten Versuchen noch einmal begleiten.
Offene Bojen sind ebenso weit verbreitet. Sie haben eine Öffnung, die über die gesamte Breite der Boje geht. Damit ist es besonders einfach, dort Luft einzufüllen. Allerdings ist es hier besonders wichtig, dass die Boje kontrolliert hochgelassen wird und an der Wasseroberfläche nicht umfällt. Denn hier würde die Luft sofort entweichen und die Boje wäre im schlechtesten Fall kaum oder gar nicht mehr sichtbar. Im Vergleich zu den anderen Bojen ist die offene Boje hauptsächlich wegen ihrer Einfachheit am günstigsten.


Um die Boje kontrolliert und gut schießen zu können, solltest du sie am besten mit einem Spool schießen. Diese sind Spulen, die mit einem Seil befüllt sind. Diese Spools findest du in verschiedensten Materialien (Edelstahl, Aluminium, Kunststoff) im Handel. Manche sind ergonomisch geformt, andere sind gerade. Schaue hier einfach, was dir am besten in der Hand liegt. Ebenso sind die Kordellängen, die aufgerollt sind, unterschiedlich. Hier gibt es 10 m, 15 m, 20 m, 25 m oder 30 m. Für den Gebrauch als Saftyboje, die du im Flachwasserbereich schießen möchtest, eignen sich am besten die 15m-Spools. Wenn du diese evtl. auch als Notfallboje benutzen möchtest, so solltest du die Länge anpassen. Zu jedem Spool gehört auch ein Doppelender (spezieller Karabiner), der vorteilhaft beim Transport und beim Aufwickeln ist.
Tauchcomputer
In deiner bisherigen Tauchzeit hast du sicherlich schon den einen oder anderen Tauchcomputer gesehen oder evtl. auch getaucht. Bisher waren diese Tauchgänge vielleicht zwar schon anspruchsvoll, aber noch nicht so tief. Zu diesem Kurs gibt es ein paar Dinge, die du auch zum Tieftauchen beachten solltest. Bisher hast du zu deinen Tauchgängen wahrscheinlich die Nullzeit, deine Tauchzeit, deine Tiefe und deinen Sicherheitsstopp verwendet. Diese Punkte sind auch die wichtigen, die du beim Tieftauchen verwenden musst. Vor dem Tauchgang solltest du dich mit deinem Tauchcomputer auseinandersetzen, besonders wenn es nicht dein eigener Tauchcomputer ist. Für die Nutzung eines Tauchcomputers gelten aber ein paar Grundregeln. Generell sollte jeder seinen eigenen Tauchcomputer haben und damit tauchen. Je nach Einstellung deines Computers kann es zu Unterschieden in den Angaben in der Gruppe kommen. Hier gilt aber immer, dass der restriktivere Tauchcomputer der ist, nach dem getaucht wird. Das bedeutet aber auch, dass immer eine gute Absprache zwischen dir und deinem Buddy stattfinden muss. Falls du noch keinen eigenen Tauchcomputer hast, solltest dir aber für die Zukunft unbedingt einen eigenen zuzulegen. Dein NSC-Center steht dir da beratend zur Seite, um für dich das beste Modell zu finden.
Je nach Modell kannst du im Tieftauchen, das ein oder andere Zusatzmodul deines Tauchcomputers nutzen. Häufig haben Tauchcomputer eine Einstellung für den Deep Stop. Dieser kommt bei Tauchgängen von über 20 Metern zum Tragen. Diesen solltest du für den Tieftauchgang einschalten, um möglichst viel Stickstoff auf deinem Weg an die Wasseroberfläche wieder abzubauen. Genaueres über den Deep Stopp erfährst du in dem Kapitel Tauchgangsplanung. Zusätzlich gibt es auch eine Luftintegration für Tauchcomputer. Damit kannst du eine Redundanz zu deinem Finimeter schaffen und dieses auch noch mal überprüfen.
Typische Anzeige eines Sporttauchcomputers. Achtung, lese das Manual deines Computers, da es abweichen kann!
3 : 9 : 25 oder 9 : 3 : 25
Überprüfe sogleich nach dem TG deinen Tauchgang mit einem Profi!
Hinweis: Als OWD darfst du nur Nullzeittauchgänge machen. Diese Info ist nur für das versehentliche Überschreiten der Nullzeit. Dekotauchgänge erfordern hohe taucherische Leistung und zusätzliche Ausrüstung und Ausbildung!
Lampe
Lampen gibt es in einer großen Variation. Sie sehen alle unterschiedlich aus, haben unterschiedliche Vor- und Nachteile. Die wichtigste Grundlage bei einer Lampe ist die, dass du dich entscheiden sollst, wofür du sie genau haben möchtest. Denn hiernach entscheidet sich, wie stark dein Lichtmodul, der Akku oder die Bauform sein sollte. Denn nicht immer ist das Stärkste auch das Beste. Wenn du in Deutschland in einem See tauchen gehen möchtest, so sollte deine Lampe stärker sein, als wenn du im Roten Meer nur in Korallenlöcher hineinleuchten möchtest.
Lasse dich hierzu in deiner Tauchschule beraten und schau dir an, was dieses Lampen so können. Manche Modullampen haben ein wechselndes Lichtmodul oder lassen sich dimmen. Das ist sehr praktisch, wenn du sie sowohl in Deutschland als auch im Ausland verwenden möchtest. Dein Tauchlehrer zeigt dir gerne die einzelnen Unterschiede.
sonstige Ausrüstung
Referenzseil
Das Referenzseil oder auch Auf-, und Abstiegsseil genannt ist ein Hilfsmittel, welches beispielsweise bei Bootstauchgängen verwendet wird. Dieses Seil kann an einem Schwimmkörper oder am Boot festgemacht werden. Es kann dir helfen, deinen Auf- und Abstieg zu kontrollieren. Beim Abstieg kannst du das Seil benutzen, um bei Problemen beim Druckausgleich kurz stoppen zu können. Auch beim Aufstieg hast du die Möglichkeit, das Seil als visuelle Referenz verwenden, damit du im Freiwasser die Orientierung und Höhe behalten kannst, wenn du zum Boot tauchst. Oft ist in der Nähe des Referenzseils auch die Saftybar installiert.
Physik
Wasser und Temperatur
Je tiefer du tauchst, umso kälter wird das Wasser. Plante deshalb deinen Wärmeschutz besonders auch für die tieferen Bereiche des Tauchganges ein. Ein besonderes und zugleich oft sehr interessantes Phänomen sind Sprungschichten (Metalimnion). Sprungschichten sind abrupte Übergänge zu kälteren Wasserschichten. Sie sind meistens in Gewässern mit wenig oder gar keiner Umwälzung, wie in Seen oder in Steinbrüchen. Sprungschichten entstehen, wenn sich die Wasseroberfläche durch die Sonne aufwärmt. Da warmes Wasser leichter ist als kaltes Wasser, entstehen sogenannte Temperaturschichten. Der Übergang zwischen diesen beiden Schichten ist meistens milchig oder wirkt optisch unscharf. In der Sprungschicht kommt es zu einem Temperaturabfall von 1 bis 8 °C. Diese milchigen Schichten sind nicht sonderlich breit, danach kannst du wieder normal sehen.
Planungen/Handzeichen/Briefing
Um sicher einen Tauchgang durchführen zu können, solltest du deinen Tauchgang so genau wie möglich planen. Für diesen Plan solltest du auch mögliche Notfälle bedenken, genauer gesagt solltest du Notfallmaßnahmen erklären und auch im Falle darauf vorbereitet sein. Je besser du dich auf einen Tieftauchgang vorbereitest, desto sicherer können du und dein Buddy tauchen gehen. Um deinen Tauchgang planen zu können, solltest du dir zunächst überlegen, wohin du tauchen möchtest. Nimm dir für deinen Tauchgang allerdings nicht zu viel vor. Denn durch den erhöhten Luftverbrauch in der Tiefe kannst du deinen Tauchgang nicht so durchführen, wie du es gewohnt bist. Nimm dir für die ersten Tauchgänge nur jeweils ein Ziel vor, danach kannst du nach und nach dein Pensum steigen.
Der Bubblecheck ist jetzt schon fester Bestandteil in jedem kontrollierten Abstieg, den du machst. Hier noch mal zur Erinnerung: Dieser dient dazu zu schauen, ob deine Ausrüstung und die deines Buddys richtig sitzt, dicht ist und du bereit bist, weiter zu tauchen. Wenn bei diesem Stopp etwas auffällt, solltest du unter Wasser entscheiden, ob du deinen Tauchgang weitermachen kannst, Korrekturen vornimmst oder ob du den Tauchgang lieber abbrechen solltest. Grundsätzlich gilt, wenn du kein gutes Gefühl hast, diesen Tauchgang weiterzumachen, dann solltest du ihn am besten abbrechen.
Plane für diesen wichtigen Check genügend Zeit ein, er steigert die Sicherheit für dich und deinen Buddy.
Auf deinem Weg nach oben zurück an die Wasseroberfläche wirst du als Erstes den Deepstopp (nicht verwechseln mit Dekompressionsstopps) machen. Dieser Stopp ist für dich neu, ab sofort solltest du ihn bei deinen Tieftauchgängen durchführen. Der Deepstopp wird ab einer Tiefe von 20 Metern jeweils immer auf der Hälfte der Tiefe gemacht. Nehmen wir an, du machst einen Tauchgang auf 30 Meter. Somit ist, wird der Deepstopp in einer Tiefe von 15 Metern durchgeführt, und zwar für 2-3 min. Je nach Modell deines Tauchcomputers kannst du in den Einstellungen aktivieren, dass dir diese Stopps angezeigt werden (Standardeinstellung ist “OFF”). Moderne Computer setzen Deepstopps sogar individuell, Tiefe und Zeit variieren dann. Beim Deepstopp atmen wir schon einen Teil unseres aufgebauten Stickstoffes wieder ab. Dadurch lassen wir den Stickstoffdruck in unserem Körper nie zu hoch werden.
Zur Vollständigkeit wiederholen wir hier auch noch einmal den Sicherheitsstopp. Dieser ist sicher schon bei jedem deiner Tauchgänge fester Bestandteil. Unseren Sicherheitsstopp machen wir in einer Tiefe von 5 m für mindestens 3 Minuten. Auch dieser dient der Entsättigung.
Grundzeit ist die Zeit zwischen dem Verlassen der Oberfläche, also vom Beginn des Abtauchens bis zum Zeitpunkt des Aufstiegs.
Die maximale Tiefe ist der tiefste Punkt deines Tauchprofils. Tiefer als diese Angabe kannst du während des Tauchgangs nicht gehen, wenn du mit der Tiefe deinen Tauchgang berechnet hast.
Aufstiegsgeschwindigkeiten sind von Anfang an festgelegt. Diese sorgen dafür, dass du auf deinem Weg nach oben im richtigen Maße entsättigen kannst. Beachtest du diese nicht und steigt zu schnell auf, so besteht die Möglichkeit einer Dekompressionskrankheit.
Für deine Tauchgangsplanung solltest du als Erstes deine Noaa Tauchtabelle zur Hand nehmen. Falls du diese noch nicht hast, kannst du sie dir hier herunterladen.
Lege nun deine maximale Tauchtiefe fest. Nehmen wir als Beispiel eine maximale Tauchtiefe von 32 m an. Da diese in unserem Tauchprofil nicht zu finden ist, gehen wir auf die Reihe mit 33,5 m. Danach schaust du, was deine maximale Nullzeit ist. In diesem Fall die rot umkreiste Zahl. Also 20 min.

Um nun dein Tauchprofil exakt berechnen zu können, musst du auch deine einzuhaltenden Stopps einberechnen.

Wie du schon während deines OWD Kurses gelernt hast, musst du vor dem Tauchgang berechnen, ob du diesen Tauchgang mit der Größe deiner Flasche und deinem Atemminutenvolumen (AMV) durchführen kannst.
Dein AMV kannst du aus einem vorigen Tauchgang bestimmen (Luftintegrierte Computer können dir das meist anzeigen) oder du kannst dazu einen weiteren Tauchgang machen. Ermittle daraus den die durchschnittliche Tiefe und notiere dir dazu deinen Anfangsdruck und Enddruck.
Mit diesen Werten kannst du dir deinen AMV ausrechnen.
Nehmen wir zum Beispiel eine 12l-Flasche, unser Startdruck lag bei 200 bar und unser Enddruck bei 60 bar bei einem Tauchgang über 35 min in einer maximalen Tiefe von 20 Metern und einer durchschnittlichen Tiefe von 15 Meter.
Formel:
AMV= Luftverbrauch/ (Umgebungsdruck(Ø Tiefe) x Tauchzeit)
Luftverbrauch= Flaschenvolumen (L) x (Flaschendruck Beginn- Flaschendruck Ende)
Luftverbrauch = 12l x (200bar - 60bar)
Luftverbrauch = 12l x 140bar
Luftverbrauch = 1680 bar/liter
AMV = 1680 bar/liter / (2,5bar x 35min)
AMV= 1680 bar/liter / 87,5
AMV = 19,2 l
Mit deinem AMV kannst du nun auch ausrechnen, ob du deinen Tauchgang so durchführen kannst.
Du möchtest einen Tauchgang machen auf 32 Meter und dein Tauchgang sollte 20 Min. dauern. Du hast eine 12 Liter Flasche zur Verfügung. Nun kannst du mit deinem AMV ausrechnen, ob du diesen Tauchgang durchführen kannst. Beachte, dass du jedoch immer deine 50 bar Reserve einkalkulierst.
Kläre zunächst, wie viel Luft dir zur Verfügung steht.
Luftmenge: 12l x 200 bar = 2400 bar/liter
Reserve: 12l x 50 bar = 600 bar/liter
Luftmenge = 2400 bar/liter - 600 bar/liter
Luftmenge = 1800 bar/liter
Also stehen dir bei deinem Tauchgang 1800 bar/liter zur Verfügung.
Jetzt berechnen wir, wie hoch dein wahrscheinlicher Luftverbrauch ist.
Formel:
AMV x max. Tiefe in bar= gesamtverbrauch in der Tiefe
gesamtverbrauch in der Tiefe x Tauchzeit = Luftverbrauch
19,6l/min x 4,2bar= 82,32 bar/liter/min
82,32 bar/liter/min x 20 min = 1646,4 bar/Liter
Da dir für deinen Tauchgang 1800 bar/Liter zur Verfügung stehen, kannst du den Tauchgang durchführen und hat sogar noch etwas mehr Reserve.
Hinweis: Viele Tauchcomputer zeigen dir auch die Durchschnittstiefe deines Tauchganges an, somit musst du nicht einen Tauchgang auf einer konstanten Tiefe zur Ermittlung durchführen, sondern kannst anstelle der (maximalen) Tiefe besser die Durchschnittstiefe verwenden!
Medizin
Wenn wir uns mit dem Tieftauchen beschäftigen, dann müssen wir uns zwangsläufig nochmals mit dem Gesetz von Henry beschäftigen. Dabei ging es um die Löslichkeit von Gasen in einer Flüssigkeit. Zum Beispiel in unserem Blut. Denn mit steigendem Druck steigt auch die Gasmenge, die sich in der Flüssigkeit löst. Fällt der Druck, muss sich das Gas wieder aus der Flüssigkeit wieder lösen.
Was ist also nun das Gas, von dem du da liest? Im Grunde geht es hier um Stickstoff. Wenn wir tauchen, gerade bei langen oder tiefen Tauchgängen, nimmt der Körper Stickstoff aus der Atemluft auf. Dieser eingeatmete Stickstoff wird dann ans Blut weitergegeben und wird über unseren Kreislauf an verschiedene andere Gewebe weitergegeben. Diese sättigen dann die Gewebe nach und nach, bis sie vollständig gesättigt sind. Beginnen wir dann den Aufstieg, versucht der Körper,möglichst viel von diesem Stickstoff wieder abzugeben. Diese drei Phasen kannst du benennen.
In Kompressionsphase - Isopressionsphase - Dekompressionsphase.

Kompressionsphase: Die Phase des Abtauchens.
Isopressionsphase: Die Phase des gleichbleibenden Drucks bei gleichbleibender Tiefe.
Dekompressionsphase: Die Phase des Auftauchens.
In der Dekompressionsphase wird möglichst viel Stickstoff aus dem Blut wieder abgegeben und vorrangig über die Ausatemluft wieder abgeatmet. Dennoch ist es so, dass die einzelnen Gewebe unterschiedlich lange brauchen, bis sie entsättigen. Das ist auch der Grund, warum wir bei einem Wiederholungstauchgang die Restsättigung einberechnen müssen. Wir können unsere Gewebe in drei Kategorien einteilen
Schnelle Gewebe – Mittlere Gewebe – Langsamen Gewebe
Zu den schnellen Geweben gehören Nerven, das Gehirn, Rückenmark, Blut und deine Nieren. Alle Gewebe haben eine sogenannte Halbwertszeit, also eine Zeit, bis sie vollständig aus dem Gewebe an das Blut wieder abgegeben wurden und über die Atemluft wieder abgeatmet werden konnten. Bei den schnellen Geweben beträgt also die Halbwertszeit 3–15 min.
Zu den Mittleren Geweben gehören Gewebe wie Muskeln, deine Haut, dein Magen oder auch dein Darm. Hier beträgt die Halbwertzeit 20 - 150 min.
Unsere Langsamen Gewebe wie Knochen, Knorpel und auch Fettgewebe benötigen die längste Zeit um vollständig zu entsättigen. Hier liegt die Halbwertzeit zwischen 150 und 630 min.
Wichtig für dich zu wissen ist, dass es in dieser Zeit immer zu einer Dekompressionskrankheit kommen kann. Diese kann in unterschiedlichen Schweregraden auftreten.
Probleme/ Rettung/ Medizin
Je tiefer du tauchst, desto mehr wirst du merken, wie ruhiger und friedlicher es im Wasser wird. Jedoch steigen auch die Gefahren, je tiefer man taucht. Viele Erkrankungen oder Gefahren hast du schon in deinem OWD kennengelernt. Generell solltest du dir immer merken, dass du nur so tief tauchen solltest, wie du ein gutes Gefühl hast. Solltest du dich einmal nicht gut fühlen, musst du im flachen Wasser bleiben oder den Tauchgang ganz sein lassen. In diesem Kapitel lernst du noch mal etwas Genaueres über diese Erkrankungen und wie man sich in solch einem Fall verhalten soll.
Grundsätzlich ist es jedoch auch sinnvoll, dass du in deinem weiteren Taucherleben einen “Erste Hilfe”-Kurs machst. Natürlich hast du einen solchen in den meisten Fällen bereits gemacht oder musst ihn sogar für die Arbeit alle zwei Jahre wiederholen. Doch beim Medical First Response for Divers geht es nicht nur Verbände anlegen oder die stabile Seitenlage. In dem Kurs geht auch um wichtige Themen: Wie bekomme ich meinen Buddy auch allein oder vielleicht zu zweit auf ein Zodiac oder auf einen Ponton? Der Kurs bietet alles, was Spaß macht. Also frag in deinem Center nach diesem Kurs.
Atemregler-Vereisung
Vielleicht hast du schon einmal eine Situation gehabt, in der dein Atemregler abgeblasen hat, oder du hast es bei deinem Buddy mitbekommen.
Beim Atemregler kann sowohl die erste Stufe als auch die zweite Stufe vereisen. Durch die heutige gültige Norm EN250 oder die noch härteren US-Navy Norm, kommt dies jedoch deutlich seltener vor und wird, wenn dann meistens durch menschliches Fehlverhalten verursacht.
Auszug aus den Normen: (Besonders die Navynorm beinhaltet noch weitere harte Prüfungsbedingungen)
|
EN250 |
Navynorm | |
|---|---|---|
|
AMV |
62,5 l/min | |
|
Testtiefe |
50 Meter |
60 Meter |
|
Testtemperatur |
4° Celsius |
0° Celsius |
|
Testumgebung |
offen |
Salzwasser |
|
Testdauer |
5 Minuten |
60 Minuten |
|
erlaubte Atemarbeit |
3,0 J/l |
1,4 J/l |
|
erlaubter Ausatemdruck |
2,5 kPa |
1,5 kPa |
|
erlaubter Einatemdruck |
2,5 kPa |
1,5 kPa |
Die EN250 ist eher eine Mindestanforderung für Atemregler, während die Navynorm ein wirklicher Qualitätstest ist.
Das Vereisen der ersten Stufe ist die häufigste Variante, die zu einem abblasenden Automaten führen kann. In den meisten Fällen ist Wasser in der ersten Stufe die Ursache dafür. Dies kann, wie du weißt, unterschiedliche Ursachen haben. Entweder ist dadurch, dass die Flasche völlig drucklos war, Wasser in die Flasche gekommen oder vielleicht ist beim Spülen des Atemreglers nicht genau aufgepasst worden. Wichtig ist, dass du die erste Stufe nie einfach so ins Wasser tust. Entweder bist du sicher, dass du die Öffnung zur Flaschenseite sicher verschießen kannst oder du nimmst einfach ein Tuch und putzt sie ab. Bei der zweiten Stufe solltest du niemals die Luftdusche beim Spülen drücken.
Solltest du unter Wasser in eine Situation kommen, wo dein Atemregler abbläst, bleibe zunächst ganz ruhig. Durch die Masse an Luft fällt das Atmen vielleicht etwas schwerer. Du bekommst jedoch ausreichend Luft. Sage deinem Buddy Bescheid. Dies kannst du mit dem Handzeichen “es stimmt etwas nicht” anzeigen und auf den Atemregler zeigen. Nun gibt es zwei Möglichkeiten. Wenn du mit einem redundanten System tauchst, kannst du auf deine sekundäre 1. Stufe wechseln und dein Buddy kann diese Seite zudrehen. Solltest du nur mit einer ersten Stufe tauchen, dann solltest du auf den Oktopus deines Buddys wechseln. Der dreht dann die Flasche zu. Wichtig ist, dass ihr den Tauchgang dann sofort kontrolliert beendet. Wenn ihr etwas höher gegangen seid, kannst du dein eigenes Gerät wieder aufdrehen lassen. Wichtig, schaue dann sofort auf dein Finimeter. Solltest du noch genug Luft haben, kannst du wieder auf dein Gerät umsteigen. Wichtig ist nur, dass ihr den Tauchgang direkt beendet.
Nach einem “Vereisen” solltest du deine Atemregler in die Revision bringen, damit nachgeschaut wird, der Fehler gefunden und die Feuchtigkeit aus dem Atemregler entfernt werden kann.
Tiefenrausch/Gasnarkose
Tiefes Tauchen kann verschiedene Probleme hervorrufen. Eines davon ist der Tiefenrausch. Durch die erhöhte Stickstoffkonzentration, die du beim Tauchen insbesondere beim Tieftauchen aufbaust, kommt es zu einer Verlangsamung deiner Handlungsfähigkeit. Du merkst nicht, dass du langsamer wirst, jedoch ist genau das der Fall. In mehreren wissenschaftlichen Versuchen konnte exakt dieses Verhalten beobachtet werden. Deshalb werden wir mit dir, während deines Tieftauch-Spezialkurses, Übungen machen, in denen du dieses Problem erkennen kannst.
Alle Gase wirken auf unser Nervensystem. Besonders durch den erhöhten Stickstoffpartialdruck beim Tieftauchen verändert sich die Wahrnehmung der Unterwasserwelt. Diese Wahrnehmung kann sich so verdrehen, dass dein Kopf dich an einen anderen Ort träumt oder auch andere Objekte zu dir in dieses Gewässer holt. Ob man einen Tiefenrausch erleidet, ist ganz stark Situations- und Tagesformabhängig. Ferner kommt es auf deinen Trainingseffekt an. Manche Menschen sind anfälliger für einen Tiefenrausch und manche weniger. Denn kennst du die Anzeichen eines Tiefenrausches, kannst du schon sehr früh etwas dagegen tun und unter Umständen gegensteuern.
Der Tiefenrausch wird vorrangig vom Stickstoff ausgelöst, bei einem Stickstoff-Partialdruck von 3,2 bar ist ein Tiefenrausch wahrscheinlich. (Dies entspricht einer Tiefe von 30 Metern bei Verwendung von Pressluft als Atemgas)
Ein Tiefenrausch hat zu Beginn ähnliche Symptome wie Alkohol. Symptome eines Tiefenrauschs können also sein:
- das Gefühl zu haben, alles ist in Ordnung
- alles ist leicht, man könnte fliegen
- Sichtfeldeinschränkungen
- metallischer Geschmack im Mund
- Halluzinationen
- extrem verlangsamte Reaktion bis hin zur Bewegungslosigkeit
- geistige Abwesenheit
Seltener:
- Schwindel
- Kopfschmerzen
- Übelkeit
Notwendig für dich zu wissen ist, dass in diesem Zustand die einfachsten Sachen nicht mehr funktionieren oder sehr lange dauern. Im Anschluss an den Tiefenrausch kommt es vor, dass Taucher sich auch nicht mehr dran erinnern können, was sie gesehen haben (retrograde Amnesie). Oder sie können dir von Erlebnissen erzählen, als ob sie an einem anderen Ort tauchen waren als du.
Nun weißt du zwar, wie es sich anfühlen kann, selbst einen Tiefenrausch zu bekommen, doch wichtig ist auch, dass du weißt, wie ein Tiefenrausch bei deinem Buddy aussehen kann.
Achte hier auf jeden Fall auf die Reaktionszeit deines Buddys. Schaust du in groß geweitete Augen, so kannst du davon ausgehen, dass etwas nicht stimmt. Hier noch ein kleiner Tipp: Zu Beginn des Tauchgangs kannst du mit deinem Buddy dieses Szenario besprechen. Zum Beispiel könnt ihr Handzeichen dazu ausmachen. Um sicherzugehen, dass dein Buddy klar bei Verstand ist, zeigst du ihm das OK-Zeichen und danach eine Anzahl an Fingern. Er muss dann die Anzahl der Finger nehmen und noch zwei hinzufügen. So eine kleine Aufgabe hilft dir, den Wahrnehmungszustand deines Buddys zu erkennen. Ein bloßes OK-Zeichen ist nicht geeignet, da dieses Zeichen schon ein Automatismus bei uns Tauchern ist.
Doch was machst du, wenn er nicht richtig reagiert? Wichtig ist, dass du zu deinen Buddy sehr nah aufschließt oder Körperkontakt herstellst. Danach solltest du mit ihm die Tiefe verlassen. Einige Meter höher verschwinden die meisten Symptome und ihr könnt euren Tauchgang in flacherem Wasser fortsetzen. Solltet einer von euch immer noch Tiefenrausch-Symptome aufweisen, so beendet den Tauchgang.
Wenn du gerne wissen möchtest, wie du in diesen Fällen Erste Hilfe leisten kannst, dann schau doch in deinem Center, ob du den Kurs “Emergency First Response (EFR) for Divers” oder die Specialties “Sauerstoff O₂” oder “AED” belegen kannst. Diese können dich optimal auf Notfälle vorbereiten.
Unterkühlung
Unterkühlung oder Hypothermie genannt ist ein elementares Problem. Die Hauptursache für eine Unterkühlung liegt darin, dass wir im Wasser schneller auskühlen als an der Luft.
Dadurch, dass wir mit größerer Tiefe auch unter Umständen in kälterem Wasser tauchen, erhöhst du dieses Risiko noch weiter.
Kälte im Allgemeinen erhöht das Risiko einer Dekompressionskrankheit. Das liegt zum einen daran, dass Kälte dafür sorgt, dass sich Gase viel schneller lösen, als auch daran, dass durch das Zittern viel mehr Blasenkerne entstehen.
Doch bringt die Minderung unserer Körpertemperatur nicht nur das Risiko einer Dekompressionskrankheit mit sich, sondern sorgt auch dafür, dass unsere Leistungsfähigkeit unter Wasser sowohl motorisch als auch kognitiv nachlässt. Motorisch kann es dazu führen, dass wir durch zu kalte Finger den Inflator nicht mehr richtig betätigen können oder im Falle eines Notfalles zum Beispiel nur noch schwer in der Lage sind, den Atemregler zu wechseln. Hier ist besonders Vorsicht geboten. Achte darauf, dass du den Atemregler komplett und richtig in den Mund nimmst.
Wichtig ist jedoch: Wenn du einen Tauchgang machst, bei dem dir sehr kalt ist, dann bricht diesen Tauchgang ab – spätestens aber, sobald du merkst, dass du anfängst zu zittern. Denn dann übersteigen die Vorteile eines Tauchgangs einfach die Nachteile und Gefahren. Abbrechen bedeutet in diesem Fall, dass du in der Regel noch genug Zeit hast, zum Ausgang zurück zu tauchen. Als kleinen Tipp kannst du versuchen, etwas höher zu tauchen, wenn die Umgebung und Navigation das zulassen. Denn je näher du der Wasseroberfläche kommst, desto wärmer wird es dann für dich.
An der Wasseroberfläche ist es wichtig, dass du deinen Tauchpartner versuchst aufzuwärmen. Du kannst ihm warme Getränke anbieten und ihn in warme Räumlichkeiten bringen. Natürlich sollte dein Tauchpartner umgehend die nassen Sachen ausziehen. Auf keinen Fall solltest du deinen Tauchpartner “heiß” abduschen oder in eine Sauna bringen. Dies kann es zu einem Kreislaufzusammenbruch führen, da durch das heiße Wasser sich Gefäße erweitern und das kalte Blut durch den Körper gepumpt wird. Auch ist das Risiko, durch die erweiterten Kapillare für eine Dekokrankheit gegeben.
DCS I / II / III
Im Kapitel Medizin hast du noch einmal etwas über das Gesetz von Henry erfahren und über die Stickstoff-Aufsättigung, die während des Tauchens stattfindet. Nun solltest du auch wissen, was passiert, wenn der Stickstoffabbau nicht so funktioniert wie normal. Das kann natürlich mehrere Ursachen haben:
- Zu schnelles Aufsteigen/Notaufstieg
- Nullzeitüberschreitung
- Nicht eingehaltene Stopps
- Nicht eingerechnete Aufsättigung aus vorherigen Tauchgängen oder Höhenänderungen
- Krankheit
In Folge dieser Fehler kommt es zu einer Stickstoffübersättigung des Gewebes. In Folge dieser Übersättigung kommt es zu einer Erkrankung, die im Oberbegriff als Dekompressionskrankheit bekannt ist. Englisch auch Decompression sickness kurz DCS. Die Dekompressionskrankheit ist der Überbegriff für verschiedene Krankheiten. Im Allgemeinen kannst du die Deko-Krankheiten in 3 Typen einteilen. DCS I, II, III. Sie unterscheiden sich in der Ausprägung der Symptome. Allgemeine Symptome einer DCS sind:
- Müdigkeit
- Gelenkschmerzen
- Hautjucken
- Herzrhythmusstörungen
- Schwindel
- Übelkeit
- Erbrechen
- Gleichgewichtsstörungen
Generell solltest du nach einem Tauchgang immer auf diese Symptome achten.
Die DCS Symptome lassen sich unter folgenden Typen einteilen:
Typ I:
- Juckreiz (Taucherflöhe)
- Schmerzen in den Gelenken
- Hautrötungen
- Extreme Müdigkeit, Abgeschlagenheit
- Rückenschmerzen
- Bewegungseinschränkungen (Bends)
Typ II:
- Schädigung des zentralen Nervensystems und der Atmung und damit zusammenhängende Symptome
- Taubheitsgefühl
- Seh- und Hörstörungen
- Sprachstörungen
- Lähmungserscheinungen
- Embolien (arterielle Gasembolie, Lungenembolien …)
- Herzbeschwerden
Typ III:
- Sind alle Langzeitschädigungen und neurologische Folgeschädigungen durch eine nicht behobene DSC Typ II.
- Typische Erkrankungen bei Berufstauchern
- aseptische Knochennekrose
- Hörschädigungen
- Netzhautschädigungen
Solltest du aufgrund der Symptome eine Dekokrankheit bei deinem Buddy vermuten, dann verabreiche ihm reinen Sauerstoff (100 %). Dies ist eine der wichtigsten Maßnahmen. Danach solltest du sofort die Rettungskette einleiten. Denn dein Tauchbuddy sollte in jedem Fall in eine Druckkammer gebracht werden, damit er dort behandelt wird. Je schneller dies passieren kann, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit einer vollständigen Erholung. Ebenfalls sollte er sich ruhig halten, sich nicht zu viel bewegen und auf jeden Fall viel trinken 0,5-1,0l/ pro Stunde. Hier sollte möglichst auf Wasser zurückgegriffen werden, jedoch auf gar keinen Fall auf schwarzen Tee, Kaffee oder Alkohol. Ebenso sollte er auf gar keinen Fall heiß duschen. Sollte ihm zu kalt sein, kannst du ihn mit Decken oder auch Tee aufwärmen.
Wenn dein Tauchbuddy das Bewusstsein verliert, dann bringe ihn in die “stabile Seitenlage”, überwache seinen Puls, Atmung und wenn möglich Blutdruck. Wenn eine Herz-Lungen-Wiederbelebung notwendig werden sollte, sollte dies unter Verwendung von reinem Sauerstoff geschehen.
Ungeplante Nullzeitüberschreitung
Es kann passieren, dass du ungeplant deine Nullzeit überschreitest. (Grundsätzlich sollst du dies auf jeden Fall verhindern, da du weder für Dekotauchgänge ausgebildet bist, wahrscheinlich auch noch nicht die taucherischen Fähigkeiten besitzt, um mit den erforderlichen Stopps umzugehen). In diesem Fall wird dir dein Tauchcomputer eine sogenannte “Deco” anzeigen. Hier in diesem Fall sprechen wir von einem Notfalldekompressionsstopp. Es ist essenziell, dass du verstehst, was dein Computer dir mitteilt. Lies deshalb unbedingt vor dem Tauchen die Anleitung. Die erforderlichen Dekostopps müssen dann in ihrer Zeit und in ihrer Tiefe eingehalten werden. Nach dem Tauchgang sollte hier auch vermehrt auf Anzeichen einer DCS geachtet werden.
Eine Ausbildung zum Dekompressionstauchen kannst du im NSC TEC AIR 40 Kurs beginnen. Hier lernst du nicht nur das Tauchen mit begrenzter Nullzeitüberschreitung, sondern auch viele Maßnahmen, um das Tauchen mit Dekostopps sicherer zu machen
Rettungsmaßnahmen
Für deine zukünftigen Tauchgänge wünschst du dir natürlich, niemals in eine Situation zu kommen, in der du einen Taucher retten musst. Wenn du deine Tauchgänge gut planst und auch nach deinem Plan tauchst, minimierst du das Risiko, in solch eine Situation zu kommen. Dennoch kannst du es leider nie ausschließen. Als Grundregel solltest du jedoch beachten, dass wir nur so weit retten, wie wir uns selbst nicht in Gefahr bringen. Sollte es als aus einem Grund so sein, dass dein Tauchbuddy einen Notaufstieg macht, so solltest du dich nicht an ihn hängen, um seine Aufstiegsgeschwindigkeit zu reduzieren. Lass ihn stattdessen den Notaufstieg allein durchführen. Es nützt euch beiden nichts, wenn ihr oben an der Wasseroberfläche ankommt und beide eine Beeinträchtigung habt. Du solltest deinen Aufstieg zwar auch sofort beginnen, aber unter Einhaltung der Aufstiegsgeschwindigkeit. Danach kannst du deinem Tauchbuddy an Land bringen und dort die Rettungsmaßnahmen einleiten.

Was du ihm zu jedem Moment geben kannst, ist reiner Sauerstoff. Dieser unterstützt das Ausschwemmen des Stickstoffes.
Um für diesen Fall gut vorbereitet zu sein, solltest du das Specialty “Medical First Aid for Divers“ besuchen. Im Optimalfall kannst du ihn in Kombination mit den Specialties AED und O₂ besuchen. Mit dieser Dreier-Kombination bist du auf einen Notfall optimal vorbereitet und kannst für deinen Tauchbuddy optimal da sein. Im nächsten Schritt kannst du dann auch mit deinem Rescue Diver beginnen. Hier lernst du die Prävention und den Umgang mit taucherischen Notfallsituation.
Handzeichen
- es stimmt etwas nicht
- ich habe keine Luft mehr
- alles okay an der Oberfläche
- Notsignal an der Oberfläche
- Alles OK, bitte abholen an der Oberfläche
- Luftkontrolle
- Anzeige Restnullzeit
- Abfrage der Nullzeit
- Anzeige der Dekozeit
- Auf- Abstieg bis … Meter
Zusammenfassung
Du merkst tiefer tauchen bietet dir viele neue Optionen für spannende Abenteuer, jeder Tieftauchgang ist jedoch mit einem erhöhtem Risiko verbunden. Um ein erhöhtes Risiko einzugehen, sollte schon ein triftiger Grund vorliegen. Und wenn der Grund vorliegt, dann musst du dich darauf vorbereiten und nur unter optimalen Konditionen durchführen. Sobald einer deiner Tauchfaktoren (Sicht, Strömung, persönliches Unwohlsein, Buddy, Ausrüstung …) inakzeptabel ist, solltest du von einem (Tief)-Tauchgang absehen. Dein Urteilsvermögen ist, wie schon bei jedem Tauchgang, entscheidend, ob es zu Problemen kommen kann.

Advanced Navigation
Einstieg
In deinen bisherigen Tauchgängen hast du dich sicher an der tollen Unterwasserwelt erfreut und konntest das ein oder andere Besondere sehen. Vielleicht hattest du die Möglichkeit, ein kleines Wrack oder auch eine toll bewachsene Riffwand entdeckt. Doch hättest du sie allein gefunden? Oder hat dich dein Tauchbuddy oder der Guide geschickt dort hingeleitet?
Und der Weg zurück zum Boot hättest du ihn gefunden?
Unterwasser-Navigation ist ein sehr komplexes Thema, was aber auch sehr viel Spaß beim Lernen macht und erst recht, wenn du bei den nächsten Tauchgängen allein den Weg zum Ziel und zurück gefunden hast. Es ist jedes Mal ein innerer Erfolg, wenn man den Kopf aus dem Wasser hebt und genau dort angekommen ist, wo man landen wollte.
Im folgenden Kapitel erfährt du die Grundlagen der Navigation und wie du in Zukunft auch ohne Straßenschilder unter Wasser dein Ziel findest.
Kursüberblick
Advanced Navigation ist ein komplexer Kurs, der dich über mehrere Schritte zu einem deinem Ziel bringt, sodass du beim nächsten Tauchgang dein Ziel oder deinen Weg zurück sicher finden kannst
Im Rahmen des AOWD erhältst du eine kurze theoretische Einweisung und dann einen Navigationstauchgang machen, oder du möchtest das komplette Specialty Advanced Navigation machen, um tiefgehender mit der Materie zu beschäftigen. Hier hast du einen ausführlichen Theorieunterricht, einige “Trockenübungen” und verschiedene Tauchgänge zu den unterschiedlichen Techniken. Nach dem Kurs bist du dann in der Lage, selbstständig zu Orten zu navigieren, sei es mit einem Kompass oder auf natürliche Weise. Ebenso bist du in der Lage, Dinge, die du unter Wasser gefunden hast, zu markieren, um sie hinterher wiederzufinden.
Wenn du wissen möchtest, welche Trainingsübungen auf dich warten, so schau doch kurz in der Trainingsübersicht nach. Im Übrigen ist dieser Kurs ein Pflichtkurs für den AOWD Extended.
Grundlagen
Natürlich kennst du Navigation auch über Wasser. Wir benutzen sie, um von einem Ort zum anderen zu kommen oder um uns auf Straßen einfach nur zurechtzufinden. Das gelingt in der Regel mithilfe von Schildern, Wegweisern, angelegten Wegen oder Ampeln, also, mit Wegmarken und Hinweisen. Heutzutage auch immer mehr mit einem Navigationssystem.
Unter Wasser ist es leider nicht so leicht zu erkennen, wie wir uns orientieren können und Navigationssysteme funktionieren leider nicht unter Wasser. Dennoch ist es wichtig, sich unter Wasser zurechtzufinden. Wenn du weißt, wo du bist und die du wieder an Land kommst, wird sich das sowohl positiv auf deinen Luftverbrauch auswirken, als auch auf dein allgemeines Wohlbefinden. Du verhinderst dadurch langes unnötiges Schwimmen, beugst einer Trennung von deinem Buddy vor und verminderst somit die Anstrengung und Stress. Durch eine gute Navigation hast du mehr Spaß am Tauchen und steigerst die Sicherheit.
Die Navigation bietet uns verschiedene Möglichkeiten. Man unterteilt diese in zwei Kategorien, die natürliche Navigation und in die Kompass-Navigation.
Natürliche Navigation
Die natürliche Navigation ist so gesehen die Navigation ohne technisches Equipment. Wir müssen erkenne lernen, was wir für Orientierungsmöglichkeiten haben. Solange die Sichtweiten unter Wasser gut sind, können wir signifikante Punkte als Wegmarkierungen oder zur Richtungsbestimmung nutzen.
Die Sonne
Die Sonne ist für uns eine gute Orientierungshilfe. Mit ihr können wir zu Beginn des Tauchgangs die Himmelsrichtung bestimmen. Hierzu kannst du dir merken: “Im Osten geht die Sonne auf, im Süden nimmt sie ihren Lauf, im Westen wird sie untergehen, den Norden wird sie niemals sehen.” Hast du nun deinen Tauchgang geplant und stehst am Wasser fertig zum Einstieg, so solltest du dir merken, auf welcher Seite die Sonne ist. Und zwar in deiner geplanten Tauchrichtung. Sagen wir, du möchtest Vormittag tauchen gehen und die Sonne scheint auf deine linke Maskenseite. Wenn wir nach einer Weile den Rückkurs antreten möchten, so können wir uns sicher sein, dass die Sonne nun auf unserer rechten Maskenseite zu finden ist. So kann dir die Sonne den Weg zurück oder in die Richtung des Ufers zeigen
Diese Orientierungshilfe ist allerdings zu Beginn nur als grobe Orientierungshilfe geeignet, da sie zu wenig Sicherheit gibt. Mit ein bisschen Training kann die Sonne dich in deiner Navigation unterstützen und teilweise sogar ein Ersatz für deinen Kompass sein. Bedenke, dass du diese Methode nur an Tagen verwenden kannst, wo du sicher bist, dass keine Wolken aufziehen. Sonst solltest du vielleicht eine sicherere Methode auswählen.
Markante Punkte
Markante Punkte sind das, womit wir am zuverlässigsten arbeiten können. Sie können uns helfen, auf längere oder auch kürzere Strecken natürlich zu navigieren. Arbeitest du mit der natürlichen Navigation, kannst du solche markanten Punkte als Wegpunkte nutzen, die dich zu deinem Objekt führen. Solltest du einen Kompasskurs tauchen, so ist es für dich sehr praktisch, dir auf deinem Kurs einen markanten Punkt zu suchen, diesen abzutauchen und erneut deinen Kurs zu kontrollieren. Somit kannst du längere Strecken überbrücken, ohne den Kompass permanent vor der Nase zu haben. Markante Punkte können unter Wasser alles sein, was man deutlich wiedererkennen kann. Eine wunderschöne große Salatkoralle, eine markante Formation in der Steilwand, ein Wrack, ein Gartenzwerg, der im See versenkt wurde, oder Ähnliches. Aber natürlich zählen dazu auch von anderen Tauchern selbst gebaute Markierungen wie ein Pfeil, der aus Steinen gelegt wurde. Zu markanten Punkten können auch Bojenseile oder Ankerseile gehören.
Strömung und Wellen
Strömungen und Wellen eignen sich nur bedingt und können deshalb als Hilfsmittel nur begrenzt eingesetzt werden. Beschäftigen wir uns als Erstes mit der Strömung. Strömung kann nur in Flüssen oder anderen fließenden Gewässern verwendet werden. Bei Navigation im Meer sollte man das nur ansatzweise mit beachten, da sie auch während des Tauchgangs ihre Richtung ändern kann. In jedem Fall sollte man, wenn man bei Strömung taucht, den Tauchgang immer gegen die Strömung beginnen und mit der Strömung beenden. Wellen entstehen immer durch Wind. Zu Beginn des Tauchgangs sollte der Wellengang an sich und die Wellenrichtung beobachtet werden. Doch Wellenrichtungen können sich ändern. Deshalb sollte diese Methode nur ergänzend benutzt werden.
Sand
Sand ist nur in Küstennähe ein verlässlicher Hinweis. Im Sand zeichnen sich oft wellenartige Formationen ab. Diese verlaufen immer parallel entlang der Küste. Deshalb musst du sie immer queren, wenn du in Richtung Land tauchen möchtest. Allerdings kann diese Formation dir nur selten eine genaue Richtung geben. Lediglich besondere Formen könnten Anhaltspunkte liefern. Darum ist auch diese Hilfsmethode nur als Zusatz zu sehen.
Tiefe
In Seen oder Gewässern mit einem typischen Uferverlauf kann auch die Tiefe eine Navigationshilfe sein. In der klassischen Formation sind die Einstiege in den flacheren Teilen des Sees, also immer am Rand. Wenn du jetzt tauchen gehst und niedrig einsteigst, dann in die Tiefe tauchst, so kannst du dir sicher sein, dass du auf dem Rückweg auch wieder vom Tiefenwasser in den flacheren Bereich tauchen musst. Sollte das Wasser wieder tiefer werden, musst du deinen Kurs entsprechend anpassen.
Zeit
Auch die Zeit kann eine gute Unterstützung sein, Distanzen abzuschätzen. Sagen wir einmal, du brauchst für eine Distanz von 25 Metern eine Zeit von 30 Sekunden. Nun machst du einen Tauchgang und du hast ca. 100 Meter zwischen zwei Attraktionen. So weißt du, dass du nach ca 2 min dein Objekt gefunden haben solltest. Hast du das nicht, so kannst du noch etwas weitertauchen. Wenn du es dann immer noch nicht erreicht hast, solltest du auf jeden Fall deinen Kurs kontrollieren und ggf. anpassen.
Um diesen Punkt nutzen zu können, musst du natürlich vorher wissen, in welcher Zeit du eine bestimmte Distanz zurücklegst. Hierzu kannst du bereits im Schwimmbad oder Flachwasser die Übung machen, dass du die Zeit misst in der du 25 Meter zurücklegst. Wichtig ist hierbei, dass du ganz entspannt und gleichmäßig diese Strecke zurücklegst. Wenn du dieses in Hektik machst, kann es sein, dass du diese Distanz in viel weniger Zeit zurücklegst und hinterher die Entfernung falsch einschätzt.
Grund
Die Grundbeschaffenheit, wie an Hängen, Böschungen, oder Riffkanten, sind ausgezeichnete Anhaltspunkte für eine einfache Navigation. Sie können dir helfen, schnell und einfach deine Richtungen wiederzufinden oder über lange Zeit eine Strecke zu navigieren. Wenn du auf deinem Hinweg den Hang immer auf deiner rechten Seite hast, so muss er auf dem Rückweg immer auf der linken Seite sein.
Flora und Fauna
Fische und andere Unterwasserlebewesen sind oftmals sehr standorttreu. Selbstverständlich ist das Wiederentdecken einer Muräne in einem Felsspalt keine Garantie, kann aber als zusätzlicher Informationspunkt genutzt werden. Markante Pflanzen oder Korallen können auch gute Wegmarkierer sein, jedoch können sie von der anderen Seite oftmals ganz anders aussehen. Unterwasser gibt es viele Übergänge von sandigem Boden zu leichtem Bewuchs oder Muschelfeldern. Merke dir die unterschiedlichen Bodenbeschaffenheiten auf deinem Weg.
Geräusche
Wie wir geklärt haben, können wir unter Wasser Geräusche nur schwierig orten und deren Schall wir über große Distanzen getragen. Jedoch kann ein Vorhandensein eines Geräusches deine Standortermittlung klar verbessern. Ein Strand mit Muscheln, die ein leises Klirren erzeugen oder das Klimpern einer Ankerkette hilft als Orientierung sehr. All diese Orientierungsmöglichkeiten zusammen helfen dir sehr, dich auch, ohne Kompass zurechtzufinden. Wenn die Sicht unter Wasser jedoch so schlecht sein, dass du weder die Sonne, den Grund noch andere Wegmarkierer erkennen kannst, dann kann dir nur ein Kompass bei der Navigation helfen.
Kompassnavigation
Ausrüstung
Bei der Navigation kannst du deine Standardausrüstung verwenden. Hier sind keine anderen Ausrüstungsteile notwendig. Lediglich einen Kompass solltest du zusätzlich mitnehmen.
Kompass
Der Kompass wurde schon im 11. Jahrhundert genutzt und wurde im Laufe der Zeit immer weiter verbessert. Anfangs war es eine magnetische Nadel, die auf einer Flüssigkeit schwamm (nasser Kompass), später kamen erst Markierungslinien hinzu und gegen 1260 gab es eine Kompassnadel auf einem Stift. Erst gegen 1400 bekam der Kompass ein Gehäuse und eine feinere Einteilung. Heute werden Kompasse mit Flüssigkeit befüllt, um zu schnelle Bewegungen des Zeigers und Erschütterungen zu minimieren, ohne die Anzeigegenauigkeit zu stören. Die Flüssigkeit hat unter Wasser den Vorteil, dass der Kompass nicht zusammengedrückt wird. Die Magnetnadeln werden auf Saphiren oder Rubinen gelagert. In der heutigen Zeit sind noch elektrischen Kompasse hinzugekommen, welche auch die Magnetfelder der Erde nutzen.

Der Kompass hat ein großes Glas oben, wodurch wir die Kompassrose ablesen können. Die Kompassrose ist zumeist mit den Himmelsrichtungen und mit den Gradzahlen von 0-360° angegeben. Zusätzlich hat der Kompass ein Ablesefenster bzw. ein Peilfenster, welches vorn vor dem Kompass sitzt. Auf der oberen Scheibe ist eine (meist rote) Peillinie. Auf dem Gehäuse ist ein Drehring aufgebaut, mit einer Kimme bei 0° und dem Korn bei 180°.
Der Kompass kann unterschiedlich getragen werden. In der Regel gibt es ihn an einem Armband, an einem Retraktor oder festverbaut an einer Konsole oder mittlerweile auch in vielen Tauchcomputern.

Alle Kompasse – ausgenommen die, die in den Tauchcomputern eingebaut sind, – sind mit verschiedenen Eigenschaften ausgestattet, die unverzichtbar sind. Sie haben in ihrem Inneren eine Öl-ähnliche Flüssigkeit, die sie vor dem Druck unter Wasser schützt. Zusätzlich ist die Flüssigkeit für die Unterdrückt oder Dämpfung von Schwingungen der Nadel oder Scheibe zuständig. Alle Kompasse sind mit einem fluoreszierenden Zifferblatt ausgestattet, damit eine einfache Ablesbarkeit auch im Dunklen möglich ist. Der Drehring mit Kimme und Korn ist in beide Richtung drehbar. Auch auf diesem Ring sind die Gradzahlen eingetragen, von 0-360°. Nun wohl das Entscheidende, was den Unterschied auch zwischen älteren und neueren Modellen ausmacht und bei neuen Modellen auch oft preisabhängig ist: Ein Kompass sollte möglichst eine lageunabhängige Drehbarkeit der Kompassrose garantieren. In den meisten Fällen liegt die maximale Neigung mit voller Drehbarkeit so bei 7-8°. Nur in diesem Bereich kann eine richtige Angabe garantiert werden, da sich die Kompassrose frei drehen kann. Überschreite ich die 8°, kann es sein, dass die Kompassrose sich nicht mehr drehen kann und die falsche Gradzahl angibt. Schau dich am besten in deinem Center um und schaue, was du dort findest. Für Fragen steht dann dein NSC-Tauchlehrer gerne zur Verfügung.
Solltest du bereits einen Kompass haben, den du eventuell von jemandem “vererbt” bekommen hast, schaue als Erstes, ob dieser noch richtig funktioniert. Nach einiger Zeit kann es sein, dass sie nicht mehr richtig funktionieren, weil sie vielleicht mal heruntergefallen oder abgenutzt sind.
Kompassrose

Die Kompassrose ist das, wonach wir navigieren können. Die oben auf der Scheibe aufgedruckt ist. Wenn du dir die Abbildung anschaust, siehst du, dass der Kompass eine 360°-Einteilung hat. Die Skalierung auf dem Kompass kann sich in 1°- oder 2°-Abständen aufteilen. Alle vier Himmelsrichtungen sind immer auf einem Kompass wiederzufinden. Sie werden jeweils mit dem Anfangsbuchstaben angegeben. Je nachdem, wo du evtl. einen Kompass leihst, kann es sein, dass sich die Beschriftung etwas unterscheidet, wobei die englische Beschriftung die häufigste Variante ist.
Deutsch: Nord, Ost, Süd, West
Englisch: North, East, South, West
Französische: Nord, Est, Sud, Ouest
Gehen wir nun von der englischen Variation aus, so sind die Gradzahlen Nord 0°/360°, East 90°, South 180°, West 270°. Zwischen den Haupthimmelsrichtungen gibt es zusätzlich Zwischenhimmelsrichtungen. Northeast, Southeast, Southwest, Northwest. Diese werden nicht immer auf der Kompassrose angegeben. Die Gradzahlen dazu sind: Northeast 45°, Southeast 135°, Southwest 225°, Northwest 315°. Sollte jemand sagen, du musst nach Nordwest tauchen, dann kannst du auch ohne diese Angabe auf dem Kompass danach tauchen.
Tragweise von Kompassen
Deinen Kompass kannst du auf verschiedene Weisen tragen. Die eine oder andere Variante wird dir vielleicht in der Praxis nicht als sinnvoll vorkommen, aber sie haben alle ihre Vor- und Nachteile. Wir gehen hier nur kurz darauf ein. Probiere die verschiedenen Varianten aus und schaue, welche für dich die Beste ist. Die Haltevarianten kannst du im Kapitel Tauchgangsplanung nachlesen.

Kompass am Armband
Im Grunde trägst du bei dieser Tragemethode den Kompass wie eine Uhr. Somit kannst du ihn vor dem Tauchgang ganz bequem anlegen und du weißt immer, wo er ist, ohne ihn suchen zu müssen. Ebenso ist die Haltung so, dass du den Kompass in dieser Position schlecht verkannten kannst, ohne es zu bemerken. Hierbei ist der Kompass allerdings relativ nah an den Augen und somit für viel Taucher schlechter ablesbar.

Kompass auf Brett
Du kannst deinen Kompass auch auf einem Brett festmachen, welches du gleichzeitig als Schreibtafel benutzen kannst. Das hat den Vorteil, dass du alles direkt auf einmal sehen kannst. Ebenso kannst du das Brett gut anfassen und es vor dir gut halten und ablesen.

Kompass am Retraktor
Bei dieser Variante ist dein Kompass an einem Retraktor befestigt. Diesen kannst du also ganz bequem an deinem Jacket festmachen und bei Bedarf dir den Kompass nach vorn ziehen. Wenn du deinen Kurs genommen oder überprüft hast, kannst du ihn loslassen und er zieht sich zurück in sein Gehäuse und ist sicher verstaut. Dies ist besonders bei einer Kombination aus natürlicher und Kompassnavigation von Vorteil.
Bei einem Retractormodell ist die Entfernung von Auge zu Kompass auch am größten und das ist für viele Taucher auch relevant, um den Kompass gut erkennen zu können.

Kompass in der Konsole
Der Kompass in der Konsole wurde ursprünglich benutzt, um alles im Blick zu haben. Denn in der Konsole waren Tiefenmesser und Finimeter mit verbaut. Diese findet man heute nur noch selten. Da die Tiefenmesser in den meisten Fällen von den Computern abgelöst wurden. Wenn überhaupt, so findet man meistens die Kombination mit Finimeter und Kompass. Diese sind dann so eingestellt, dass sie sich trotz der Störfaktoren nicht beeinflussen lassen. Allerdings sind diese beiden Geräte immer miteinander verbunden und lassen sich nicht trennen.
Physik
Magnetismus:

Nun hast du alles über einen Kompass an sich gelernt, aber warum kannst du ihn eigentlich benutzen und woher weiß der Kompass, wo Norden ist? Das alles liegt an dem Magnetfeld der Erde.
In der Schule hast du sicherlich auch mal den Versuch gemacht, dass du einen Magnet, in der Regel einen Stabmagnet, in die Hand bekommen hast und dann sehen konntest, dass alle metallischen Gegenstände sich von diesem Magnet angezogen fühlten. Das passiert aber nur, wenn die Gegenstände nahe genug an dem Magneten sind. Der Raum, in dem magnetische Kraft auftritt, wird dann als magnetisches Feld bezeichnet.


Die Tatsache, dass du also deinen Kompass nutzen kannst, ist darin begründet, dass unsere Erde ebenfalls ein eigenes Magnetfeld hat. Das resultiert hauptsächlich aus Strömen leitfähigen Magmas im Erdinneren. Die Erde ist also so gesehen ein großer Stabmagnet, der sowohl einen Nordpol als auch einen Südpol hat. Dieses Kraftfeld ist weitestgehend homogen. Dies macht überhaupt erst eine Orientierung mit dem Kompass möglich, da sich die Kompassnadel nach den Feldlinien ausrichtet. Wie du sicherlich weißt, gibt es sowohl einen geografischen als auch einen magnetischen Nord- und Südpol. Diese liegen aber nicht übereinander. Die Abweichung zwischen magnetischem und geografischen Nordpol beträgt hier in Deutschland ca. 3°, in Kanada bis zu 20°. Die genaue Abweichung, die du an einem Ort hast, kannst du immer aktuellen Karten entnehmen. Diese Abweichung ist für uns beim Tauchen zunächst nicht interessant, da es keine Abweichung vom Peilen zum getauchten Kurs gibt und unsere Distanzen einfach zu gering sind.
Allerdings gibt es auch Störeinflüsse, die unser homogenes Magnetfeld stören und unsere Feldlinien verschieben kann. Das kann zum Beispiel durch Stahl, Eisen oder andere Magnetfelder passieren, wie bei einer Tauchlampe oder auch einem Scooter. Deshalb solltest du niemals einen Kurs nehmen, während du auf einer Metallplattform oder auf dem Boot stehst. Ebenso solltest du aufpassen, dass du Lampe und Kompass nicht direkt nebeneinander hältst oder deinen Kompass nicht auf dem Scooter befestigst. Allerdings gibt es Kompasse, die du auf deinem Scooter befestigen kannst, bei denen der Nullkurs anpassbar ist. Ebenso kann es deinen Kompass stören, wenn dein Buddy parallel seinen Kompass herausholt und den Kurs nimmt.
Kurspeilung
Stell dir vor, du findest einen Schatz. Du kannst ihn aber nicht mitnehmen, weil er viel zu schwer ist. Was machst du nun? Die Wegbeschreibung: “an der 3. Pflanze rechts abzubiegen und dann nach zehn Flossenschlägen wieder links abbiegen” ist ziemlich umständlich und auch sehr ungenau. Was dir hilft, ist die sogenannte Kreuzpeilung. Diese kannst du nutzen, um mithilfe zweier Punkte über Wasser deinen Standort so genau wie möglich zu bestimmen.

Du tauchst nun von deinem Punkt auf und siehst auf deiner linken Seite den Leuchtturm und auf der rechten Seite eine Landzunge mit einer Palme drauf.
Wichtig hierbei ist, dass deine Punkte, die du anpeilst, “feste Punkte” sind. Ungeeignet zum Anpeilen wäre unter anderem ein Boot. Auch wenn es geankert hat, weißt du natürlich nicht, ob es noch da ist, wenn du wiederkommst. Deshalb achte darauf, dass du immer auf feste Punkte peilst. Möglichst in einem Winkel über 90°. Am leichtesten ist es, wenn einer deiner Merkpunkte aus zwei hintereinander liegenden Punkten besteht, denn so hast du einen Kompasskurs weniger anzupeilen, einfach in der Flucht schwimmen. Die beiden hintereinanderliegenden Punkte sollte nicht zu nah beieinander gelegen sein. Sonst kann es sein, dass deine Peilung ungenauer wird.
Beispiel:
Peile nun zuerst den Leuchtturm an. Du siehst auf deinem Kompass durchs Peilfenster 90° auf der Kompassrose. Also liegt der Leuchtturm von dir in 90°.

Wenn wir den zweiten Punkt anpeilen, ist es wichtig, dass du deine Position nicht veränderst und dass dein Punkt mehr als 90° und weniger als 180° von deinem ersten Punkt entfernt liegt. Am besten kannst du hier die erste Palme nehmen. Die Palme kannst du auf 220° anpeilen. Solltest du zu stark von deinem Punkt abweichen oder die Punkte nicht weit genug oder zu weit entfernt liegen, kann deine Peilung ungenau werden.

Nun hast du deine beiden Kurse. Am besten schreibst du sie dir auf deine Schreibtafel oder Wetnotes auf. Jetzt kannst du deinen Tauchgang beenden.
Um dann hinterher dein Objekt wiederzufinden, kannst du verschiedene Suchmechanismen verwenden. Um mehr über Suchmechanismen zu erfahren und diese hinterher anzuwenden, belege doch das Specialty “Search and Recovery”. In diesem lernst du Suchmuster und Techniken, um gesunkene Objekt an die Oberfläche zu bringen.
Kompasskurse mit Hindernissen
Um Hindernisse zu umtauchen, oder einen geplanten Kursverlauf abzutauchen, musst du Strecken so präzise wie möglich zurücklegen. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten, um die zurückgelegte Strecke zu messen. Jede Technik kann unter bestimmten Umständen angewendet werden. Ein Maßband ist bestimmt die genaueste Messmethode, jedoch für weite Strecken mit Sicherheit nicht sinnvoll. Probiere alle Messmethoden aus und notiere dir deine Ergebnisse in deinem Logbuch, damit du immer wieder deine Werte nachschlagen kannst.
An Land hast du von deinem Startpunkt einen Kompasskurs zu der Boje eines Wracks genommen. Nach dem Abtauchen verfolgst du den Kompasskurs unter Wasser. Jedoch triffst du unter Wasser auf eine hohe Felsformation, die du umtauchen musst. Wenn du jetzt nicht auf der anderen Seite des Hindernisses wieder den Kurs aufnimmst, wirst du an dem Wrack vorbeitauchen ohne es zu bemerken. Daher musst du beim Ausweichen und auch wieder bei der Rückkehr zum Hauptkurs die gleiche Strecke zurück legen.
Auch ist es oftmals spannend nachzuvollziehen, wie weit man in Metern ungefähr getaucht ist. Hier hilft einem die Erfahrung, wie weit man mit seinem Luftverbrauch kommt oder auch in einer verbrauchten Zeit vorangekommen ist.
Flossenschlag-Zyklen
Ein Flossenschlag-Zyklus ist eine Auf- und Ab-Bewegung mit jedem Bein. Das heißt, jedes Mal, wenn du mit beiden Beinen einen Schlag ausgeführt hast, hast du einen Zyklus vollendet. Wenn du diese Übung nun als Erstes im Schwimmbad machst, kannst du aus der Anzahl deiner Flossenzyklen deine zurückgelegte Anzahl an Metern berechnen. Diese Technik kann auch bei Wellengang gut durchgeführt werden.
Zeit
Natürlich kannst du auch die Zeit nehmen. Wie du zu Anfang schon gelernt hast, kannst du auch mithilfe der Zeit Entfernungen abschätzen. Mache hierzu die ersten Übungen am besten im Schwimmbad. Hier kannst du gut messen, wie lange du für eine Bahn (meistens 25 Meter) brauchst. Wichtig: Schwimme diese in dem gleichen Stil, wie du auch tauchen würdest, sonst weichen diese zu weit voneinander ab.
Spannweite der Arme
Eine weitere Methode ist, dass du mithilfe deiner Armspannweite auch die Distanz abmessen kannst. Dies ist eine sehr genaue, aber auch sehr anstrengende Methode, die Distanz zu messen, und deshalb nur für kürzere Abstände geeignet. Du kannst sie durchführen, indem du vor dir mit ausgestrecktem Arm in den Boden greifst und dich dann um eine Armlänge nach vorne ziehst. Somit kannst du sehr genau deine Armlänge zählen. Wichtig ist, dass du das mit Ruhe machst. Diese Methode ist aber auch je nach Untergrund nicht immer geeignet, da du hiermit sehr viel Sediment aufwirbeln kannst. Dies sollte alleine aus Umweltgründen nicht gemacht werden. Auch hier wäre es gut, wenn du vorher schon einmal die Übung im Schwimmbad gemacht hättest, da du dann auch schon deine Spannweite in Metern kennst.
Messleine oder Maßband
Die Messleine oder ein Maßband sind die genaueste Variante, eine Strecke auszumessen. Diese kann am besten über kurze oder mittlere Distanzen verwendet werden. Wichtig ist hier aber auch die Grundbeschaffenheit, die eine Rolle spielt. Sie sollte bevorzugt bei ebenem Grund verwendet werden. Wenn Hindernisse in der Messbahn liegen, kann es sein, dass die Methode etwas komplizierter wird. Dennoch bietet sie das genaueste Ergebnis. Hauptsächlich wird diese Methode beim Wracktauchen oder beim Suchen und Bergen verwendet. Notiere dir deine Werte in deinem Logbuch und verifiziere diese Angaben von Zeit zu Zeit.
Kompassführung

Wichtig für die korrekte Navigation ist deine Körperhaltung und die Haltung deines Kompasses. Die Körperlage beziehungsweise das Halten des Kompasses hat eine Auswirkung auf deinen Kurs, den du angepeilt hast und den du dann unter Wasser verfolgst. Deshalb ist es wichtig, dass du deinen Kompass richtig hältst und diese Position auch immer wieder einnimmst, wenn du mit dem Kompass peilst.
Die Körperposition, in der wir nur mit einer Hand peilen, ist die ungenaueste Variante des Peilens und hier können wir auch sehr viele Fehler machen. Denn oftmals stimmt die Peillinie nicht mit deiner Schwimmrichtung über. Dadurch kann es zu einer Abweichung zwischen deiner geschwommenen Peilung und deiner Kompasspeilung kommen. Auf eine Strecke von 250 m und einer Abweichung von 2° sind es schon 8,73 m, die zwischen uns und unserem Ziel liegen, denn Vortrieb kann immer nur in Körperrichtung erfolgen.


Wenn wir nun eine Körperhaltung einnehmen, bei der wir mit beiden Armen unseren Kompass halten, so ist unser Kompass, wie man auf der Zeichnung erkennen kann, immer in der Führung der Körpermitte. Somit kann ich sicherstellen, dass ich immer in die gleiche Richtung tauche, wie ich peile. Somit kann ich einige Fehler auch schon ausschließen.
Hauptsächlich kann man zwei verschiedene Haltungen einnehmen.
Einmal kann ich beide Hände vor den Körper strecken und habe den Kompass in beiden Händen. Somit liege ich in der Längsachse meines Körpers. Wenn ich nun den Kompass bewege, um meinen Kurs zu halten, bewege ich meinen Körper immer komplett mit. Dabei ist es wichtig, dass du die Hände nicht vom Kompass wegnimmst.
Die zweite Variante ist die, die häufig bei Kompassen, die in Tauchcomputern integriert oder bei Kompassen, die mit einem Armband am Handgelenk sind, benutzt wird. Somit kannst du auch hier garantieren, dass der Kompass immer in der Körpermitte liegt. Denn bei dieser Variante nimmst du ebenfalls den zweiten Arm als Stütze. Indem du den rechten Arm ausstreckst, kann der linke Arm im 90° Winkel den rechten Arm greifen. So kannst du bei beiden Varianten sicher sein, dass, wenn du dich bewegst, sich der gesamte Körper bewegt und du nicht nur der eine Kompassarm. Natürlich kannst du rechten und linken Arm auch wechseln, wenn du deinen Kompass auf dem rechten Arm trägst.
Peilen wir über eine längere Strecke, so ist es nach dem Abtauchen wichtig, dass du dir auf deinem Weg Hilfsobjekte suchst. Diese sollten immer auf deiner Peilung liegen. Nehmen wir an, du tauchst einen bestimmten Kurs. Unter Wasser nimmst du diesen Kurs und peilst ihn an. Auf dem Boden liegt in 15 m Entfernung auf deiner Peillinie ein markanter Felsen. So kannst du zu diesem Felsen tauchen, ohne ständig auf deinen Kompass zu schauen, ob du noch richtig bist, denn dein Felsen ist ein markanter Punkt, der sich auf deiner Linie befindet. Wenn du jetzt an deinem Felsen angekommen bist, kannst du nun wieder deinen Kompass nehmen und wieder deinen Kurs anpeilen. Als Nächstes entdeckst du einen markanten Baum, den du wieder als Punkt nehmen kannst. Dieses Prinzip kannst du weiter verfolgen, bis du an deinem richtigen Ziel angekommen bist. Somit hast du reichlich Zeit um dir auch andere Dinge unter Wasser anzusehen.
Kurse tauchen
Wenn du deinen Tauchgang planst, planst du in der Regel zu einem Objekt hin zu tauchen, um es dir anzuschauen. Um dir unter Wasser Objekte anzusehen, kannst du verschiedene Wege der Navigation nutzen.
Im Verlauf dieses Kapitels lernst du den Hin- und Rückkurs. Diesen gehen wir in einzelnen Schritten chronologisch durch, damit du diese einfach und schnell erlernen kannst. Lass dir hier von deinem Tauchlehrer noch den einen oder anderen Tipp geben.

Hin- und Rückweg
Nehmen wir ein Beispiel aus der Praxis. Du machst einen Tauchgang und hast aber nur Luft, um dir ein Objekt anzuschauen. Dann kannst du den Hin- und Rückkurs als Navigationsmittel nutzen.
Lass uns das chronologisch durchgehen:
- Zeige mit der Peillinie deines Kompasses in deine gewünschte Tauchrichtung und nehme den Kurs, den du in deinem Peilfenster lesen kannst. Stelle nun den Stellring so, dass die Kompassnadel in die Kimme zeigt. Somit kannst du schauen, dass der Pfeil immer in die Kimme zeigt, und musst nicht permanent durch das Peilfenster schauen.
- Wenn du einen vorgegebenen Kurs hast (aus einer Karte beispielsweise), kannst du auch diesen nehmen und den Punkt mit der Peilung überspringen.
- Unter Wasser nimmst du dann deine Tauchposition ein und peilst mit deinem Kompass den korrekten Kurs an.
- Du kannst den Kurs über das Peilfenster kontrollieren oder indem du schaust, ob der Pfeil in die Kimme zeigt. Hast du dein Objekt gefunden, musst du den Umkehrkurs einstellen.
- Für den Umkehrkurs hast du nun zwei Möglichkeiten:
Variante 1:
- Drehe dich so weit um, dass der Pfeil auf das Korn zeigt, und tauche so zu deinem Einstieg zurück.
Variante 2:
- Du kannst zu deinem Kurs den Umkehrkurs errechnen, indem du zu deinem Kurs 180° dazu rechnest. Somit kannst du deinen neuen Kurs finden.
Somit kannst du zu jedem Objekt hin navigieren, was unter Wasser zu finden ist. Dieses Verfahren solltest du auf jeden Fall in regelmäßigen Abständen trainieren.
Um deine Fähigkeiten zu verbessern und um die Fähigkeit zu erlernen, auch exakte Winkel zu tauchen, gibt es zwei gute Übungen. Das Dreieck und Rechteck.


Bei diesen Figuren ist es wichtig, dass deine Schenkel sehr gleichmäßig getaucht werden. Denn wenn du die Schenkel des Dreieckes nicht gleich lange tauchst, kommst du nicht an dem Ort heraus, wo du angefangen hast. Beim Rechteck ist das genauso wichtig. Hier müssen nur die gegenüberliegenden Seiten gleich sein.
Um dieses theoretische Wissen auch in der Praxis umsetzen zu können, tauchst du in deiner Ausbildung diese Figuren. In der Realität werden Dreiecke eher selten getaucht und praktisch nie gleichschenklige. Deshalb sind dies reine Übungen, die dazu dienen, das gleichmäßige Tauchen zu lernen.
Dreieck

Beim Dreieck ist es so, dass unsere Winkel jeweils 120° betragen (360° : 3= 120°). Wenn wir nun unser Dreieck tauchen möchten und den ersten Schenkel in 15° tauchen möchten, kannst du wieder deinen Stellring zur Hilfe nehmen. Denn wenn du in 15° peilst, kannst du deinen Stellring mit der 0° auf die 15° stellen, somit zeigt unser Pfeil wieder in unsere Kimme und erleichtert uns das tauchen. Wenn du deinen ersten Schenkel gleichmäßig getaucht hast, kannst du dich drehen. Hier ist es nun wichtig, ob du rechts- oder linksherum tauchst. Tauchst du dein Dreieck rechtsherum, kommt als nächstes 120°. Tauchst du linksherum, musst du dich auf 240° einstellen. Jetzt zeigt der Pfeil auf die 120° auf deinem Stellring oder, wenn du in das Peilfenster schaust, auf 135°. Tauche die gleiche Zeit oder die gleiche Anzahl an Flossenzyklen wie in dem ersten Schenkel. Bist du an deinem Wendepunkt angekommen, so drehst du dich weiter auf die 240° deines Stellringes oder auf die 255° in deinem Peilfenster. Wenn du den letzten Schenkel getaucht hast, solltest du auf dem Punkt wieder herauskommen, wo du gestartet hast, dann hast du alles richtig macht. Solltest du nicht an deinem Startpunkt wieder angekommen sein, so kann es nicht nur an einer falschen Kurswahl, einer falschen Peilung, sondern auch an einer Ungleichheit der Schenkel des Kompasskurses gelegen haben.
Rechteck

Machen wir das Rechteck. Im Grunde funktioniert dieses exakt gleich wie das Dreieck. Nur dass wir nicht mit 120° rechnen, sondern mit 90° (360° : 4= 90°). Also müssen wir unseren Kurs entweder immer plus 90° rechnen oder, wenn wir unseren Stellring, zur Hilfe nehmen, peilen wir über die Gradzahlen 0°, 90°, 180° und 270°. Wichtig ist auch hier wieder, wie exakt du die Winkel nimmst und wie gleichmäßig du deine Schenkel tauchst.
Tipp: Diese Übungen kannst du perfekt auch erst im Trockenen auf einer großen Wiese üben. Lege dazu am besten ein Handtuch über den Kopf, damit du dich nicht an der Umgebung orientieren kannst, sondern nur mit dem Kompass navigierst.
Probleme/Rettung/Medizin
Orientierungsverlust
Dass man bei einem Tauchgang die Orientierung verliert, kann jedem passieren. Je mehr Übung du hast, desto seltener wird es. Wichtig ist allerdings, dass du das Verfahren schon vor deinem Tauchgang gebrieft hast. Hierzu könnt ihr verschiedene Handzeichen ausmachen, sodass dein Buddy vielleicht weiß, wo es hingeht. Solltet ihr beide nicht mehr wissen, wo es lang geht, dann taucht ihr langsam auf. Solltest du schon länger oder tiefer als 10 m unterwegs gewesen sein, so ist es wichtig, dass du deinen Sicherheitsstopp einhältst. Dann kannst du nach dem richtigen Weg schauen und danach deinen Tauchgang fortsetzen.
Wenn du in weiten Gewässer auftauchst und keine Orientierungshilfe hast oder musst du außerhalb eines Riffes auftauchen, dann setze auf jeden Fall eine Boje. Diese gibt dir die Sicherheit, dass du von Schiffen nicht übersehen und besser gefunden wirst.
Wenn du mal die Orientierung verlierst, ist es wichtig, dass du einen kühlen Kopf bewahrst und nicht in Panik verfällst. Solltest du Gebiete erkunden, die du noch nicht kennst, ist es sinnvoll, vielleicht den ersten Tauchgang mit einem in diesem Gebiet erfahrenen Taucher zu machen. Zusätzlich solltest du dir die Tauchplatzkarte gut einprägen oder sogar bei Bedarf diese mitnehmen. So kannst du unter Wasser auch noch mal darauf schauen. Und denk immer daran: Übung macht den Meister!
Planungen/Handzeichen/Briefing
Wenn wir in die Planung für unseren Tauchgang gehen, sollten wir uns als Erstes mit der Beschaffenheit des Wassers beschäftigen und was wir alles im Wasser finden können. Viele Gewässer haben sogenannte Tauchplatzkarten, die Attraktionen zeigen und dir Hinweise darauf geben können, ob du bei deinem Tauchgang eine reine Kompass-Navigation machen musst oder ob du vielleicht doch natürlich navigieren kannst.
In jedem Fall solltest du dir vorher anschauen, welche Himmelsrichtungen wo sind. Das kann dir hinterher helfen, dich unter Wasser zurechtzufinden, falls deine natürliche Navigation nicht mehr weiter durchzuführen ist. Am besten kannst du dir das auf eine Wetnote oder eine kleine Schreibtafel notieren. Reine Kompass-Navigation ist zum Beispiel bei Blauwasser-Tauchgängen notwendig oder bei Tauchgängen mit schlechter Sicht. Ebenso kann man auch eine Kompass-Navigation bei Nachttauchgängen machen, da hier das Schauen auf Distanz auch eingeschränkt ist. Ansonsten funktioniert die Tauchgangsplanung genauso wie bei einem Tauchgang, bei dem du nicht navigieren musst.
Wenn du wissen möchtest, wie die Tauchgangsplanung funktioniert und worauf du achten musst, kannst du den Specialty “Dive Group Specialist” belegen. Hier wird die alles über die Gruppenführung und über die zugehörigen Themen wie Gruppenaufteilung und Tauchgangsplanung vermittelt.
Zusammenfassung
In diesem Kurs hast du alle Grundlagen zur Navigation gelernt. Du hast gelernt, dass die Navigation ein wichtiges Specialty ist, der dir hilft, dich bei jedem Tauchgang besser orientieren zu können. Über die natürliche oder die Kompassnavigation findest du nun immer zu deinen Objekten und wieder zurück nach Hause. Auch hast du alles über dein neues Ausrüstungsstück, den Kompass gelernt, auf dass er bei jedem Tauchgang mit dabei ist. Kein erfahrender Taucher würde einen Tauchgang angehen ohne einen Guide oder einen eigenen Kompass. Dein neues Wissen hilft dir dabei, sicher und mit Spaß unter Wasser zu navigieren.
Dein Weg ist noch lange nicht vorbei!
Entdecke auf deinem Weg neue und spannende Specialties, die dir Spaß machen und dich taucherisch weiterbringen.
TEIL III
Kurzvorstellung weiterer Kurse, aus denen die speziellen Tauchgänge des AOWD verfügbar sind:
Wird zeitnah ergänzt!
Group Leader
Tarierung
Nacht
Strömung
Suchen und Bergen
Cavern
Wrack
Boot
Foto
Video
Sidemount
Scooter
VGM
Dive Safety
Nitrox
Es gibt noch weitere Spezialkurse, welche aber nicht für die Tauchgänge des AOWD bestimmt sind. Schaue einfach auf die Kursübersicht des NSC. (Immer aktuell, online unter https://dive-nsc.com/fuer-taucher/)
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Stark vereinfachte Darstellung von Gasen, hierdurch lassen sich mit ihm viele thermodynamische Prozesse von Gasen verstehen und mathematisch beschreiben ↑
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AOWD Extended: AOWD + die Specialties Group Leader, Navigation und Nacht
Master Diver: 5 Specialties ↑